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Fußball

Zehn Thesen an Annika Reibetanz

Cappenberg Fußball ist noch immer eine Männerdomäne. Doch Annika Reibetanz zähmt die Herren. Sie ist Schiedsrichterin. Der Fußballkreis Unna-Hamm hat die Cappenbergerin für ihr Engagement geehrt.

Zehn Thesen an Annika Reibetanz

Annika Reibetanz ist Schiedsrichterin und pfeift auch die Herrenteams.

Die Cappenberger Schiedsrichterin Annika Reibetanz (20) ist am Dienstag im Rahmen der DFB-Aktion „Danke Schiri“ in Kamen-Kaiserau vom Fußballkreis Unna-Hamm für ihren Dienst an der Pfeife geehrt worden. Mitarbeiter Marvin Hoffmann hat mit Annika Reibetanz über ihren anstrengenden Job gesprochen und sie mit zehn Thesen konfrontiert.

1. Annika Reibetanz könnte sich vorstellen, irgendwann mal in der Bundesliga zu pfeifen.

Nein, kann ich mir nicht vorstellen. Der Weg dahin ist ein sehr, sehr schwere und es gelingt wirklich nur den wenigsten.

2. Das Vorbild von Annika Reibetanz ist Bibiana Steinhaus.

Ja, als Schiedsrichterin ist sie das – weil sie den schweren Weg geschafft hat und souverän die Spiele leitet. Bibiana Steinhaus macht einen wirklich guten Job als Schiedsrichterin in der Bundesliga.

3. In Deutschland greifen die Schiedsrichter mehr und öfter in das Spielgeschehen ein als in anderen Ländern.

Ja, das stimmt. Wir spielen teilweise einen anderen Fußball als im Ausland. Die Spielweise ist nicht unbedingt weicher – aber anders eben.

4. Annika Reibetanz kann sich gegenüber erfahrenen Fußballspielern nicht durchsetzen.

Das unterschreibe ich so nicht. Ich kann meine Meinung vertreten – auch wenn die Spieler älter sind, bin ich ja meist regelfester. Dann erkläre ich die Regel sachlich und meistens genügt das auch.

5. Gegen Männern kann sie sich nicht durchsetzen.

Nein, der Respekt voreinander ist eigentlich auf beiden Seiten gleich vorhanden. In den unteren Ligen kommen schon manchmal Fragen wie „Warum pfeift hier eine Frau?“. Vielleicht ändert sich dieses Verhalten aber noch irgendwann.

6. Viel lieber würde Annika Reibetanz eigentlich nur im Jugendbereich pfeifen.

Der Jugendbereich ist attraktiv, aber ich pfeife auch sehr gerne Erwachsene. Kinder gehen nicht so hart zum Ball und die diskutieren einfach gar nicht. Kinder respektieren den Schiedsrichter extrem.

7. Annika Reibetanz muss einen Assistenten am Spielfeldrand haben, weil sie strittige Situation nicht eigenverantwortlich bewerten will.

Wenn das der Fall sein sollte, dann darf man kein Schiedsrichter werden.

8. Wenn es regnet, steht Annika Reibetanz nicht gerne auf dem Platz.

Bei jedem Wind und Wetter ist das kein Problem!

9. Aber im Winter friert sie mehr als ihre männlichen Kollegen.

Nein. Gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.

10. Annika Reibetanz muss viele Schmähgesänge aushalten und wird oft beleidigt.

Das Problem haben alle. Egal ob Spieler, Betreuer oder Trainer. In der Bundesliga ist es normal, aber in den unteren Ligen sind halt weniger Zuschauer. Im Altkreis Lüdinghausen hat mal ein betrunkener Zuschauer gesagt: „Frauen gehören nicht auf den Platz, sondern an den Herd.“

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