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Roter Teppich und Blitzlicht

Spielfilm „Hallöchen aus Ergste“ feierte Premiere

Ergste Einen roten Teppich gab es am Freitagabend für die Mitwirkenden des Spielfilms „Hallöchen in Ergste“. Zur Premiere sollte alles fast genauso sein, wie bei den großen Filmfestspielen in Cannes oder Hollywood. Aber war „Hallöchen aus Ergste“ auch so begeisternd wie die großen Kino-Vorbilder?

Der rote Teppich war ausgerollt. Blitzlichtgewitter empfing die Premierenbesucher, die die Filmemacher Gunther Gerke und Elias Passavanti einzeln oder in Gruppen zum Erinnerungsfoto begrüßten. Samt anschließender Autogramm-Sammlung auf der „Tafel of Fame“.

Ein Hauch vom Filmfestival in Cannes wehte am Freitagabend bei der lang erwarteten Uraufführung von „Hallöchen aus Ergste“ durch den sonst so stillen Ortsteil. Glücklich durfte sich schätzen, wer auf der Gästeliste stand, die Kassierer Achim Busse im Kartenhäuschen des Kinosaals im katholischen Gemeindehaus St. Monika abhakte. Mit 150 Geladenen – Mitwirkende der „No-Budget-Produktion“, Freunde und Verwandte – waren die Sitzreihen proppenvoll. Einige nahmen sogar auf dem Fußboden Platz, um dabeisein zu dürfen.

Applaus im Stehen nach 130 Minuten

Um es vorwegzunehmen: Sie sollten es nicht bereuen, ihren Allerwertetesten bei 130 Minuten (ohne Überlängenzuschlag) auf hartem Untergrund zu strapazieren. Dass danach alle sofort aufsprangen, hatte einen anderen Grund: Im Stehen applaudierten sie den grandiosen Mitwirkenden, die Moderator Jörg Przystow allesamt auf der Bühne versammelt.

„Das hat den Nerv getroffen“, lobte das Ergster Urgestein Friedrich-Wilhelm Vogt in höchsten Tönen: „Das hat das nachgeholt, was man lange versäumt hat: Überhaupt über Ergste zu sprechen.“

Themen liefert das Dorf

Themen liefert das Dorf genug. Erst recht, wenn man beim Ideen-Sammeln die Ergster Wolfstränen (ein Kräuterlikör, der in der Pause auch ausgeschenkt wurde) geistvoll mithalf, wie es die beiden Filmemacher humorvoll selbst im Zeitraffer vorspielten. Nur die Suche nach dem Nachtleben, auf die sich Operettenbühnen-Diva Reinhild Murawski-Topel in der ersten Szene auf dem Bahnhof machte, blieb vergebens.

Erfolgreicher zog Gunther Gerke mit seinem Mikrofon weiter zur BFT-Tankstelle von Waltraud Dembon, wo er Autofahrerinnen am Muttertag mit einem Ständchen überraschte. In den Beichtstuhl der St.-Monika-Kirche, wo dem damaligen Vikar Björn Fischer im Angedenken an Sünder ein leises „Du Sau“ entwischte. Oder in die Gaststätte Hiddemann, wo der Besitzer von illustren Hotel-Gästen wie einer griechischen Prinzessin oder dem Staatsmann Gustav Stresemann zu berichten wusste. Ute Schneider öffnete sogar noch einmal die Türen ihrer geschlossenen Dorfkneipe. Um nur einige der Schauplätze zu nennen.

Die Legende vom Werwolf

Noch tiefer zurück in die Vergangenheit führte die Legende vom Werwolf, die Elias Passavanti im dramatischen Schwarz-Weiß-Stil à la Fritz Lang verfilmte. Leider brach die erste Episode – wo auch anders – an der spannendsten Stelle ab und schrie quasi nach einer Fortsetzung. Genauso wie das gesamte „Hallöchen aus Ergste“, das im Verlauf der Handlung immer flotter und witziger wurde.

„Der zweite Teil ist in der Mache“, verriet Gerke. Es werde sogar schon von einer Trilogie gesprochen. Ob dafür schon Material gedreht ist, bleibt sein Geheimnis. Genauso wie es die Dreharbeiten bislang waren. „Der Elias wohnt bei uns im Haus. Es war alles heimlich“, berichteten Helga und Horst Kamrath. Obwohl sich die Filmemacher dreimal in der Woche trafen. Von ihren Söhnen, die mittlerweile in Hamburg und Aschaffenburg leben, hatten die Kamraths aber erfahren, dass die Titelmelodie auf der Internet-Plattform Youtube abzuhören ist. Mit inzwischen fast 70.000 Klicks hat sie das Zeug zum Heimat-Hit.

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