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Rat lehnt Gutachten ab

Keine politische Mehrheit für Gesamtschule

Vreden Der Rat hat entschieden: Die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule ist vom Tisch. Auch ein Gutachten, wie es die UWG-Fraktion beantragt hatte, soll nicht in Auftrag gegeben werden. Zumindest vorerst.

Keine politische Mehrheit für Gesamtschule

Der Rat hat entschieden: Die Idee der Umwandlung der Sekundarstufe in eine Gesamtschule wird nicht weiter verfolgt. Auch ein Gutachten soll es erst einmal nicht geben, damit Ruhe in die Schullandschaft Vredens kommt. Foto: Markus Gehring

Ganze 24 Punkte standen am Dienstagabend auf der Tagesordnung zur öffentlichen Sitzung des Rates in Vreden. Der bei Weitem kontroverseste Punkt war die Weiterentwicklung der Sekundarschule, über die an diesem Abend entschieden werden sollte. Auch den Antrag der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), einen Gutachter zum Thema „Entwicklung der Schullandschaft in Vreden“ zu bestellen, haben die Ratsmitglieder recht ausdauernd diskutiert.

Das Thema Sekundarschul-Umwandlung habe die Schullandschaft genug aufgerüttelt, es sei Zeit, dass Ruhe einkehre, machte Bürgermeister Christoph Holtwisch die Position der Verwaltung deutlich. Zusammen mit dem Ersten Beigeordneten Bernd Kemper forderte Holtwisch die Ratsmitglieder auf, dafür zu stimmen, die Umwandlung der Schule in eine Gesamtschule nicht weiter zu verfolgen. Schließlich sei von Beginn an klar gewesen, dass die Weiterentwicklung nicht infrage käme, wenn durch sie das Gymnasium gefährdet würde. Diese Gefährdung bestehe, da die Schülerzahlen nicht für zwei Oberstufen ausreichten.

„Starke Lobby“
Dagegen liefen vor allem die Sozialdemokraten und die UWG Sturm. „Wir befürworten die Weiterentwicklung zur Gesamtschule. Die Entwicklungen sind so, dass es ohnehin zu einer Gesamtschule kommen wird“, sagte Reinhard Laurich (SPD). Weiter sagte Laurich, er hoffe, dass die Haltung der CDU-Fraktion nicht durch die „starken Lobby“ des Gymnasiums begründet sei.

Zusammen haben CDU, FDP und Grüne sich mit einer Mehrheit von 23 Stimmen gegen SPD und UWG (10 Stimmen) durchgesetzt. Damit ist es offiziell: Die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule ist vom Tisch.

Ausdauernde Debatte

Auch das zweite Thema – der Antrag auf ein Gutachten für die Vredener Schullandschaft – erregte die Gemüter. Die UWG hatte das Gutachten beantragt, da sie sich „Handlungsempfehlungen“ und damit eine „Entemotionalisierung“ der Debatte erhoffe. Ein Gutachter könne als Schlichter wirken. Kampshoff: „Wir brauchen eine klare Einordnung, sonst ziehen andere Schulstandorte an Vreden vorbei.“

Das bezweifelte Heinz Gewering (CDU), der das bisherige Schulsystem erhalten sehen will. „Wir lehnen ein Gutachten nicht grundsätzlich ab“, sagte er, zeitnah solle es aber keines geben. „Es muss Ruhe einkehren.“

Wenig Verständnis

Elmar Kampshoff, der Vorsitzende der UWG-Fraktion im Rat, zeigte sich wenig verständnisvoll. „Sie trauen sich nicht, die heilige Kuh Gymnasium anzutasten“, warf er den Gegnern des Gutachtens vor.

Bürgermeister Holtwisch warnte vor einer Verkürzung der Diskussion: Ein Gutachten jetzt in Auftrag zu geben bedeute, dass das Gutachten zu sehr von der Weiterentwicklungsdiskussion getragen werde. Auch die FDP positionierte sich gegen ein zeitnahes Gutachten – anders als die Grünen. „Wir stimmen ausdrücklich nur gegen die Umwandlung der Sekundarschule“, betonte Gerd Welper (Grüne). Seine Partei unterstütze den Antrag auf das Gutachten, da schnelle Antworten hermüssten.

Gegen die 18 Nein-Stimmen von FDP und CDU kamen SPD, Grüne und UWG (13 Stimmen) nicht an. Dennoch wird ein Gutachten wohl früher oder später fällig werden.

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