Der Anbieterwechsel: Achtung vor faulen Tricks!

Die Strompreisdebatte nimmt kein Ende und man wird regelrecht erschlagen von gesetzlichen Umlagen, Verordnungen & Co. Aktuell wird sogar eine Steigerung der Stromkosten um 25 % bis 2020 prognostiziert.

  • Bei der Wahl des günstigsten Anbieters sollten Verbraucher die Augen offen halten. Denn viele Anbieter ködern Neukunden mit faulen Tricks.

    Bei der Wahl des günstigsten Anbieters sollten Verbraucher die Augen offen halten. Denn viele Anbieter ködern Neukunden mit faulen Tricks.

Umso wichtiger erscheint an dieser Stelle die Wahl des Strom- und Gasanbieters. An dieser Stelle möchten wir Sie mit ein paar hilfreichen Tipps bei der Energieanbieterwahl unterstützen, damit Sie nicht in eine der typischen „Verbraucherfallen“ tappen!

Falle 1: Extrem hohe Bonuszahlungen
Viele Anbieter ködern Neukunden mit hohen Boni bei Vertragsabschluss. Die meisten Verbraucher beachten dabei nicht, dass der Bonus in der Regel erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit ausgezahlt wird. Hinzu kommt, dass oftmals während der Vertragslaufzeit die Preise erhöht werden und der Bonus dadurch geschmälert wird. Häufig ist der Bonus auch von der geschätzten Jahresverbrauchsmenge abhängig. Gibt man einen geschätzten Jahresverbrauch von 4.000 kWh an, wird auf Grundlage dieses Verbrauches der nach einem Jahr fällige Bonus berechnet. Liegt der Verbrauch dann darunter, erhält der Kunde nur einen prozentualen Anteil des Bonus. Ist der Verbrauch jedoch höher als geschätzt, wird nicht ein höherer Bonus ausgezahlt, sondern der zu Vertragsbeginn berechnete Bonus auf Grundlage des prognostizierten Verbrauches. Achten Sie also immer genau auf die Bedingungen der Bonusauszahlung.

Falle 2: Kilowatt-Pakete mit Mehr- und Mindestverbrauchsregeln
Bei einem solchen Paketangebot erwirbt der Kunde ein Kilowatt-Paket, das seinem eingegebenen Jahresverbrauch entsprechen soll. Die darin enthaltenen Kilowattstunden erhält der Kunde zu einem besonders günstigen Preis. Viele wissen dabei nicht: Verbraucht man weniger als im Paket enthalten, zahlt man trotzdem für das vertraglich fixierte Stundenpaket. Eine Rückzahlung ist somit ausgeschlossen. Verbraucht man mehr, muss auch mehr bezahlt werden. Und in der Regel wird dieser Mehrverbrauch auch mit anderen Preisen abgerechnet. Kilowatt-Pakete eignen sich nur für Verbraucher, die ihren Jahresverbrauch zuverlässig voraussagen können. Für alle anderen gilt: Finger weg!

Falle 3: Vorkasse-Zahlungen
Es gibt einige Anbieter, die Vorkasse-Zahlungen einfordern. Das heißt, dass die gesamten Kosten für den geschätzten Jahresverbrauch zu Beginn der Vertragslaufzeit gezahlt werden müssen. Oftmals lockt der Anbieter mit besonders niedrigen Preisen, die dann an die Vorkasse-Zahlungen geknüpft sind. Vorkasse-Zahlungen sind mit extremer Vorsicht zu genießen, wie die jüngsten Pleiten der Anbieter TelDaFax und FlexStrom beweisen. Grundsätzlich gilt auch hier: Finger weg!

Falle 4: Tarife mit Kaution
Bei Tarifen mit Kaution zahlen Kunden einen Sonderabschlag an den neuen Verbraucher. Oft wird dieser Betrag nicht verzinst und dient dem Anbieter dazu, seine Liquidität zu sichern. Ihr Anbieter arbeitet so mit Ihrem Geld, ohne dass Sie einen wirklichen Vorteil haben. Auch bei diesen Tarifen scheint der Energiepreis auf den ersten Blick günstig, durch die einmalige Zahlung einer Kaution ist er oftmals jedoch vergleichbar mit „normalen“ Tarifen. Möchten Sie Ihren Anbieter kündigen, laufen Sie Ihrer Kaution meist lange Zeit hinterher. Bei einer Pleite des Anbieters ist die gezahlte Kaution fast immer ganz weg und Sie haben nichts gespart.