Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

In der Botzlarstraße

Jugendliche zündeten Böller am Selmer Edeka

Selm Eine Druckwelle sei zu spüren gewesen, als Jugendliche am Edeka an der Botzlarstraße in Selm Böller gezündet haben, sagt ein Augenzeuge. Er sagt auch: Die Sache mit den Böllern ist kein Einzelfall.

Jugendliche zündeten Böller am Selmer Edeka

Die sogenannten Polenböller haben aber eine enorme Wirkung. dpa Foto: picture alliance / dpa

Manuel Eckey ist noch immer geschockt über das, was er am Mittwochabend am Edekamarkt an der Botzlarstraße miterleben musste. „Die Druckwelle war deutlich zu spüren.“ Er ist überzeugt, die Ursache zu kennen. Einige Jugendliche hätten La-Bomba-Böller – auch als Polenböller bekannt – gezündet.

Eckey ist nach dem Einkauf jedoch nicht in sein Auto gestiegen und nach Hause gefahren. „Ich habe die Jugendlichen direkt angesprochen.“ Einsichtig seien sie allerdings nicht gewesen. Deshalb habe er den Vorfall am gleichen Abend bei der Polizei angezeigt. Eine Aussage, die die Polizei-Pressesprecherin Vera Howanitz auf unsere Anfrage bestätigt. „Um 20.15 Uhr ist uns gemeldet worden, dass Böller auf Passanten geworfen werden.“ Sechs Minuten später seien die Beamten vor Ort gewesen. „Aber es war niemand mehr da.“

„Kein Einzelfall“

Aus Sicht von Manuel Eckey ist der Böllerwurf kein Einzelfall. Nach seiner Einschätzung gibt es in der Stadt Probleme bei der Einhaltung des öffentlichen Rechts. Als Beispiele führt er die Raserei in Selm zwischen den beiden Kreisverkehren an. Er vermutet, dass die jugendlichen Böllerwerfer die gleichen sind, „die die Kreisstraße mit einem Rennkurs verwechseln“. Bereits damals hatte sich Eckey im Sommer bei der Stadt gemeldet. „Passiert ist nichts.“

Verstärkt im Blick

Vera Howanitz sieht das etwas anders. Der Bezirksdienst wisse, dass der Bereich ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen sei. „Sie kommen mit ihren Fahrzeugen und hecken immer mal wieder etwas aus. Polizei und Stadt haben deshalb den Bereich verstärkt im Blick.“ Probleme mit Böllern seien ihr nicht bekannt.

Manuel Eckey hat hingegen weitere Kritikpunkte. Auf der Schulstraße und auf anderen Straßen würden Parkverbote ignoriert oder die Autos einfach abgestellt, egal, ob die Anlieger aus ihren Einfahrten kommen oder nicht. Sein ernüchterndes Fazit lautet. Seit fünf Jahren wohnt er in der Stadt. „Und es wird Jahr für Jahr schlimmer.“ Mit den „Polenböllern“ sei dabei eine neue Dimension erreicht.

Die in Deutschland verbotenen La-Bomba-Böller enthalten Explosivstoff – richtig viel. „Wenn man das in der Faust hält und anzündet, zerfetzt es einem buchstäblich die Hand.“ Eine Behauptung, die Experten bestätigen. La Bomba enthalte Blitzknallsprengstoff, der in Deutschland verboten ist. Er enthält Magnesium, das die Hitze erhöht, sowie Aluminium, das den Druck erhöht. Zudem ist die Lärmentwicklung enorm groß.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Keine Weihnachtsbeleuchtung

Nur ein Baum sorgt für Lichterglanz

Selm In Sachen Weihnachtsbeleuchtung sieht es gerade etwas düster aus im Selmer Zentrum, nachdem Adventsmarkt und Glitzerwald abgebaut sind. Doch Hoffnung auf mehr ist in greifbarer Nähe.mehr...

Stadt kauft Tempo-Tafeln

Geschwindigkeitsanzeige sagt bald „Danke“

Selm. Die Stadt Selm schafft zwei Dialog-Anzeigen an, die Autofahrer darauf hinweisen, ob sie zu schnell fahren oder nicht. Dabei geht es nicht ums Blitzen und Bußgeld verteilen, sondern um einen Dialog mit dem Autofahrern. Nur die Einsatzorte stehen noch nicht fest.mehr...

ÜMI und OGS Selm

Ganztagsbetreuung wird teurer

Selm Anspruchsvolle Betreuung von Grundschulkindern bis 16 Uhr ist gefragt. Fast jeder dritte Selmer Grundschüler besucht die Offene Ganztagsschule. Die Tendenz ist steigend – aber nicht nur bei der Nachfrage.mehr...

Prozess-Auftakt

Nigerianerinnen mit Voodoo-Fluch zur Prostitution gezwungen

CASTROP-RAUXEL/SELM/DORSTEN Angelockt mit falschen Versprechungen und belegt mit rituellen Schwüren soll eine Gruppe junger Nigerianerinnen ab 2015 ins Ruhrgebiet geschleust und hier in Bordellen zur Prostitution gezwungen worden sein - unter anderem in Castrop-Rauxel, Selm und Dorsten. Seit Mittwoch beschäftigt ihr Fall das Bochumer Landgericht.mehr...

In Bork

Friedhofslampen brennen am Tag - aber nicht in der Nacht

Bork Die Beleuchtung des Friedhofs Bork funktioniert. Aber nicht richtig. Die Lichter leuchten dort am Tag und bleiben nachts dunkel. Deshalb musste sich der Selmer Ausschuss für Stadtentwicklung nun mit der naheliegenden Frage beschäftigen: Woran liegt es? mehr...

Silvester-Unglück

Verurteilter legt Revision gegen Jammertal-Urteil ein

Dortmund/Datteln Das folgenschwere Silvesterunglück vor dem Wellnesshotel Jammertal in Datteln beschäftigt demnächst auch den Bundesgerichtshof. Der Gastwirt (51) aus Lütgendortmund hat Revision gegen seine Verurteilung durch das Bochumer Landgericht eingelegt. mehr...