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Rätselhafter Unfallschwerpunkt

Warum gibt es so viele Unfälle auf der A1 bei Werne?

Werne/Ascheberg Es ist wie verhext: Auf der A1 zwischen Werne-Süd und Werne-Nord kommt es immer wieder zu Unfällen. Auch ein Tempolimit änderte daran wenig. Was ist da los?

Warum gibt es so viele Unfälle auf der A1 bei Werne?

Verletzte, Staus, viel Arbeit für die Retter. Auf dem A1-Stück kurz vor der Abfahrt Hamm-Bergkamen (Werne-Süd) kommt es häufig zu Auffahrunfällen. Foto: Freiwillige Feuerwehr Werne

Laufend rückt die Feuerwehr auf die A1 aus, um Hilfe bei Unfällen zu leisten. Ihre Einsatzberichte lesen sich standardisiert. Fast immer kommt der Satz vor: „Die Einsatzstelle lag circa 1km vor der Abfahrt Hamm-Bergkamen.“

Warum gibt es so viele Unfälle auf der A1 bei Werne?

Dieser Auffahrunfall passierte am Samstagvormittag, 18. November 2017. Foto: Foto: Feuerwehr Werne

Aber warum eigentlich? Zwischen Abfahrt Hamm-Bockum-Werne (Werne-Nord) und Hamm-Bergkamen (Werne-Süd) verläuft die zweispurige Autobahn fast schnurgerade. Sie ist gut einsehbar. Der Verkehr aus Richtung Münster fährt sogar nach dem Rastplatz Fuchseggen leicht bergab. Also eigentlich beste Bedingungen. Doch dann rappelt es wieder und wieder.

Die A1 in Richtung Dortmund ist ein Unfallschwerpunkt.

„Es gibt zwei Hauptfaktoren“, startet Kim Ben Freigang aus dem Polizeipräsidium Dortmund auf RN-Anfrage einen Erklärungsversuch, „und das sind nicht angepasste Geschwindigkeit und fehlende Aufmerksamkeit.“ Aber was lenkt die Autofahrer ab? Sind es die beiden Brücken (Lippe und Datteln-Hamm-Kanal) hintereinander und die unmittelbar danach folgende Abfahrt?

„Glaube ich nicht“, sagt Polizist Freigang, „eher sind die Autofahrer durch ihre Smartphones, eine Baukolonne oder einen Unfall auf der Gegenseite abgelenkt“, mutmaßt der Polizist. Probleme durch mangelnde Aufmerksamkeit der Autofahrer sei ein bei der Polizei immer stärker in den Fokus rückendes Problem. „Denken Sie nur an die ganze Technik in modernen Autos“, sagt Freigang, „das sind doch rollende Entertainment-Zentralen. Die können für reichlich Ablenkung sorgen.“

Seit August Tempo 130

Noch gilt der besagte Autobahn-Abschnitt nach der Definition der Polizei nicht als offizielle „Unfallhäufungsstelle“. Dennoch hat die Unfallkommission der Bezirksregierung Arnsberg im Sommer dieses Jahres reagiert. Seit Ende August sollen Tempo-130-Schilder die Autofahrer einbremsen. Die Schilder drosseln den Verkehr auf dem A1-Stück zwischen Werne-Nord und dem Kamener-Kreuz.

Mit Erfolg? Nein. Alleine an diesem Wochenende sind genau an dieser Stelle bei drei Unfällen zehn Verletzte zu beklagen, zum Glück keiner lebensgefährlich. „Dann fahren wir wieder zur selben Stelle auf der A1 und rätseln: Warum stehen wir jetzt eigentlich hier?“, sagt Wernes Feuerwehr-Chef Thomas Temmann auf Anfrage.

Warum gibt es so viele Unfälle auf der A1 bei Werne?

Wieder ein Auffahrunfall an der bekannten Stelle, dieses Mal am 20. Oktober 2017 Foto: Feuerwehr Werne

Die Wehrleute und Rettungssanitäter machen sich über dieses Unfall-Phänomen natürlich auch ihre Gedanken. „Aber dort ist ja nichts Besonderes. Es ist ein absolutes Rätsel.“


Am Wochenende standen die Retter der Freiwilligen Feuerwehr wieder dort. Am Samstag hatte es einen Auffahrunfall mit drei Autos und vier Verletzten gegeben. Montagmorgen im dicken Berufsverkehr die nächste Havarie. Exakt an der bekannten Unfallstelle. Vier Fahrzeuge fuhren aufeinander auf. Drei Personen erlitten Verletzungen und mussten ins Krankenhaus.

Kaum eine Dreiviertelstunde später der nächste Crash. Dieses Mal aber mit nachvollziehbarer Erklärung. Offenbar ereignete sich auf der Gegenfahrbahn Richtung Bremen ein sogenannter Gaffer-Unfall. Autofahrer blicken gebannt auf die Unfallszenerie, bremsen ab und lösen einen Auffahrunfall aus.

Immer wieder freitags?

Die Feuerwehr will das Geschehen analysieren und hat bereits einige statistische Daten ausgewertet. Thomas Temmann: „Von 16 Unfällen dort in diesem Jahr passierten zwölf an einem Freitag zwischen 12 und 16 Uhr.“

Standpunkt von Redakteur Jörg Heckenkamp:

  • Auch wenn die Polizei andere Faktoren ins Feld führt: Meiner persönlichen Meinung nach hat die Unfallhäufigkeit mit der ungewöhnlichen Kombination von Lippe-Brücke, Kanal-Brücke und Abfahrt Hamm-Bergkamen zu tun – alles innerhalb eines Kilometers.
  • Ich kenne diesen Abschnitt gut. Und doch bindet diese Dreier-Kombination auch heute noch bisweilen meine Aufmerksamkeit.
  • Wer diese Stelle seltener passiert, mag noch stärker abgelenkt sein.
  • Er verringert – möglicherweise unbewusst – seine Geschwindigkeit, bremst gar und sorgt so für Unfall-Gefahr. Zumal die Strecke vorher in der Regel im flotten Tempo zu befahren ist.
  • Wie gesagt, das ist ein subjektiver Erklärungsversuch.
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