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Dortmund als Lieblings-Ziel

Selmer pendeln immer weiter für ihre Arbeit

Selm Beruf und Wohnen unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach. Selmer nehmen dafür immer längere Wege zur Arbeit auf sich. Warum sie nicht einfach für die Arbeit wegziehen, hat viele Ursachen.

Selmer pendeln immer weiter für ihre Arbeit

Die tägliche Fahrt mit der Bahn nutzt Dr. Holger Langer als Arbeitszeit. Foto: Mario Bartlewski

Frühes Aufstehen, Stau im Berufsverkehr und überfüllte Züge gehören für Pendler zum Alltag – trotzdem nehmen Menschen in Nordrhein-Westfalen immer längere Strecken von der Wohnung zur Arbeit auf sich. Das ergibt eine bislang unveröffentlichte Studie der Bausparkasse LBS. Auch auf Selmer treffe der NRW-weite Trend zu, bestätigt LBS-Gebietsleiter Michael Bach: „Die Menschen in Selm legen viel Wert auf soziale Bindung in ihrer Gemeinde.“ Dafür seien sie bereit, große Strecken zur Arbeit zu pendeln.

Zwei Kilometer weniger vor fünf Jahren

Auch die hohen Wohnkosten in Orten mit großer Arbeitsplatzdichte spielten eine Rolle. Durchschnittlich 32 Kilometer dürfe der Weg von der Wohnung zur Arbeit beim nächsten Umzug betragen, so das Ergebnis. Bei der bislang letzten Umfrage vor fünf Jahren waren die Teilnehmer weniger flexibel. Knapp zwei Kilometer weniger wollten sie im Durchschnitt zurücklegen.

Die Zahlen der Umfrage schlagen sich auch in der aktuellen Pendlerstatistik von IT.NRW aus 2015 nieder. Die meisten Selmer, die in einer anderen Stadt arbeiten, fahren nach Dortmund. 1726 Selmer müssen die etwa 19 Kilometer lange Strecke täglich bewältigen. Damit löst Dortmund die Stadt Lünen als meist genutzten Arbeitsort der Selmer ab – und das, obwohl die Strecke zehn Kilometer länger ist.

Selmer pendeln immer weiter für ihre Arbeit

Doch nervt die mehr als 9000 Selmer Pendler das tägliche Hin und Her nicht? „Ich glaube, das ist Gewohnheitssache“, sagt Dr. Holger Langer, der täglich von Selm zur Ruhr-Universität nach Bochum pendelt. Anderthalb Stunden braucht er, um mit der Bahn zu seinem Arbeitsplatz zu kommen. Vorher steigt er sogar noch auf sein Rad, um von Cappenberg zum Lüner Hauptbahnhof zu fahren.

„Ich nutze die Zeit schon als Arbeitszeit und kann Dinge organisieren“, so Langer. Ein Umzug für den Job kommt für den 41-Jährigen nicht infrage: „Ich arbeite gerne in der Stadt und lebe auf dem Land.“ Doch auch der gute Kontakt zu seinen Nachbarn und sein Ehrenamt als Flüchtlingshelfer beim Verein Hand-in-Hand sei für ihn eine Herzensangelegenheit. „Und meine beiden Kinder sehe ich trotz der Pendelei viel.“

Zahl der Einpendler steigt

Allerdings pendeln nicht nur Leute aus Selm heraus, sondern es kommen auch immer mehr Leute zum Arbeiten nach Selm hinein. 100 Personen waren es 2015 mehr, als noch zwei Jahre zuvor.

„Auch bei uns in der Stadtverwaltung gibt es mehrere Kollegen, die aus anderen Städten zu uns pendeln“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Die waren allerdings nicht zu sprechen. Knapp 4500 Einpendler kommen täglich nach Selm, um hier zu arbeiten. „Doch am Wichtigsten ist, dass man am Ende des Tages glücklich ist“, sagt Langer.

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