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Ökumene am Reformationstag

Im christlichen Einklang

SÜDLOHN Die Botschaft des Glaubens kann Grenzen überschreiten. Wenn sie sich zudem der Sprache der Musik bedient, lässt sich das in besonderer Weise erfahren.

Im christlichen Einklang

Dr. Tamás Szöcs an der Orgel der evangelischen Kirche in Oeding(4) Meisel-Kemper Foto: MEISEL-KEMPER

Es war kein „normaler“ ökumenischer Gottesdienst, der am Vorabend des Reformationsfestes in der evangelischen Johannes-Kirche in Oeding durch den katholischen Pfarrer Stefan Scho und seine evangelische Kollegin Pfarrerin Christa Stenvert zelebriert wurde. Im Mittelpunkt standen weder eine Predigt noch das Abendmahl, sondern die Musik der Reformation, die Martin Luther vor 500 Jahren entscheidend mitgeprägt hatte.

Dr. Tamás Szöcs, Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, führte die Besucher in die Thematik ein. Das Vorwort des sogenannten Babstschen Gesangbuchs von Martin Luther stellte Szöcs voran, in dem sich Luther zur Kirchenmusik als tragender Säule eines jeden Gottesdienstes äußerte. „Singet dem Herrn ein neues Lied. Singet dem Herrn alle Welt. Denn Gott hat unser Herz fröhlich gemacht durch seinen lieben Sohn“, heißt es dort.

Aufruf zum Singen

„Luther ruft uns damit auf zum Singen. Das Gesangbuch wurde 1545 von Valentin Babst in Leipzig mit ausdrücklicher Erlaubnis von Luther veröffentlicht mit deutschsprachigen geistlichen Liedern“, erläuterte der gebürtige Kirchenmusiker, der aus Siebenbürgen stammt. „Luther hat uns gelehrt, die Texte des Alten Testaments mit den Augen eines Christenmenschen zu lesen“, ergänzte er.

Was danach im Gottesdienst folgte, war ein eindringliches Beispiel für Kirchenmusik, die von vielen hervorragenden Komponisten nach dem lutherischen Vorbild geprägt wurde. Szöcs spielte an der kleinen Orgel vor dem Gemeindegesang ein Vorspiel. Das Choralvorspiel von Johann Pachelbel zu dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“, das Luther nach dem Psalm 46 geschrieben hat, hat sich als das Lied der Reformation in die Köpfe vieler eingeprägt. Auch in diesem ökumenischen Fest gehörte es ins Repertoire der Lieder, bei denen die Gemeinde nach dem Orgelvorspiel mit sang.

„Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“, nach dem Psalm 130 entstanden, wurde von einem Anonymus im 17. Jahrhundert vertont. Nach der Lesung des „Magnificat“ aus Lukas 1, 46-55, durch Scho sang die Gemeinde „Mein Seel’, o Herr muss loben dich“.

Im Gesang und im Glauben vereint
Nach dem Fürbittengebet, in dem um die Erhaltung der Schöpfung, um Frieden und Gerechtigkeit gebetet wurde, wurde ein weiteres Lied gesungen, in dem der Text nach Matthaus 6,9-13, von Martin Luther 1539 geschrieben wurde. „Vater unser im Himmelreich“ war dieses Lied, das noch einmal alle Christen im Gesang und im Glauben an diesem Abend vereinte. Danach gingen die rund 50 Gottesdienstbesucher zusammen ins evangelische Gemeindehaus zum geselligen Ausklang eines besonderern Gottesdiensterlebnisses – mit Getränken und Fingerfood.

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