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Fragen und Antworten

Arbeitslosengeld im Supermarkt - was bedeutet das genau?

Selm Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse. Manche begrüßen die Ankündigung als unkomplizierte Lösung, andere fürchten Diskriminierung. Selmer Supermarktbetreiber halten sich zurück – aus einem bestimmten Grund.

Arbeitslosengeld im Supermarkt - was bedeutet das genau?

In manchen Supermärkten kann man ab 2018 nicht nur einkaufen, sondern in Sonderfällen auch eine Auszahlung des Arbeitslosengeldes bekommen. Foto: picture alliance / Daniel Karman

Einig sind sich die Kunden, die vor dem Rewe-Markt an der Ludgeristraße in Selm stehen: Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse finden sie gut. „Je mehr Möglichkeiten man hat, um an Geld zu kommen, umso besser“, sagt zum Beispiel Anja Adamietz, die selbst nicht arbeitslos ist. Doch wie funktioniert das Verfahren eigentlich? Wir haben Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Für wen genau könnte es in Zukunft Geld an der Supermarktkasse geben?

Das Verfahren ist für Hatz IV-Empfänger, also Menschen, die Arbeitslosengeld I und II erhalten, gedacht. In Selm waren im Oktober 2017 839 Menschen arbeitslos. Konkret soll der Vorstoß aber Leistungsempfängern helfen, die kein eigenes Konto haben oder die im Ausnahmefall sofort eine Auszahlung benötigen. „Es geht also nicht darum, dass der gesamte Betrag ausgezahlt wird, sondern ist eine Reglung für Notfälle“, sagt Ulrich Brauer von der Agentur für Arbeit Dortmund, die für den Kreis Unna zuständig ist.

Welche Möglichkeiten haben Menschen in solch einer Notsituation denn bisher?
Sie können sich an den Kassenautomaten der Arbeitsagenturen den genehmigten Betrag auszahlen lassen. Allerdings gibt es im Kreis Coesfeld sowie im Kreis Unna keinen einzigen Kassenautomaten mehr, wie die Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung mitteilen. Nach wie vor besteht allerdings die Möglichkeit, den Zahlschein bei der Postbank einzulösen, die mit den Arbeitsagenturen kooperiert. In Selm geht das zum Beispiel bei der Postfiliale am Willy-Brand-Platz 3-5. „Für die Menschen gibt es nur Vorteile“, wirbt Ulrich Brauer für das neue Verfahren und verweist auf die teilweise langen Öffnungszeiten der Supermärkte. Doch auch die Arbeitsagenturen profitieren: In Gegenden, in denen es noch Kassenautomaten gibt, können diese zukünftig eingespart werden.

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Arbeitslosengeld im Supermarkt - eine gue Idee?

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Ist das nicht diskriminierend, wenn jemand sich an der Kasse als Leistungsempfänger outen muss?

„Nein“, sagt Petra König, Sprecherin bei der Agentur für Arbeit im Münsterland. Auf dem Bon, den der Empfänger von der Agentur für Arbeit erhält, stehe nur der Name und ein Barcode. „Das ist wie bei einem Auszahlungsbon, den Sie bekommen, wenn Sie etwas umgetauscht haben“, erklärt sie. Auch Ulrich Brauer betont: „Der Zahlschein sieht sehr neutral aus, da steht nichts mit Arbeitsagentur drauf.“ Wer den Bon an der Kasse vorlegt, erhält dann in bar den Betrag, der ausgewiesen ist.

Um welche Supermärkte geht es eigentlich?

Das Unternehmen Cash Payment Solutions habe den Zuschlag von der Arbeitsagentur bekommen, wie Petra König erklärt. Dieses arbeitete bereits mit einem großen Händlernetz zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Rewe, dm und Penny. Theoretisch könnten dann alle Rewe und dm-Märkte diesen Service anbieten.

Und ab wann könnte man den Service in den Selmer Supermärkten in Anspruch nehmen?
Die Filialleiter der dm- und Rewe-Märkte in Selm und Olfen haben von der Idee selbst in den Medien erfahren und möchten sich zunächst nicht zu dem Verfahren äußern. Die Arbeitsagentur selbst er keinen konkreten Termin, sondern einen vagen Zeitraum: „Ziel ist die flächenweite Einführung der neuen Lösung bis Ende 2018“, heißt es von der Bundesagentur. Rewe teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass man das Verfahren ab der zweiten Jahreshälfte in allen Rewe und Pennymärkten in Deutschland anbieten wird. Die Pressestelle der dm-Zentrale erklärt, dass man selbst noch keine finale Entscheidung darüber getroffen habe, ob die Dienstleistung überhaupt angeboten wird.

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