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Landgericht urteilt milde

Haftstrafe bleibt 24-Jährigem gegen Auflagen erspart

Stadtlohn/Bocholt. Das Landgericht in Bocholt hat gestern eine vom Borkener Amtsgericht im Juni verhängte einjährige Haftstrafe gegen einen 24-jährigen Stadtlohner in eine dreijährige Bewährungsstrafe umgewandelt. Damit bleibt dem vorbestraften Betrüger der erneute Haftantritt erspart.

Haftstrafe bleibt 24-Jährigem gegen Auflagen erspart

Das Gericht folgte damit dem Antrag des Stadtlohner Anwalts des Angeklagten. Der Staatsanwalt blieb in seinem Antrag bei der Haftstrafe. Er wies auf das ohnehin milde Urteil des Borkener Amtsgerichts hin. Er schlug vor, die Strafe im offenen Strafvollzug durchzuführen, damit der 24-Jährige eine im August begonnene Ausbildung fortsetzen kann. Außerdem wollte der Staatsanwalt einen sogenannten „Titel“ erwirken. Damit sollte die Ausbildungsvergütung des jungen Mannes eingezogen werden, um die durch seine Straftaten entstandenen Schulden zu bezahlen.

Zweieinhalbjährige Haftstrafe

Der 24-Jährige wurde 2015 vorzeitig aus einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe entlassen. Er saß wegen mehrerer Körperverletzungsdelikte und Urkundenfälschung.

Noch bis zum nächsten Jahr hätte er unter Bewährungsauflagen gestanden. Ende 2016 beging der Stadtlohner dann eine Serie von Betrugsdelikten. So bestellte er einen Goldbarren und Kleidung, darunter für ein Fußballteam, unter falschem Namen. Die Waren ließ er sich an die Adresse seiner Oma liefern. Eine Frau aus Gescher, die der 24-Jährige überhaupt nicht kannte, erhielt die Rechnungen.

Die gestern geladene Bewährungshelferin berichtete, dass der Angeklagte seit der Anklageerhebung durch das Borkener Amtsgericht im Frühjahr wieder zu den regelmäßigen Terminen erschienen sei. Vorher sei das „eher schleppend“ gewesen. Sie wertete die begonnene Ausbildung als „Fundament für ein berufliches Leben“ und sah es als wichtig an, dass der 24-Jährige diese fortsetzen kann.

50 Stunden Sozialarbeit
„Er hat verstanden“, meinte der Anwalt des Angeklagten in seinem Plädoyer und wies auch auf eine positive Sozialprognose hin. Außerdem habe sein Mandant damit begonnen, seine Schulden zu bezahlen.

„Einfahren wäre die schlechteste Prognose“, begründete der Vorsitzende Richter das Urteil. Er äußerte die Hoffnung, dass der 24-Jährige tatsächlich verstanden hat und es schafft, seine Ausbildung zu beenden. Zum Urteil gehören auch 50 Stunden Sozialarbeit, die der Angeklagte leisten muss.

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