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Situationsbericht im Sozialausschuss

Trotz Lage an der Grenze keine echte Drogenszene

VREDEN Auch wenn in Vreden genauso viel oder wenig gekifft wird wie in anderen Orten: Eine besondere Drogenproblematik oder gar eine regelrechte offene Szene sehen die Experten in der Widukindstadt nicht. Das ist die Botschaft, die die Mitglieder des Sozialausschusses aus der Sitzung am vergangenen Dienstag mitnehmen konnten.

Trotz Lage an der Grenze keine echte Drogenszene

Eine regelrechte Drogenszene scheint es in Vreden zwar nicht zu geben. Doch der Konsum von Cannabis spielt wie anderorts auch in der Widukindstadt eine Rolle. Foto: picture alliance / Oliver Berg/d

Ein Situationsbericht über den Drogenmissbrauch in Vreden stand dort auf der Tagesordnung. Denn dass es einen solchen gibt, sei unstrittig, meinte Erster Beigeordneter Bernd Kemper. Doch welches Ausmaß besitzt der Konsum illegaler Drogen? Jedenfalls kein größeres als in vergleichbaren anderen Orten. Darin stimmten die Fachleute von Polizei, Kreis und Jugendwerk überein, die in der Sitzung Stellung dazu bezogen. „Vreden weicht da statistisch betrachtet nicht nach oben oder unten ab“, erklärte Hans-Jürgen Resing vom Bezirksdienst der Polizei in Ahaus.

Er nannte Zahlen: 35 aktenkundige Fälle habe es im Jahr 2016 in Vreden gegeben, bei denen Drogen im Spiel waren. „Das sind Kontrolldelikte“, machte der Beamte klar. Will heißen: Immer wieder gehen der Polizei durch die Grenznähe Vredens Autofahrer ins Netz, die aus den Niederlanden kommen und illegale Drogen an Bord haben, zumeist Cannabis. Meist handle es sich dabei um überortliche Reisende, so Resing. In Vreden selbst könne man eigentlich nicht von einer Drogenproblematik sprechen: „Aktuell haben wir hier keine größeren Auffälligkeiten.“ Gestiegen sei allerdings die Zahl der Fälle, in denen sich Autofahrer unter dem Einfluss von Drogen ans Steuer setzen. Moderne Methoden machten es den Beamten heute leichter, dies festzustellen.

Anderer Eindruck in der Bevölkerung

Dass in der Bevölkerung ein anderer Eindruck vom Drogenproblem in der Stadt herrsche als sich tatsächlich an den Fakten festmachen lasse, verdeutlichte Rosings Kollege Thomas Beuting, Bezirksdienst Vreden. Natürlich höre man vieles, sagte der Vredener: „Es wird eine Menge erzählt.“ Doch der Drogenkonsum stelle sich eher als gesamtgesellschaftliches denn als spezielles Vredener Problem dar: „Konsumiert wird.“ Gerade das Kiffen geschehe immer offener.

Josef Rolvering vom Kreis Borken ergänzte die Darstellung der beiden Polizeibeamten. Er sagte aus der Perspektive des Jugendamtes: „Es gibt keine besonders gravierenden Zahlen für Vreden, auch nicht bei der Drogenkriminalität.“ Rolvering wusste zu berichten, dass das Thema Cannabis zwar generell eine immer größere Rolle spiele: „In Zahlen bildet sich das aber noch nicht ab.“

Markus Funke vom Jugendwerk vervollständigte den Situationsbericht zum Drogenmissbrauch in Vreden: „Es ist hier nicht so wild wie manche glauben.“ Was beim Cannabis allerdings ein Problem erzeuge, ist der Wirkstoff THC: Sein Gehalt habe sich in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Generell gelte beim Cannabis: „Viele probieren es aus, hören aber auch schnell wieder damit auf.“ Nicht vergessen werden sollte bei der Diskussion die Rolle, die die legale Droge Alkohol spiele. „Die in Gesprächen gefühlte Wirklichkeit ist offensichtlich eine andere als die tatsächliche“, meinte Bernd Kemper: „Das ist beruhigend zu wissen.“

Thomas Beuting und Markus Funke wiesen noch auf etwas hin, das bei jungen Leuten eine abschreckende Wirkung entfalten kann: Wer unter Drogen erwischt wird, hat es später gar nicht so leicht, wenn er einen Führerschein machen will: Er muss erst mal die Zweifel an der Eignung zum Autofahren ausräumen…

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