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Meine Meinung

Black Friday - Ein schwarzer Tag

Werne Von „Cyber Monday Week“ bis „Black Freuday“: Die Rabattschlacht beginnt neuerdings schon vor dem Weihnachtsgeschäft. Unser Redakteur Daniel Claeßen fragt sich: „Ist das euer Ernst?“

Black Friday - Ein schwarzer Tag

Der „Black Friday“ wird auch in Deutschland immer beliebter: Händler bieten an diesem Tag besondere Rabatte an. Foto: dpa

Heute ist Schwarzer Freitag. Aber keine Angst: Ihr Geld ist am Abend noch genauso wenig wert wie am Morgen. Der „Schwarze Freitag“ von 1929 war eigentlich ein Donnerstag, denn da brachen in den USA die Börsen zusammen. Zu dem Zeitpunkt war Europa allerdings schon einen Tag weiter, weshalb wir nun nicht nur Freitag, den 13., sondern eben auch den „Schwarzen Freitag“ haben.

Das hindert die Händler in ganz Deutschland aber nicht daran, seit einigen Jahren den „Black Friday“ auszurufen und die Kunden mit Rabatten in ihre Geschäfte zu locken. Die Wirtschaft ankurbeln mit einem Begriff, der in Europa als Synonym für die bis dato größte Weltwirtschaftskrise steht – darauf muss man erst mal kommen. Aus den USA werden eben nicht nur Wirtschaftskrisen und Halloween importiert, sondern eben auch Einkaufsgewohnheiten und demnächst vielleicht auch politische Verhältnisse.

Zur Erläuterung: Am vierten Donnerstag im November feiern die Amis „Thanksgiving“, und zwar mit der ganzen Familie. Den folgenden Freitag nimmt das Volk als Brückentag und erledigt die ersten Weihnachtseinkäufe – prompt hob der Handel den „Black Friday“ aus der Taufe. Warum der nun schwarz sein muss, ist unklar – womöglich, weil sich an diesem Tag so viele Menschen in den Fußgängerzonen gedrängelt hatten.

Prozente nicht immer nachvollziehbar

Wohlgemerkt – hatten. Denn auch der „Black Friday“ hat Online-Konkurrenz bekommen und die trägt den nicht weniger erfinderischen Namen „Cyber Monday“. Onlineshops bieten eine ganze Woche lang unfassbare Rabatte an. Unfassbar deshalb, weil die Prozente selten nachvollziehbar sind. Kritiker sagen, dass die Onlinehändler ihre Preise vorher aufblasen, sodass der Kunde am Ende trotz Rabatt den üblichen Ladenpreis zahlt. Aber mal ehrlich: Würden Sie Geschäftsleuten solche Niedertracht zutrauen?

Ob nun aus tatsächlich erfolgreicher Erfahrung oder aus purer Verzweiflung: Die deutschen Läden machen mit beim „Black Friday“. Ehrlich gesagt: Die Idee, große Preisnachlässe in einer Zeit zu gewähren, in der alle sowieso Geschenke einkaufen müssen, klingt für mich irgendwie nicht so clever. Gut, bei den USA stellt sich die Frage nach Cleverness nicht, weder bei den Händlern, noch beim Volk. Aber hier?

Den Händlern in Werne muss man zugutehalten, dass sie sich wenigstens was einfallen lassen, um Leute in die Stadt zu holen. Mit einer gemeinsamen Aktion! Auch wenn der Name „Black Freuday“ (den Ikea übrigens ebenfalls nutzt) auch ein Jahr später immer noch bescheuert klingt.

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