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Wirtschaft

Unternehmen TKS verlässt Stadtlohn

Stadtlohn Wieder wandert ein florierendes Unternehmen von Stadtlohn ab. Die Firma TKS Germany zieht 2019 nach Borken um. Der bisherige Firmensitz an der Industriestraße wird aber nicht verwaist zurückbleiben.

Unternehmen TKS verlässt Stadtlohn

TKS ist europaweit als Generalunternehmer bei der Renovierung von Hotels tätig. Jetzt zieht das Unternehmen von Stadtlohn nach Borken. Foto: Haag Foto: Albrecht Haag

In der europäischen Hotellerie hat sich TKS als Generalunternehmer in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen gemacht. TKS ist Spezialist für Hotelrenovierungen bei laufendem Betrieb „aus einer Hand“. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen europaweit einer der Marktführer, wenn es um schlüsselfertige Komplettlösungen geht.

Wurzel und Hauptsitz des Unternehmen liegen in Stadtlohn. Hier beschäftigt TKS rund 60 Menschen: Innenarchitekten, Architekten, Gebäudetechniker, Designer, Projektmanager und Kaufleute. Noch.

„Im Sommer 2019 wollen wir in unseren Neubau auf dem ehemaligen Kasernengelände in Borken einziehen“, bestätigte TKS-Geschäftsführer Uwe Christian Köhnen auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Der Grund: „Wir wollen weiter wachsen. Das geht an unserem jetzigen Standort in Stadtlohn nicht“, so Köhnen. Hinzu kommt: TKS ist an der Industriestraße nur Mieter, der Mietvertrag ist befristet.

Gab es keine Möglichkeit in Stadtlohn zu bleiben? Gab es hier kein passendes Gewerbegrundstück?

Darum hat sich das Unternehmen offenbar nicht bemüht. Aus strukturellen Gründen, wie Marketing-Leiter Tobias Böing erläutert. „Wir suchen neue Fachkräfte. Da liegt der Standort in Borken einfach attraktiver. Er liegt näher an der Autobahn und näher zum Ruhrgebiet.“

Die Bindung an Stadtlohn relativiert auch Geschäftsführer Uwe Christian Köhnen. „Wir sind kein klassischer Gewerbebetrieb, unser Geschäft ist international. Wir haben eine passende Lösung mit den passenden Rahmenbedingungen gesucht und in Borken gefunden.“ Ein Großteil der TKS-Mitarbeiter stamme ohnehin nicht aus Stadtlohn, sondern aus der ganze Region.“ Hätte die Stadt Stadtlohn sich mehr um das Unternehmen und seinen Verbleib in Stadtlohn kümmern müssen? „Nein“, sagt Uwe Christian Köhnen, „die Stadt Stadtlohn hat keine Fehler gemacht. Da gibt es von unserer Seite überhaupt keinen Vorwurf.“

Drei Firmen wollen gehen

Zum TKS-Partnernetzwerk gehören zahlreiche namhafte Unternehmen mit über 600 Fachkräften im Westmünsterland und in ganz Europa. Diese Kooperationen bleiben vom Umzug von Stadtlohn nach Borken unberührt. Allerdings verliert Stadtlohn mit TKS ein Unternehmen mit 60 Arbeitsplätzen und einem jährlichen Umsatzvolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Und es ist bereits das dritte.

Im Januar 2017 hatte die Firma Sicon (120 Arbeitsplätze/36 Millionen Euro Jahresumsatz) angekündigt, nach Gescher abzuwandern.

Im Oktober kündigte das Unternehmen Döpik (35 Arbeitsplätze/10 Millionen Euro Jahresumsatz) ebenfalls den Umzug nach Gescher an.

Gebäude wird weiter genutzt

Die TKS-Büros an der Industriestraße in Stadtlohn werden nach dem Auszug im Sommer 2019 nicht lange leerstehen. Die Immobilie ist Eigentum der Familie Tenbrink, die nach dem Verkauf der Tenbrink-Gruppe vor zehn Jahren längst wieder mit den Unternehmen Tenbrink Ladeneinrichtungen und Tenbrink Hotelplan unternehmerisch tätig – „expansiv und erfolgreich“, so Geschäftsführer Winfried Tenbrink.

Die beiden Tenbrink-Unternehmen sind ebenfalls an der Industriestraße ansässig, und zwar auf der anderen Straßenseite, vis-à-vis zu TKS. „Es war immer unsere Absicht, auch das vermietete Gebäude auf Dauer wieder selbst zu nutzen“, sagt Winfried Tenbrink.

Die Firma Tenbrink Hotelplan zählt zurzeit 20 Mitarbeiter, Tendenz steigend. „Wir sind auf einem deutlichen Wachstumskurs“, sagt Winfried Tenbrink. Hat Tenbrink Hotelplan das gleiche Geschäftsfeld wie TKS? Diese Frage verneinen die Geschäftsführer beider Unternehmen. TKS sei eher technisch orientiert, während der Schwerpunkt von Tenbrink Hotelplan eher im Einrichtungsbereich liege.

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