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Sportplatz an der Bahnhofstraße

So lief die Entschärfung der Fliegerbombe in Bork

BORK Auf dem ehemaligen Sportplatz an der Bahnhofstraße in Selm-Bork ist am Montag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Viele Anwohner mussten aus ihren Häusern. Bis die Bombe um 15.44 Uhr entschärft war. Hier können Sie die Ereignisse des Tages noch einmal nachlesen.

So lief die Entschärfung der Fliegerbombe in Bork

Am Nepomukweg in Bork wurde die Bombe gefunden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Bork wurde eine 250-Kilogramm-Bombe gefunden - auf dem ehemaligen Sportplatz.
  • Im Umkreis von gut 250 Metern mussten alle Menschen evakuiert werden.
  • Betroffen waren etwa 400 Menschen.
  • Der Zünder, der entschärft werden musste, befand sich am unteren Ende der Bombe in mehr als drei Meter Tiefe.
  • Die erfolgreiche Entschärfung dauerte von 15.15 bis 15.44 Uhr.

Erstmeldung, 12.21 Uhr:

Bei der Bombe handelt es sich um eine englische 250-Kilogramm-Bombe mit Heckaufschlagzünder.

Für die Entschärfung muss der Bereich um die Bombe in einem Radius von 250 Metern evakuiert werden. Circa 400 Bürger sind direkt von der Evakuierung betroffen, dazu kommen Teile des Gewerbegebietes Dieselweg und ein Kindergarten.

Die Stadt Selm kündigt an, dass es Lautsprecher-Durchsagen zur Evakuierung geben soll - nach der Straßensperrung des entsprechenden Bereiches. Umleitungen werden ebenfalls ausgeschildert.

Anschließend ziehen Mitarbeiter von Haus zu Haus, um herauszufinden, ob tatsächlich alle ihre Häuser verlassen haben.

Die Turnhallen der Grundschule und der Hauptschule stehen als Ausweichquartier zur Verfügung. Die Kinder aus dem Kindergarten werden in einer anderen Kindertages-Einrichtung untergebracht.

Für Anfragen von Bürgern hat die Stadt Selm eine eigene Telefonnummer eingerichtet: 02592 69125.

Update 13.30 Uhr:

Die Vorbereitungsarbeiten laufen. Volker Lenz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe ist zuversichtlich, dass er auch diese Bombe entschärfen kann. Das Problem: Die Bombe hat einen Heckzünder - und der steckt am unteren Ende im Erdreich, in mehr als drei Metern Tiefe.

Daher musste die Fachfirma Tauber aus Münster anreisen und den Bereich um die Bombe dreieinhalb Meter tief freilegen. 

Entschärfung einer Fliegerbombe in Bork

250 Kilogramm wiegt diese englische Fliegerbombe.
250 Kilogramm wiegt diese englische Fliegerbombe.
Den Zünder hat Volker Lenz vorsorglich ausgebaut.
Glücklich kehrten die Anwohner des Nepomukweg zu ihren Häusern zurück.
Anwohner Karl-Heinz Ambrosi bedankt sich bei Kampfmittelbeseitiger Volker Lenz für dessen Arbeit.
Sieht zwar für Laien nicht so aus, aber Volker Lenz bezeichnet den Zustand der Bombe als "gut erhalten".
Mitarbeiter der Firma Tauber schütten das Loch, das zur Bombenbergung gegraben worden war, wieder zu.
Entspannte Gespräche nach getaner Arbeit.
Direkt an der Zufahrt zum Nepomukweg ist die Fliegerbombe gefunden worden.
Experten vom Kampfmittelbeseitugungsdienst und von der Fachfirma Tauber kümmen sich darum, dass die Bombe entschärft und dann geborgen werden kann.
Experten vom Kampfmittelbeseitugungsdienst und von der Fachfirma Tauber kümmen sich darum, dass die Bombe entschärft und dann geborgen werden kann.
Experten vom Kampfmittelbeseitugungsdienst und von der Fachfirma Tauber kümmen sich darum, dass die Bombe entschärft und dann geborgen werden kann.
Experten vom Kampfmittelbeseitugungsdienst und von der Fachfirma Tauber kümmen sich darum, dass die Bombe entschärft und dann geborgen werden kann.
Der Ortskern Borks ist nicht weit von der Bombenfundstelle entfernt.
Die Kinder der Kindertageseinrichtung St. Marien wurden kurzfristig in der Kita St. Stephanus untergebracht.
Die Kinder der Kindertageseinrichtung St. Marien wurden kurzfristig in der Kita St. Stephanus untergebracht.
Mitarbeiter der Stadtwerke sperrten die betroffenen Straßen ab. Der Radius um die Bombenfundstelle beträgt etwas mehr als 250 Meter.
Mitarbeiter der Stadtwerke sperrten die betroffenen Straßen ab. Der Radius um die Bombenfundstelle beträgt etwas mehr als 250 Meter.
Mitarbeiter der Stadtwerke sperrten die betroffenen Straßen ab. Der Radius um die Bombenfundstelle beträgt etwas mehr als 250 Meter.
Mitarbeiter der Stadtwerke sperrten die betroffenen Straßen ab. Der Radius um die Bombenfundstelle beträgt etwas mehr als 250 Meter.
Die Kinder der Kindertageseinrichtung St. Marien wurden kurzfristig in der Kita St. Stephanus untergebracht.
In der Hauptschule kamen Anwohner der von der Evakuierung betroffenen Straßen unter. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes Selm kümmerten sich um sie.
Karl-Heinz Ambrosi wohnt direkt neben der Bombenfundstelle. Auch er trug sich in die Anwesenheitsliste des DRK in der Hauptschule ein.
In der Hauptschule kamen Anwohner der von der Evakuierung betroffenen Straßen unter. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes Selm kümmerten sich um sie.
Für alle Fälle standen Stadtwerkemitarbeiter auch auf dem Schulhof der Grundschule Auf den Äckern bereit.

