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Frauen spielen Theater

Zwei Generationen auf Borker Bühne

Bork Nadine Brandt und Marlis Hamelmann spielen bei der katholischen Frauengemeinschaft Bork Sketche. Das ist aber schon fast die einzige Gemeinsamkeit. Die Zwei trennen 30 Jahre und 60 Auftritte. Gemeinsam lachen können sie dennoch, und nicht nur das.

Zwei Generationen auf Borker Bühne

Marlis Hamelmann (r.) und Nadine Brandt

Der Weg zur Bühne führt durch eine weiße Tür. Nadine Brandt und Marlis Hamelmann blicken durch den kleinen Schlitz ins Publikum und warten auf ihren Einsatz. Gleich geht es los. Erst betritt Hamelmann die Bühne, später dann Brandt. Die Beiden spielen in diesem Sketch Mutter und Tochter.

Es ist Freitag, der zweite Tag des „Bunten Nachmittags“ der Theatergruppe der kfd Bork. Die Gruppe gibt es schon seit 1981. Einmal im Jahr spielen sie an drei Tagen kleine Sketche für kfd-Mitglieder und Interessierte. Dazwischen gibt es Gedichte. Die 100 Karten für die Veranstaltungen sind an allen drei Tagen ausverkauft.

Das Publikum, hauptsächlich mit grauen und weißen Haaren, zu 98 Prozent weiblich, sitzt an weißen Tischen vor Kaffee und Kuchen.

Kampf gegen Nervosität
Nadine, lange blonde Haare und wache Augen, sticht mit ihren 18 Jahren aus der Gruppe heraus. Sie ist mit Abstand die jüngste von den 18 Mitgliedern, die die Theatergruppe zählt. Die Älteste ist 70 Jahre alt. Dieses Jahr steht Nadine für die Gruppe erstmals auf der Bühne. Warum sie mitmacht? Nadine überlegt nicht lange. Ihre Mutter spielt auch in der Gruppe mit. „Früher als Kind habe ich hier schon immer zugeguckt und die Vorhänge zugeschoben.“ Und jetzt steht sie eben auch auf der Bühne. Sie sei da so reingewachsen.

Im Gegensatz zu den anderen ist sie kein Mitglied bei der Frauengemeinschaft. Vorstellen könnte sie es sich. Aber nur, wenn sie auch in der Gegend wohnen bleibe. Gerade hat sie ihr Abitur gemacht, nun absolviert sie ihren Bundesfreiwilligendienst in einer Behindertenwerkstatt.

Ist sie nervös vor ihrem ersten Auftritt? „Definitiv“, sagt sie. „Aber es kann mir ja nichts passieren. Und wenn etwas passiert, dann ist es nur umso witziger für‘s Publikum.“

Anspruchsvollere Publikum

Marlis Hamelmann, 48 Jahre alt, ist 30 Jahre älter als Nadine und spielt schon seit 20 Jahren bei der Gruppe mit.

Auf 60 Auftritte kommt sie. Doch auch bei ihr ist die Aufregung nicht ganz verflogen: Doch was auch nach 60 Auftritt „Ein bisschen nervös bin ich immer“, sagt Hamelmann.

Merkt man einen Unterschied in 20 Jahren auf der Bühne? „Es ist einfach schwer, Leute immer wieder zum Lachen zu bringen“, sagt Hamelmann. „Ich habe das Gefühl, das Publikum ist anspruchsvoller geworden.“ Deshalb suche ihre Gruppe auch stets nach neuen Stücken. Das ist die Herausforderung. Doch der Spaß ist geblieben. Marlis Hamelmann ist an diesem Tag ständig auf den Beinen. Ruckzuck, hinter der Bühne ins nächste Kostüm schlüpfen, noch schnell die Bühnenkulisse umräumen und zwischendurch mal schauen, wie die anderen Mitspielerinnen beim Publikum ankommen. „Hier macht jeder Alles“, sagt sie. s.

Nadine sitzt zwischendurch im Probenraum, scherzt mit den Anderen, checkt mal ihr Handy oder redet mit ihrer Mutter. Und den Vorhang, den zieht sie noch immer auf.

Als eben jener Vorhang für die Beiden gefallen ist, atmen sie durch. Alles hat geklappt, das Publikum hat gelacht. Teilweise schallend.

Über sich selbst lachen

„Das“, sagt Marlis Hamelmann, und meint den Applaus und das Lachen „ist der Lohn für die ehrenamtliche Arbeit. Und, dass die Leute wiederkommen.“ Auch Nadine überlegt, wieder zu kommen und im nächsten Jahr auf der Bühne zu stehen, „wenn es zeitlich passt.“

„Manchmal fand ich es überraschend, wann die Leute gelacht haben“, sagt Nadine nach ihrem Auftritt, „ich habe den Witz ja schon oft gehört.“ Worüber sie selbst besonders lacht? Die 18-Jährige hat da eine ganz klare Antwort: „Ich mache gerne Witze über mich selbst, darüber kann ich am meisten lachen.“

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