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Verschiedene Positionen

Entscheidung über Gesamtschule in Vreden rückt näher

Vreden Verschiedene Positionen gibt es zum Vorschlag der Bezirksregierung, die Sekundarschule zur Gesamtschule umzuwandeln. Wir haben sie zusammengefasst.

Entscheidung über Gesamtschule in Vreden rückt näher

Wie würde sich eine Gesamtschule auf das Gymnasium Georgianum auswirken? Diese Frage wird seit Wochen in Vreden diskutiert.Foto Gehring Foto: Markus Gehring

Stellungnahmen und Leserbriefe, Positionspapiere, eine Online-Petition und jede Menge Gerüchte, die sich trotz aller Bemühungen der offiziellen Stellen nicht abstellen lassen: Kaum ein anderes Thema hat die Vredener in der jüngsten Vergangenheit so bewegt wie die Frage, ob die Sekundarschule in eine Gesamtschule umgewandelt werden soll. Wer steht wo? Welche Argumente führen Befürworter und Gegner eines solchen Schritts ins Feld? Mit diesen Fragen müssen sich nun vor allem die Politiker auseinandersetzen. Denn auch wenn die Tagesordnung für die nächste Sitzung des Bildungsausschusses noch nicht öffentlich gemacht worden ist – dass der Punkt Sekundarschule/Gesamtschule eine große Rolle spielen wird, ist sicher. Denn am Fahrplan für die Entscheidungsfindung hat sich noch nichts geändert: Der Ausschuss tagt am Dienstag 14. November, ab 18 Uhr im Rathaus – und diskutiert offiziell über die Frage, die seit Mitte des Jahres für Vreden im Raum steht.

Wer hat im Vorfeld welche Position dazu bezogen? Wir fassen die wichtigsten Argumente und Standpunkte der einzelnen beteiligten Gruppen zusammen.

Die Sekundarschule: Sie hat die Frage nach ihrer eigenen Weiterentwicklung aufgegriffen, nachdem das Thema von der Bezirksregierung in Münster angestoßen worden war. Die Schule verzeichnet seit ihrer Gründung steigende Anmeldungen, die deutlich über der Mindestgröße für Gesamtschulen läge. Die Eltern der Sekundarschüler zeigten eine Präferenz für ein Schulangebot, das alle Schulabschlüsse ohne Schulwechsel ermögliche. Der Weg zur Gesamtschule sei nur noch jetzt über den einfacheren Weg der Umwandlung möglich, weil sich die Schule noch im Aufbau befinde. Eine Kooperation mit dem Gymnasium Georgianum könne für eine insgesamt breit gefächerte Oberstufen-Landschaft in Vreden sorgen.

Das Gymnasium: Das Georgianum verweist auf die Schülerzahlen. Weil nur von 100 Abiturienten in Vreden auszugehen sei, reiche das nicht für zwei Oberstufen aus. Ansonsten drohe ein Konkurrenzkampf, ebenso ein weniger attraktives Kursangebot und damit die Gefahr einer Abwanderung von Schülern nach Ahaus. Bliebe die Sekundarschule bestehen, könnten alle angehenden Abiturienten hingegen von einem breit aufgestellten Kursangebot der gymnasialen Oberstufe profitieren. Das könne den Schulstandort Vreden stärken und ihn konkurrenzfähig machen gegenüber den Nachbargemeinden.

Die Elternschaft der Sekundarschule: Eine Umfrage unter den Eltern der Schule hat gezeigt, dass 75 Prozent die Weiterentwicklung zur Gesamtschule befürworten würde. Die Schulpflegschaft leitet daraus den Auftrag ab, sich für dieses Ziel einzusetzen. Eine Gesamtschule eröffne allen Schülern alle Abschlüsse ohne Schulwechsel. Auch Spätentwickler könnten dort ihre Chancen auf den bestmöglichen Abschluss wahren. Weitere Argumente für eine Gesamtschule seien ein anderes pädagogisches Konzept und eine stärkere Berufsorientierung. Ausdrücklich sprechen sich die Eltern für eine Zusammenarbeit mit dem Gymnasium aus, damit ein möglichst breites Angebot geschaffen werden könne.

Die Elternschaft des Gymnasiums: Sie hat ihrer Haltung mit einer Online-Petition Nachdruck verliehen, die inzwischen 1648 Unterzeichner gefunden hat. Die Eltern sehen durch eine Gesamtschule den Bestand des Gymnasiums gefährdet. Die Schülerzahlen seien für zwei getrennte Oberstufen zu niedrig, die Fragen einer Kooperation ungelöst, die Konkurrenzsituation insbesondere zu Ahaus würde sich verschärfen, gute Lehrkräfte abwandern. Bessere Perspektiven für beide Schulen biete die Beibehaltung der jetzigen Schulformen. Der Erhalt des Georgianums sei aus vielen Gründen wichtig für Vreden.

Die Stadtschulpflegschaft: Sie fordert mehr Zeit, um über die Frage einer Gesamtschule in Ruhe diskutieren zu können. Als Grundlage dafür könne ein fachmännisches Gutachten diene. Grundsätzlich dürfe von einer Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule keine Gefährdung für das Gymnasium ausgehen.

Die Parteien: Wie die einzelnen Ratsfraktionen sich zum Thema Gesamtschule stellen werden, lässt sich aktuell noch nicht vorhersagen. Deutlich wurde bislang jedoch, dass der Erhalt des Georgianums fraktionsübergreifend ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidungsfindung darstellt.

Die Stadtverwaltung: Sie versteht sich in dieser Frage offensichtlich als moderierender Faktor. Offiziell haben die Vertreter der Verwaltungsspitze immer wieder betont, dass es keinerlei Vorentscheidung für die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule gegeben habe. Sie wollten damit nicht zuletzt anderslautenden Gerüchten entgegentreten. Dazu hatte es noch im September ein Treffen im Rathaus gegeben, bei dem die Schulleitungen von Gymnasium und Sekundarschule teilnahmen. Die Botschaft lautete: keine Existenzgefährdung des Gymnasiums, Entscheidung erst im Stadtrat nach Vorberatung im Bildungsausschuss.

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