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Fußball

„Lüdinghausen ist für mich kein Hassverein“

Nordkirchen Florian Fricke ist der gefährlichste Mittelfeldspieler der Bezirksliga. Gegen Union wird es für ihn ein besonderes Spiel. Warum, erklärt er im Interview.

„Lüdinghausen ist für mich kein Hassverein“

Offensiv gefährlich: Florian Fricke stand im Sommer bei Lüdinghausen auf dem Wunschzettel. Er verlängerte jedoch in Nordkirchen. Foto: Reith

Florian Fricke (28) ist der gefährlichste Mittelfeldspieler der Bezirksliga 8. Neun Tore erzielte er in zwölf Spielen – ein beachtlicher Wert für einen Mittelfeldspieler. Dass der ehemalige Stürmer Zug zum Tor hat, ist kein Wunder – auch wenn ihm defensivere Rollen zugewiesen sind. Fricke übernimmt als Kapitän aber auch die Verantwortung vom Punkt und ist erster Elfmeterschütze in der Hierarchie seines FC Nordkirchen. Für Trainer Issam Jaber ist Fricke, der nebenbei sein spielender Co-Trainer ist, ein wichtiger Mann: „Er ist wahnsinnig wichtig – auf und neben dem Platz. Als Kapitän, als Typ, als erste Adresse und als Bindeglied zur Mannschaft“, sagte Jaber. Sportredakteur Sebastian Reith konfrontierte den vielseitigen Spieler vor dem Derby am Sonntag (15 Uhr, Am Feldbrand 7, Lüdinghausen) mit zehn teilweise provokanten Thesen.


Florian Fricke ist beim Gegner irgendwie noch nicht auf dem Radar – nur deswegen konnte er so viele Tore schießen!

Ja, ein Stück weit glaube ich das schon. Raphael Lorenz hat sich im Dortmunder Raum schon einen Namen gemacht. Aber wenn sich die Spieler darauf nicht einstellen, kann es nur ein Vorteil für uns sein – und für mich.


Florian Frickes gute Quote liegt doch nur an den vielen Elfmetern, die er schießt!

Das kann man so sehen. Die Elfmeter muss man aber auch erstmal verwandeln, wenn es knapp ist und ein Spiel auf der Kippe steht. Ein kleines Kribbeln habe ich dann immer im Bauch. Aber bisher hat es ja ganz gut geklappt.


Florian Fricke findet sich im zweiten Jahr in Nordkirchen besser zurecht.

Das merke ich auch und es liegt vor allem daran, dass ich wieder fitter werde. Ich war verletzt, bevor ich nach Nordkirchen kam. In Hassel hatte ich mir einen Bandscheibenvorfall zugezogen und habe ein Dreivierteljahr gar kein Fußball gespielt. Jetzt merke ich, dass ich fitter werde. Und das spiegelt sich in Ergebnissen wider.


Trainer Issam Jaber ist es zu verdanken, dass Florian Fricke jetzt auch richtig eingesetzt wird.

Der Trainer hat das letzte Wort. Letztlich ist es seine Entscheidung, wo ich spiele. Rechts offensiv fühle ich mich auch sehr wohl, weil ich die Position aus der Vergangenheit kenne. Und mit Hugo (Anmerkung: Spitzname für Daniel Eroglu) und Bülent (Gündüz) haben wir auch zwei starke Spieler in der Zentrale.


Florian Fricke hat vor der Saison mit Union Lüdinghausen geflirtet.

(lacht) Dass es Gespräche gab, ist ja kein Geheimnis. Das weiß jeder. Das Verhältnis zu Union ist immer noch sehr gut. Am Ende hat es im Sommer mit der Verlängerung mit Nordkirchen geklappt, worüber ich auch glücklich bin. Ich habe auch eine neue Position bekommen, bin spielender Co-Trainer und Kapitän. Da gibt es eigentlich nicht viele Gründe zu wechseln.


Florian Fricke hätte noch mehr Tore schießen können, hat aber viele gute Kopfballgelegenheiten ausgelassen.

Absolut! Das ist ein Punkt, an dem ich noch arbeiten möchte. Beim Kopfball war ich früher sehr stark, das ist mir etwas abhanden gekommen.


Der FC Nordkirchen wird Sonntag den Derbysieg gegen Union holen.

Dem stimme ich zu. Wir haben eine sehr gute Form, vielleicht die beste der Saison. Warum soll es nicht auch gegen Union klappen? Es ist ein Derby für jeden. Und wer da nicht Gas geben will, der braucht gar nicht mehr zu kommen.


Florian Fricke verzichtet auf einen ausgiebigen Torjubel, wenn er gegen Union trifft.

Sollte ich treffen, freue ich mich natürlich. Aber der Respekt ist vorhanden. Lüdinghausen ist für mich kein Hassverein, es sind Sympathien da. Groß jubeln werde ich also nicht, aber die Freude kommt dann etwas nach dem Spiel.


Patrick Trawinski hat Florian Fricke in der Torjägerkanone überholt – zu Unrecht!

Nein, das ist genau der richtige Weg. Er ist Stürmer. Und es wäre nicht gut, wenn der Stürmer weniger Tore schießt als der Mittelfeldspieler. Ich freue mich für den Jungen. Es ist sein erstes richtiges Seniorenjahr. Und dass er so einschlägt, davon profitieren wir alle. Darüber bin ich nicht traurig.


Nordkirchen wird am Saisonende mindestens Platz fünf belegen.

Das hoffe ich doch. Es ist unser Ziel. Unsere Qualität sollte für Platz fünf reichen, sollten wir nicht einen unerwarteten Einbruch bekommen.

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