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Besondere Benefiztour

Zehn Jahre quälen für den guten Zweck

STADTLOHN Sie haben es wieder getan: 236 Kilometer auf dem Fahrradsattel zurückgelegt. An einem Tag. Von Stadtlohn nach Norddeich an der Nordseeküste. 21 Stadtlohner haben die „Quäl-Dich-Tour“ hinter sich gebracht. Einige von ihnen zum zehnten Mal.

Zehn Jahre quälen für den guten Zweck

Gute Laune trotz großer Anstrengung bei der Quäl-Dich-Tour 2017.

Los ging es eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang, wie immer am Feiertag Fronleichnam. 21 Männer in royalblauen Trikots und den passenden Radlerhosen schwangen sich auf ihre Fahrräder. 236 Kilometer durchs Münsterland, Emsland und Ostfriesland lagen vor ihnen. Die Route über Rheine, Meppen und Emden kennen die Männer inzwischen aus dem Effeff.

Zehn Jahre Quäl-Dich-Tour

Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2008
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2009
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2010
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2011
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2012
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2013
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2014
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2015
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2016
Das Team der Quäl-Dich-Tour im Jahr 2017
Dieter Boll fuhr die Quäl-Dich-Tour 2017 wie vor zehn Jahren mit dem Hollandrad.
Gute Laune trotz großer Anstrengung bei der Quäl-Dich-Tour 2017.

In diesem Jahr stand die Tour unter einem besonderen Motto: Zehn Jahre quälen für den guten Zweck. Angefangen hatte alles im Jahr 2007. Dieter Boll, Michael Völker, Ralf Ottinger und Norbert Wansing suchten eine sportliche Herausforderung. An zwei Tagen fuhren sie mit dem Rad von Stadtlohn bis nach Düsseldorf. „Das war klasse, da waren sich hinterher alle einig. Die Herausforderung Düsseldorf war uns dann aber nicht mehr genug“, erzählt Ralf Ottinger.

Eine neue Challenge musste her – und war schnell gefunden: an einem Tag mit dem Rad auf Zeit nach Norderney fahren. „Viele Freunde und Bekannte hielten das zu diesem Zeitpunkt für nicht machbar“, erinnert sich Ottinger. „Wir sind ja alles Hobbysportler.“

Hobbysportler mit Ausdauer

Ziemlich zähe Hobbysportler, wie sich bald herausstellen sollte. Zwölf Mann absolvierten 2008 die erste Quäl-Dich-Tour, verbunden mit erheblicher Anstrengung und dem ein oder anderen kleinen Zusammenbruch. Letztlich schafften es alle ins Ziel, den Hafen in Norddeich, von wo es mit der Fähre weiter nach Norderney geht. „Da lagen wir uns erst mal alle minutenlang in den Armen“, blickt Ottinger zurück.

Schnell kamen die sportbegeisterten Freunde auf die Idee, für jeden gefahrenen Kilometer Geld für den guten Zweck zu sammeln. Sie traten an Unternehmen heran und rannten mit ihrem Vorschlag zahlreiche offene Türen ein. „Viele Firmen waren angetan von der Idee und sofort dabei“, sagt Ralf Ottinger. Die Quäl-Dich-Tour entwickelte anschließend ihre ganz eigene Dynamik. Jahr für Jahr wuchs nicht nur das Fahrerfeld, sondern auch die Anzahl der Spender und somit auch die Spendensumme.

Wer 300 Euro oder mehr gibt, kann sein Logo auf das Trikot der Radsportfreunde drucken lassen. Über 60 Firmen und Privatpersonen unterstützen die Radler. Das gesammelte Geld geht zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen.

Aufmerksamkeit für Hilfsorganisationen schaffen

Einen Teil erhält seit jeher die Dieter-Bauer-Stiftung in Südlohn. Die 2003 gegründete Stiftung verfolgt das Ziel, die Krebs- und Mukopolysaccharidosen (MPS)-Forschung voranzutreiben. MPS sind seltene, angeborene Stoffwechselkrankheiten. Zu den von Beginn an Begünstigten gehört auch der Förderverein der Hospizbewegung Stadtlohn. Der Verein hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Menschen so aus- und weiterzubilden, dass sie in die Lage versetzt werden, Schwerstkranke eigenverantwortlich außerhalb eines Hospizes zu begleiten.

Seit 2008 unterstützen die Sportfreunde auch den Stadtlohner Verein „Aktion Kind“, der sich für Kinder mit Behinderung oder schwerer Krankheit einsetzt. „Uns geht es neben der finanziellen Unterstützung vor allem auch darum, Aufmerksamkeit für die Organisationen und ihre Tätigkeiten zu schaffen“, sagt Matthias Geuking, der die diesjährige Tour mit absolviert hat.

Schon fast 100.000 Euro gespendet

Mehr als 20.000 Euro sind allein im Jubiläumsjahr 2017 zusammengekommen. Die Bestmarke aus dem Vorjahr (16.800 Euro) wurde damit locker geknackt. „Wir gehen davon aus, dass bis Anfang September, wenn der Scheck übergeben wird, noch etwas dazukommt“, so Geuking. Die gesamte Spendensumme aus zehn Jahren bewege sich inzwischen Richtung 100.000 Euro.

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