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Musikzentrum

Wie viel Marienkirche bleibt übrig?

BOCHUM Am Dienstag hat die Wettbewerbsjury für das geplante Musikzentrum getagt. Mehr als zwölf Stunden lang. Zehn Architekturbüros haben ihren Vorschlag eingereicht und gehen dabei teilweise recht radikal mit dem Bau der Marienkirche um. Die Sieger werden am Donnerstag präsentiert.

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Am Dienstag beurteilte die Preisjury die zehn Entwürfe für das Musikzentrum im Viktoriaquartier.

Der Platz an der Viktoriastraße mit der Marienkirche im Hintergrund - beides soll zu einem Musikzentrum verschmelzen.

Die Luft ist schwül und drückend. Es riecht nach Arbeit – im Kunstmuseum. Seit neun Uhr sitzt das Preisgericht für den Wettbewerb zum Musikzentrum zusammen, brütet über zehn Entwürfen. Sie kommen von namhaften Architekten. Aus Deutschland, aus den USA, aus London und Madrid. Alle zehn haben ihre Idee pünktlich eingereicht. Alle zehn haben die Vorprüfung überstanden. Wie wird es aussehen, das Musikzentrum?

Freis spricht von kreativen Ideen

Michael Townsend lächelt. Die Entscheidung fällt hinter verschlossenen Türen. Und auch wenn diese sich öffnen, werden die Mitglieder der Jury zunächst schweigen – bis Donnerstag. „Die Entwürfe sind sehr unterschiedlich“, betont Kulturdezernent Townsend. Logisch? Mitnichten. Der enge Kostenrahmen, die Vorgaben an Größe und Funktion. Marienkirche mit kleinem, daneben der große Saal im Neubau, verbunden durch ein Foyer. So irgendwie. „Es ist toll, dass es Menschen gibt, die viel kreativere Ideen haben als ich“, sagt Britta Freis, der geschäftsführende Kopf der Stiftung Symphonie. „Wir haben Entwürfe dabei, die Lösungen vorschlagen, die bisher nicht gedacht worden sind“, sagt Townsend.„Lösungen, wie man Konzertsaal und Kirche verbinden kann – und gleichzeitig ein offenes Gebäude schafft“, ergänzt Freis. Dabei schrecken die Architekten nicht vor teils radikalen Maßnahmen zurück, die auch den Mauern der Marienkirche zu Leibe rücken. „Aber sie bleibt überall – mehr oder weniger“, sagt Dieter Fleskes (SPD). Bereits am Nachmittag sieht er große Übereinstimmungen in der Jury aus Architekten, Akustikern, aus Politik, Stadt und Vertretern der Stiftung. Drei Preise werden vergeben. Jedes Jurymitglied hat seinen Favoriten. Donnerstag werden sie ihren Kompromiss zwischen dem finanziell Machbaren, dem ins Stadtbild Passenden und dem Ästhetischen präsentieren.

Förderbescheid steht noch aus

Der Förderbescheid für die versprochenen Gelder vom Land NRW für das Musikzentrum steht unterdessen noch aus. Wann er kommt? „Dazu will ich mich nicht äußern“, sagt Michael Townsend. Die Neuwahl ist dazwischen gekommen. Mitunter wird es Herbst. „Ich hoffe, dass es so schnell wie möglich geht“, sagt Townsend. Denn dem Bauprojekt sind Fristen gesetzt. Es lässt sich nicht auf die lange Bank schieben. Die Verzögerung hilft der Stiftung Bochumer Symphonie, die noch fehlenden Millionen für das Projekt einzutreiben. 14,3 Millionen Euro sollten eigentlich zum Stichtag 31. Mai vorgelegt werden. „Das muss nicht unbedingt an diesem Datum sein“, erklärte Townsend am Rande der Jurysitzung zum Architektenwettbewerb. Der Betrag sei erst fällig, wenn auch der Förderbescheid vorliegt. Davon hängt auch ab, wann mit einem Baubeginn zu rechnen ist. Geplant wird derzeit mit Anfang 2013. Eröffnet werden soll das Musikzentrum dann in 2015.

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Am Dienstag beurteilte die Preisjury die zehn Entwürfe für das Musikzentrum im Viktoriaquartier.

Der Platz an der Viktoriastraße mit der Marienkirche im Hintergrund - beides soll zu einem Musikzentrum verschmelzen.

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