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Die Stationen auf der Karte

20 Tage unterwegs - ein Selmer Paket auf Irrwegen

SELM Zwischen Selm und Passau an der Grenze zu Österreich liegen etwa 680 Kilometer, wenn man mit dem Auto fährt. Ein Päckchen braucht für diese Strecke jetzt schon über 20 Tage. Denn es wandert zwischen Nordrhein-Westfalen und Bayern immer wieder hin und her. Der Grund ist wohl eine eigentlich nützliche Technik.

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Heinz Dieter Müller hat versucht, Mineralien per Päckchen nach Bayern zu verschicken. Angekommen ist das Paket bislang nicht.

Heinz Dieter Müller hat versucht, Mineralien per Päckchen nach Bayern zu verschicken. Angekommen ist das Paket bislang nicht.

Der Selmer Heinz Dieter Müller hat das Päckchen abgeschickt. In Olfen hat er es am 8. November zur Post gebracht – und versichert. „Da sind unwiederbringliche Stücke drin“, sagt der 74-Jährige. Müller ist Mineraliensammler und Fotograf im Ruhestand.

In Fachkreisen hat er es mit seiner Fotografie zu einiger Bekanntheit in der ganzen Welt gebracht, wie er erzählt. Denn Müller kann in kleinen Steinchen, in denen nur millimetergroße Löcher sind, die noch winzigeren darin verborgenen Kristalle und Mineralien fotografieren.

Erste Station auf dem Weg nach Passau: Bielefeld

Genau das hat er für einen Sammler aus dem bayrischen Passau Anfang November gemacht. Der Bayer hat seltene winzig kleine Mineralien, die in solch einem Stein sitzen, gefunden. „Das sind Unikate“, sagt Heinz Dieter Müller. Und weil sie so selten sind, soll es darüber einen Artikel in einer Mineralien-Fachzeitschrift geben – mit Fotos.

Auf der Karte sehen Sie den Irrweg eines Paketes auf dem Weg von Selm nach Passau. Mit einem Klick auf die Pfeile bekommen Sie Informationen zu der Reise der Sendung. 

Heinz Dieter Müller hat die mit einer speziellen Technik gemacht. Mit einem Mikroskop und Bildbearbeitungstechnik hat er sichtbar gemacht, was dem Auge sonst verborgen bliebe. Eine CD mit den Fotos und die Mineralien selbst sollte dann per Post zurück zum Kunden nach Passau gehen. Doch schon die erste Station des Pakets ist merkwürdig: Es ging nach Bielefeld. Nach Norden, statt Süden.

Paket wandert mehrmals zwischen Hagen und Regensburg

Danach transportiert die Post die Sendung nach Hagen, das für Selm zuständige Paketzentrum. Von dort geht es nach Regensburg, Bayern. Soweit richtig, es ist das für Passau zuständige Paketzentrum. Doch dann dreht die Postsendung um.

Nach vier Tagen in Regensburg wird es zurück nach Hagen gebracht. Dort liegt es fünf Tage. Dann kommt es zurück nach Regensburg. Und schon am nächsten Tag bringt die Post es wieder nach Hagen. Dort liegt es nun schon seit einer Woche.

Alte Strichcodes haben die Sortiertechnik verwirrt

Der Sammler aus Passau ist längst beunruhigt, wo seine Fotos und die Mineralien abgeblieben sind. „Der ist sauer auf mich“, sagt Heinz Dieter Müller. Schließlich sollen die Mineralien noch wissenschaftlich untersucht werden. Müller konnte im Internet per Sendungsverfolgung den Irrweg seines Pakets mitverfolgen. Schon nach vier Tagen hatte er einen Suchantrag bei der Post gestellt.

Auf Nachfrage der Ruhr Nachrichten konnte Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post/DHL, am Dienstag für Aufklärung sorgen. Alte Aufkleber von früheren Postsendungen mit alten Strichcodes darauf haben die Sortiertechnik der Post verwirrt, so Ernzer. In der Tat hatte Heinz Dieter Müller einen alten Karton wieder verwertet.

Pakete werden versehentlich hin und her geschickt

Der Postsprecher erklärt, wie die Pakete sortiert werden. In den Paketzentren laufen alle Päckchen über Bänder. Scanner lesen die Strichcodes auf den Paketaufklebern ab und erkennen, in welche Region die Sendung transportiert werden soll.

Wenn Pakete verloren gehen


Dann bringen die Bänder das Paket automatisch zu dem LKW, der das entsprechende Zielpaketzentrum ansteuert. Dort angekommen, werden die Strichcodes noch einmal gescannt. Wenn zwei verschiedene Codes von verschiedenen Regionen auf einem Paket kleben, schickt die automatische Sortierung das Paket unter Umständen also hin und her.

Paket soll bald in Passau eintreffen

Von Menschenhand werde schon länger nicht mehr sortiert, sagt Rainer Ernzer. Das sei gar nicht möglich, weil bis zu 500.000 Pakete pro Tag in einem Paketzentrum bearbeitet werden. Ernzer rät: „Wer alte Kartons nutzt, sollte alle alten Aufkleber entfernen oder überkleben.“

Inzwischen habe ein Postmitarbeiter in Hagen die falschen, alten Aufkleber entfernt. Spätestens am Donnerstag soll die Schachtel mit den wertvollen Mineralien endlich in Passau ankommen.

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Heinz Dieter Müller hat versucht, Mineralien per Päckchen nach Bayern zu verschicken. Angekommen ist das Paket bislang nicht.

Heinz Dieter Müller hat versucht, Mineralien per Päckchen nach Bayern zu verschicken. Angekommen ist das Paket bislang nicht.

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