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Fußball

Der Kampf um den fünften Platz

Selm/Nordkirchen Der Kreis Münster leistete sich im Frauenfußball bislang zwei parallele Ligen. Im Sommer ist damit Schluss. Schon für die neue Saison kommt eine B-Liga. Das Hauen um die Qualifikationsplätze zur A-Liga hat begonnen.

Der Kampf um den fünften Platz

Die ersten fünf Teams qualifizieren sich sicher für die Kreisliga A. Eine Qualirunde spielen die Plätze sechs bis acht aus. Der Neunte muss ganz sicher in die Kreisliga B Grafik: Klose

Wer Fünfter in der Frauen-Kreisliga A Münster wird, qualifiziert sich ganz sicher für die neue A-Liga im Kreis für die Saison 2018/19. Das hat der Kreisfußballausschuss schon vor Monaten beschlossen. Das System aus bislang zwei A-Ligen weicht einer A-Liga und einer B-Liga. Die Plätze sechs bis acht ermitteln in Qualifizierungsspielen mögliche weitere Teilnehmer der neuen A-Liga. Die Ligen werden mit gleicher Mannschaftszahl bestückt. Bei ungerader Meldezahl bekommt die Kreisliga A ein Verein mehr als die Kreisliga B.

In der Kreisliga A2 Münster, in der die neugegründete Frauenmannschaft des FC Nordkirchen und die neue Spielgemeinschaft Selm/Südkirchen spielen, versuchen mehrere Mannschaften, den begehrten fünften Platz zu erreichen. Nordkirchen ist Vierter mit 16 Punkten, dahinter folgen drei Teams mit jeweils 13 Punkten, darunter auch Selm/Südkirchen – diese vier Klubs bilden das nach oben wie unten isolierte Mittelfeld.

„Es sind vier Mannschaften, die um den fünften Platz kämpfen“, sagt auch SG-Trainer Marc Wenge. Seine Elf steckt mittendrin. „Wenn sich am Ende herausstellt, dass wir es nicht schaffen, bricht die Welt nicht zusammen. Aber wir würden es uns wünschen und geben alles dafür“, sagte Wenge.

Deutlicher ist der Wunsch nach der A-Liga bei Olaf Heuser, Trainer der Nordkirchenerinnen: „In der Kreisliga B haben wir nichts zu suchen. Wir sind stark genug für die A-Liga“, sagte Heuser. Ziel sei, sich direkt für die A-Liga zu qualifizieren. „Nicht, dass wir am Ende noch eine Qualirunde spielen müssen. Die Mannschaften hinter uns sind auch nur drei Punkte weg. Man darf sich keine großen Fehler erlauben“, sagte Heuser.

Aus der Bezirksliga drohen momentan, noch drei Teams abzusteigen: Saxonia Münster, Warendorf II und Kinderhaus. Erwischt es alle, ist es wahrscheinlich, dass nur noch eine Mannschaft hinter dem Tabellenfünften in die A-Liga einzieht.


Autor Marc-André Landsiedel findet das neue System gut:

„Die Reform durch den Fußballkreis ist begrüßenswert. Klagen über eine zu kurzfristige Verkündung vor Saisonstart und mangelnde Vorlaufzeit sind nicht angebracht. Auch ohne diese Neuerung sollten die Vereine doch zu diesem Zeitpunkt ihre bestmögliche Mannschaft zusammenhaben. Man darf den Entscheidungsträgern also zu diesem zügigen Schritt gratulieren.

Das jetzige System, bei dem der Meister einer Liga sich nicht sicher sein kann, am Ende auch für seine Mühen belohnt zu werden und in der kommenden Saison eine Klasse höher zu spielen, ist eine Zumutung für jeden halbwegs ambitionierten Sportler. Frei nach dem Motto „Leistung muss sich wieder lohnen“ gibt es nun eine positive Entscheidung im Sinne des Wettkampfgedankens.

Außerdem sind durch die neue Ligen-Einteilung ab kommender Saison mehr Duelle auf Augenhöhe zu erwarten. Auch das sollte ganz im Sinne der Attraktivität des Sports sein.“

Autor Sebastian Reith findet das neue System schlecht:

„Mal eben über das Knie gebrochen – so wirkt die Reform des Kreises. Ursprünglich wollte man ein „Meinungsbild“ der Vereine einholen. Daraus wurde dann ein kurz vor Saisonbeginn an die Vereine verschicktes Dokument mit den Änderungen für den Spielmodus. Wer nicht mindestens Fünfter wird, dem droht der Abstieg. Unglücklich ist der Zeitpunkt deshalb, weil die Vereine sich nicht frühzeitig darauf einstellen konnten.

Noch einen Nachteil hat das neue System. Die Entfernungen für Fahrten nehmen zu. Die Kreisligen waren weitestgehend nach Nord und Süd geteilt. Der FC Nordkirchen durfte deswegen sogar mit beiden gemeldeten Mannschaften in einer Liga spielen. Das gehört in Zukunft der Vergangenheit an. Warendorf, Ostbevern, Füchtorf heißen dann in Zukunft die Gegner – von Nordkirchen mehr als eine Stunde Fahrzeit. Und sollten sich Nordkirchen und Selm/Südkirchen sportlich nicht für die gleiche Liga qualifizieren, ist auch das Derby futsch.“

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