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Drohnenaufnahmen

Filmemacher zeigt Selm von oben

Selm Uwe Koslowski ist nicht arrogant. Dennoch blickt er gerne auf andere herab. Der 51-jährige Lünener filmt aus der Vogelperspektive, dieses Mal Selm. Dabei hat er ein Geheimnis gelüftet, das in der Erde ruht.

Filmemacher zeigt Selm von oben

Uwe Koslowski hat im August vor dem Bürgerhaus in Selm seinen Quadrokopter mitsamt Kamera gestartet. Vorher hat er sich immer alle notwendigen Genehmigungen eingeholt. Foto: Foto: Jessica Hauck

Meistens nicht mehr als 100 Meter hoch, wendig und neugierig: So sind Vögel in der Luft unterwegs. Uwe Koslowskis Drohne macht es genauso – nur dass sie eine Weitwinkelkamera an Bord hat. Mit der hat der Filmemacher aus Lünen in diesem Sommer Selm erkundet. Die Luftaufnahmen, die so entstanden sind, zeigen die drei Ortsteile nicht nur aus einem besonderen Blickwinkel, sie rücken auch Orte in den Mittelpunkt, über die in keinem Stadtführer zu lesen ist.

„Ich bin gebürtiger Dortmunder und lebe inzwischen in Lünen“, sagt der 51-Jährige. Dort kenne er sich gut aus – anders als in der Nachbarstadt Selm. „Darum brauchte ich bei dem Filmprojekt ,Selm von oben’ Unterstützung“: Tipps, was sein ferngesteuerter Quadrokopter – eine Art Hubschrauber mit vier Rotoren – neben Kirchen, Burgen, Höfen und Zechenhäusern noch erkunden könne. Nach einem Aufruf in den RN im August meldeten sich einige Selmer und gaben Tipps.

Verwunschene Orte

„Die Turmruine der ehemaligen Windmühle zum Beispiel“, sagt Koslowski. Mehrere Selmer hätten ihm empfohlen, das verfallene Sandsteingebäude in seinem Film aufzunehmen. Leichter gesagt als getan. Denn auf den ersten Blick sind die Reste der mehr als 500 Jahre alten Mühle gar nicht zu entdecken – zumindest von der Erde aus. Aus der der Luft fallen die überwucherten, runden Sandsteinmauern allerdings auf. „Ein geschichtsträchtiger, etwas verwunschener Ort mitten im Baugebiet“, sagt sich der Filmemacher, der hauptberuflich einen Versandhandel für technischen Bedarf betreibt.

Ein anderer Tipp aus der Bevölkerung: Der geografische Mittelpunkt von Selm. Optisch mache das gar nicht so viel her, sagt Koslowski: drei Stelen im Grünen in Netteberge, die mit neun Jahren nicht einmal besonders alt sind. Jede symbolisiert einen der drei Ortsteile. „Die Geschichte hat es aber in sich“, ergänzt der Drohnenpilot und lächelt.

In seinem seit Montag erhältlichen Film sieht das so aus: Das unbemannte Flugobjekt umkreist im sanften Licht eines Sommermorgens die Steine an der Haus-Berge-Straße. Dazu dringt fröhliche Musik aus den Lautsprechern. Die Stimme des Sprechers, den Koslowski engagiert hat, liest vor, was niemand sehen kann – die Urkunde die unter den Stelen vergraben ist und das Böse heraufbeschwört – vorausgesetzt, man hat es verdient: „Wer diese Steine wissentlich umstößt, heimlich ausreißt oder versetzt, der soll nach seinem Ableben als verfluchter Wiedergänger umgehen und so lange keine Ruhe im Grabe finden, bis die Steine wieder an ihrer richtigen Stelle stehen.“

Kritische Betrachtung

Koslowski hat während seiner Dreharbeiten im August und September aber nicht nur Tipps bekommen, sondern auch Vorhaltungen, was er denn da mache. „Die Menschen sind kritischer geworden, was Drohnen angeht“, sagt er. Viele befürchteten Eingriffe in ihre Privatsphäre. „Ich zeige dann meine Unterlagen“: auch die Genehmigungen, die er sich stets im Vorfeld besorgt und gerne zeigt – nicht erst seit Inkrafttreten der Drohnenverordnung im April.

Einzelne Menschen mit ihren Sorgen und Ängsten kommen in dem 53 Minuten langen Film „Selm von oben“ gar nicht vor. Aus 100 Metern Höhe wären sie ohnehin nicht zu erkennen, Wasserläufe, Straßen und Siedlungen genügen, das Bild einer „jungen Stadt mit alten Wurzeln“ zu zeichnen, wie Koslowski Selm nennt: „einfach schön“.

Der Film kostet 12,90 Euro und ist erhältlich in der Marktbuchhandlung, Willy-Brandt-Platz 3 und bei Knümann, Ludgeristraße 94.

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