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Fußball: Oberliga

Philipp Grodowski etabliert sich im Schatten des Bruders

Bork Bei Rot Weiss Ahlen hat sich der Borker Philipp Grodowski zum Stammspieler entwickelt. Dabei war der Sprung von der Kreisliga, in der Grodowski vergangenes Jahr noch spielte, in die Oberliga groß.

Philipp Grodowski etabliert sich im Schatten des Bruders

Philipp Grodowski (r.) war vergangenes Jahr Kapitän des PSV Bork. Nach seinem Wechsel zu Oberligist RW Ahlen hat er sich durchgesetzt und ist Stammspieler geworden. Foto: Henning Wegener

Die weitaus größere Aufmerksamkeit hatte im Sommer sein Bruder bekommen. Philipp Grodowski (22) hatte seinen jüngeren Bruder Joel (19) im Juni nach England begleitet, wo Joel Grodowski beim Drittligisten Bradford City vorspielte und schließlich auch einen Profivertrag unterschrieb. Philipp Grodowski hatte keine gut 100 Kreisliga-Tore in zwei Jahren wie sein jüngerer Bruder erzielt. Dabei sagt man Philipp nach, dass er etwa diese Zahl während seiner Zeit als Kapitän beim PSV Bork verhindert haben könnte.

Vier Ligen höher als zuvor

Und während alle über Joel schrieben – von der „Bild“ bis zum Magazin „11 Freunde“ hatten viele Medien fußballromantisch über dessen wundersamen Aufstieg aus der Kreisliga in den englischen Profifußball berichtet – trieb im Schatten des jüngeren Bruders auch Philipp Grodowski seine Karriere voran. Er fasste bei Regionalliga-Absteiger Rot Weiss Ahlen Fuß – vier Ligen höher als zuvor in der Kreisliga.

Und während Joel in England Rehamaßnahmen absolvierte, spielte sich Philipp in der westfälischen Provinz in die Ahlener Startelf. „Man hat mir am Anfang vielleicht nicht so viel zugetraut. Aber ich spiele eigentlich immer, entweder auf der Sechs oder auf der Acht. Ich glaube, ich habe es allen gezeigt“, sagt Grodowski – und hat damit wieder einen offensiveren Part bekommen als im Borker Meisterjahr. Da verstärkte Grodowski die Abwehr, machte damit in der Offensive Platz für das Traumduo aus Joel Grodowski und Marvin Schuster. Zwölf Einsätze hatte Philipp Grodowski – fast immer über 90 Minuten. Mit 993 Einsatzminuten steht er im Ahlener Kader auf Rang sechs.

Lebensmittelpunkt verlegt

Mittlerweile hat Philipp Grodowski auch seinen Lebensmittelpunkt nach Ahlen verlegt. Er wohnt mit seiner Freundin zusammen, erzählt er, plant demnächst eine gemeinsame Wohnung in Sendenhorst zu beziehen. „Es ist alles sehr professionell bei uns. Ahlen hat einen Namen, eine Vergangenheit, eine Geschichte“, sagt Grodowski. Kommt er zum Platz, liegen die Trainingssachen bereit. Die Ultra-Szene imponiert Grodowski auch. „Sie sind bei jedem Heimspiel da und reisen zu jedem Auswärtsspiel mit“, sagt er.

Grodowski fühlt sich in Ahlen heimisch. Im Sommer hatte er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Und doch könnte Ahlen nur eine Zwischenstation sein. „Ich sehe Ahlen als Sprungbrett. Ich will den Vertrag natürlich erfüllen, aber sollte ich höher kommen können, zum Beispiel in die Regionalliga, möchte ich den Schritt gehen“, sagt Grodowski.

Vertrauen zurückgezahlt

Im Interview mit den „Westfälischen Nachrichten“ hatte Grodowski nach seiner Oberliga-Premiere gegen die Hammer SpVg von „anstrengenden“ Minuten gesprochen. „Ich habe mich gefreut, dass die Trainer Vertrauen in mich haben und mich spielen lassen haben“, sagte Grodowski damals. Das Vertrauen rechtfertigte er. Zweimal traf er schon in der Liga: beim 1:1 gegen Paderborn II und beim 5:4-Sieg gegen den FC Brünninghausen.

Aktuell ist Grodowski mit dem Team zwar nur Zwölfter, der Aufstiegsplatz ist aber nicht allzuweit weg: genau gesagt fünf Punkte. „Wenn man zweimal gewinnt, ist man wieder da oben dran“, erklärt Grodowski. Nach unten droht keine Gefahr. Nach Rückzügen von Marl-Hüls und Hassel stehen beide Absteiger bereits fest.

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