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Gewehre in Schwerte gefunden

Zeitzeuge erinnert sich: So kamen die Waffen in die Ruhr

Westhofen Ein riesiges Arsenal verrosteter Waffen haben zwei Schwerter am Dienstag und Mittwoch an der Ruhr entdeckt. Jetzt hat sich ein Zeitzeuge gemeldet: Er weiß, wann und warum die Gewehre und Panzerfäuste im Fluss entsorgt wurden.

Zeitzeuge erinnert sich: So kamen die Waffen in die Ruhr

Diese alten Waffen entdeckten zwei Schwerter an der Ruhr in Westhofen. Foto: Manuela Schwerte

Das Geheimnis um das Waffenarsenal in der Ruhr ist gelüftet: Soldaten der deutschen Wehrmacht haben kurz vor Kriegsende ihre Ausrüstung in dem Fluss entsorgt. Daran erinnerte sich Zeitzeuge Herbert Sobelat (83), nachdem Angler Marcel Engel am Flussufer im Schwerter Ortsteil Westhofen große Mengen rostiger Gewehre entdeckt hatte.

Gewehre aus dem Zweiten Weltkrieg

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Nach seiner Flucht aus dem ostpreußischen Tilsit war der damals zehnjährige Sobelat bei Verwandten an der Bruchstraße 57 untergekommen – in einem Bauernhaus im Wald bei Haus Ruhr. Als der Zweite Weltkrieg 1945 zu Ende ging, übernachtete in der Scheune und auf dem Heuboden eine Nachschub-Einheit des Militärs auf ihrem Rückzug aus Hemer.

„Gegen Morgen wurde es unruhig“, erzählte Sobelat. Draußen sah er rund 50 Soldaten und jede Menge Wagen: „Ich vermute, sie versuchten, sich aufzulösen.“

Befehl: Waffen in der Ruhr entsorgen

Doch dann kam offensichtlich ein Befehl, auf den hin alle Ausrüstung wieder eingeladen wurde. „Sie fuhren zum Wasserwerk“, sagte Sobelat. Zwei Beschäftigte, die gerade auf dem Weg zur Arbeit waren, hätten beobachtet, wie dort alles in den Fluss geworfen worden wäre.

Das habe ihm am Freitag noch mal eine ehemalige Nachbarin bestätigt. Die Lkw standen später verlassen in Garenfeld, wo Kinder die Reifenschläuche zu Schwimmreifen umfunktionierten.

Zeitzeuge erinnert sich: So kamen die Waffen in die Ruhr

Herbert Sobelat kann sich erinnern: Wehrmachtsoldaten haben demnach die Waffen, die zwei Schwerter in dieser Woche in der Ruhr entdeckt haben, bei Kriegsende dort versenkt. Foto: Bernd Paulitschke

Die Westhofener selbst – so Sobelat – hätten ihre Waffen nicht in der Ruhr versenkt: „Sie warfen sie in Bombentrichter.“ Dort sah er selbst Totschläger, Pistolen und andere Gerätschaften.

Westhofener Wehranlage wurde nicht gesprengt

Während die Ruhrbrücken in Westhofen und Villigst von den Deutschen gesprengt wurden, blieb der Steg über die Westhofener Wehranlage unversehrt. Sonst wäre das Wasser abgeflossen, und die versenkte Munition wäre frei gewesen, sagte Sobelat.

Außerdem war Dortmund auf das dort gewonnene Trinkwasser angewiesen. Im Sommer 1946 wurde aber der Pegel planmäßig abgesenkt, um viele Waffen aus der Ruhr herauszuholen. Trotzdem blieb – wie sich jetzt zeigte – manches zurück.

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