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Drastische Erhöhung

Entscheidung über Gebühren für Hochzeiten vertagt

Werne Den schönsten Tag im Leben lassen sich die Leute gerne etwas kosten. Aber ob angehende Eheleute bereit sind, fast das Dreifache der bisherigen Gebühren für Hochzeiten zu zahlen?

Entscheidung über Gebühren für Hochzeiten vertagt

Sich zu trauen, könnte in Werne deutlich teurer als bisher ausfallen. Nun soll ein Arbeitskreis Alternativen zum drastischen Gebührenanstieg bei Hochzeiten ausloten. Foto: picture alliance / dpa

Die Politik jedenfalls ist sich uneins, wenn es um die Akzeptanz der geplanten Erhöhung der Gebühren für Hochzeiten geht. Im zuständigen Ausschuss für Soziales und öffentliche Ordnung am Mittwochabend, 15. November, beschlossen die Fraktionen eine Vertagung der Entscheidung und forderten die Verwaltung zur Überarbeitung ihrer Pläne auf.

Arbeitskreis soll Lösung finden

Das wollte Dezernent Frank Gründken nicht einfach so hinnehmen und sprach sich dafür aus, die Fraktionen mit ins Boot zu holen, um gemeinsam die Sachlage zu überdenken: „Ich schlage einen Arbeitskreis aus Vertretern aller Parteien vor“, sagte Gründken. Darauf einigten sich die Parteien.

Worum geht‘s hier eigentlich?

Im Grundsatz um ein viele Punkte umfassendes Sparkonzept, das die Verwaltung bei der Unternehmensberatung Rödl&Partner in Auftrag gegeben hat. Ziel ist es, den Minus-Haushalt der Gemeinde bis zum Jahr 2020 zur schwarzen Null zu führen.

Gemeinsam mit Spar-Ideen der Gemeindeprüfungsanstalt kam eine umfangreiche „Liste der Grausamkeiten“ zustande. Daraus kristallisierten sich 68 verschiedene Vorschläge heraus. 36 davon landeten in einer vordringlichen Kategorie. Mit anderen Worten: Die Politik hat bereits die schlimmsten Zumutungen von der grausamen Liste gestrichen beziehungsweise abgemildert.

Beispiel Bezirksverwaltungsstelle Stockum. Die Unternehmensberater empfahlen wegen der geringen Besucherzahl eine komplette Schließung. Nun ist nur noch von einer Reduzierung der Öffnungszeiten die Rede.

Personaleinsparung vorgeschlagen

Ähnliches deutet sich nun bei den Standesamt-Kosten an. Die Spar-Kommissare schlugen eine Personaleinsparung von einer halben Stelle mit entsprechenden Service-Einbußen sowie ein Eindampfen der Ambiente-Trauorte (also zum Beispiel Altes Rathaus oder Freilichtbühne) vor.

Das wollte der Rat nicht mitmachen und gab der Verwaltung den Auftrag, ein schlüssiges Konzept zu entwickeln. Doch das stieß am Mittwochabend insbesondere auf den Widerstand der SPD. Ulli Höltmann: „Dieses Konzept führt letztlich zu weniger Trauungen in Werne. Wir wollen aber den gegenteiligen Effekt haben.“ Parteifreund Siegfried Scholz ergänzt: „Die Gebührenerhöhung ist unattraktiv und überzogen.“

Tatsächlich hatte die Verwaltung, um die Stadtkasse zumindest nicht stärker zu belasten, kostendeckende Standesamtsgebühren ausgerechnet. Die betragen, je nach Wochentag und Trauort, freilich knapp bis zum Dreifachen der bisherigen Sätze.

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