Insgesamt sind für die Entschärfung drei Stunden veranschlagt worden. Zu einem genauen Zeitpunkt lässt sich allerdings noch nichts sagen, weil zunächst die Evakuierung ansteht.

Leer ist jedenfalls jetzt schon die Kita St. Marien. Einige Kinder konnten früher von den Eltern abgeholt werden. 21 Mädchen und Jungen mussten mit den Erzieherinnen umziehen in die Kita St. Stephanus in Bork, die nicht im Evakuierungsradius liegt, sondern im Borker Ortskern.

Wie ist man überhaupt darauf gekommen, dass an dieser Stelle eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg liegt? Experten hatten Luftbilder ausgewertet und von der Möglichkeit erfahren, das könne der Fall sein. Probebohrungen ergaben dann: Ja, da ist eine Fliegerbombe.

Update 14.42 Uhr:

Mittlerweile kommen die ersten Anwohner zur Hauptschule an der Waltroper Straße. Dort hat die Stadt Selm als Ordnungsbehörde eine Evakuierungsstelle eingerichtet, betreut von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes Selm unter Leitung von Ludger Westrup.

Gelegenheit, mit direkten Anwohnern der Bombenfundstelle zu sprechen. „Ich war ganz schön überrascht, als ich die Information bekam, dass eine Bombe gefunden worden ist und wir eventuell unsere Wohnung verlassen müssen“, sagte Karl-Heinz Ambrosi dem Reporter.

Angst? „Nein“, sagt der Senior. Respekt, den das Haus, in dem er wohnt, steht nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt. Ein anderer Anwohner bleibt ebenfalls gelassen: „Ich habe früher auf der Polizeischule gearbeitet. Da gab es alle Nase lang einen Bombenfunde.“ Grund:  Weil ja die ehemalige Munitionsfabrik eines der meist gesuchten Ziele für Bombenangriffe zum Ende des Zweiten Weltkrieges war.

Die beiden Männer und die anderen Anwohner, die zur Hauptschule kommen, müssen sich mit Name, Adresse und Angabe des Geburtsdatums registrieren lassen. Damit die Stadt einen Überblick bekommt.

Unterdessen scheinen nicht alle Anwohner bereit zu sein, ihre Wohnungen zu verlassen. Unser Reporter hat erfahren, dass einige Bewohner eines Straßenzuges im Evakuierungsradius erst mal auf eigene Gefahr in ihren Wohnungen bleiben wollen.

Die Stadt hat jedenfalls veranlasst, dass fünf Teams aus allen Abteilungen der Stadtverwaltung durch die Straßen gehen und die Bewohner auffordern, ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen.  Die Polizei unterstützt sie dabei. Und Lautsprecherdurchsagen in den Straßenzügen wie Bahnhofstraße, Kolpingstraße oder Josef-Mersmann-Weg und Sophie-Scholl-Weg sollen mit dazu beitragen, dass möglichst niemand mehr im betroffenen Gebiet ist, wenn die Bombe entschärft wird.

Knapp außerhalb des Radius liegt übrigens die Bahnlinie Dortmund-Enschede. Die Züge müssen also nicht stillstehen.

Update 15.15 Uhr:

Jetzt, also um 15.15 Uhr, soll die Entschärfung laut Stadtsprecher Malte Woesmann beginnen. Wie lange es dauern wird, ist noch nicht abzusehen. Alle Evakuierungsmaßnahmen seien seiner Kenntnis nach abgeschlossen.

Update 15.44 Uhr:

Die Bombe ist entschärft. Das Umfeld des Baugeländes ist wieder sicher. Das bedeutet: Die Anwohner dürfen zurück in ihre Häuser. Diese Info erhalten jetzt auch alle, die der Evakuierungsstelle Zuflucht gefunden hatten. Sowie diejenigen, die vor den Absperrungen gewartet hatten.

Update 17.00 Uhr:

Erleichtert kehren Karl-Heinz Ambrosi, Anwohner des Nepomukwegs, und die anderen Anwohner der Bombenfundstelle nach und nach in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Rund drei Stunden mussten sie wegen der Bombenentschärfung woanders verbringen. Ambrosi und Nachbarn waren in die Hauptschule gefahren und wurden dort vom DRK Selm betreut worden. Der erste Weg führte Karl-Heinz Ambrosi zu Kampfmittelbeseitiger Volker Lenz. Händeschütteln, Danke sagen: Gesten sagen mehr als Worte.

Es ist also alles gut gegangen. Obwohl Volker Lenz doch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wie er im Gespräch mit dem Reporter erzählte: „Hohes Grundwasser hat dazu geführt, dass ich kein Fernentschärfungssystem anwenden konnte, sondern direkt an der Bombe arbeiten musste.“ Er habe den Zünder mit Werkzeugen ausgebaut. Den sogenannten Detonator, der hinter den Zünder geschaltet ist und durch ihn ausgelöst wird, habe er manuell sprengen müssen. Die Bombe wird zum Zerlegebetrieb Hünxe gebracht. Der Sprengstoff wird laut Lenz verbrannt, der Bombenrohling werde der Wirtschaft wieder zur Verfügung gestellt. Voraussichtlich werde er eingeschmolzen.

Um die gesamte Aktion von der Sperrung über die Entschärfung bis hin zur Aufhebung der Sperrung und Evakuierung waren insgesamt 50 Menschen im Einsatz. Neben den Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes und der Firma Tauber waren das Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, des DRK und der Polizei, berichtet Stadtsprecher Malte Woesmann. Alles sei reibungslos verlaufen.

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