Erdgas: Natürlich, günstig und mit Sicherheit gut für behagliche Winterabende.

In den letzten Jahren sind die Preise für Erdgas sehr stark angestiegen, bei einigen Anbietern mussten Verbraucher sogar bis zu 100 % Preiserhöhung verkraften.

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  • Wie setzt sich in Deutschland der Gaspreis zusammen? Die folgende Grafik gibt Aufschluss.

    Wie setzt sich in Deutschland der Gaspreis zusammen? Die folgende Grafik gibt Aufschluss.

  • So setzt sich der Gaspreis in Deutschland zusammen.

    So setzt sich der Gaspreis in Deutschland zusammen.

Der Grund für die Preissteigerung waren sowohl der höhere Preis für Rohöl als auch der kaum vorhandene Wettbewerb.

Im Folgenden durchleuchten wir für Sie die Hintergründe:
 
Wie setzt sich der Erdgaspreis zusammen?

Die zu zahlenden Preise für Endverbraucher setzen sich vereinfacht aus folgenden Bestandteilen zusammen:
 
  • Beschaffung und Marge: Darunter fallen der Preis für die Förderung/Importpreis und die Kosten für den Transport durch die Produzenten.
  • Netznutzung und Zähler: Diese Kosten werden vom jeweiligen Netzbetreiber erhoben für die Nutzung der Gasnetzte und Zählereinrichtungen.
  • Konzessionsabgabe: Diese wird von Gemeinden und Gemeindeverbänden dafür erhoben, dass Energie- und Wasserversorgungsunternehmen die im Verkehrsraum der jeweiligen Stadt oder Gemeinde, aber auch des Kreises oder eines Zweckverbands verlegten Rohrleitungsnetze nutzen dürfen oder auch neue Leitung verlegen dürfen.
  • Gassteuer: Für den Verbrauch von Erdgas erhebt die Bundesrepublik Deutschland, wie auch auf andere Energieträger z. Bsp. Mineralöl oder Strom, eine Steuer. Geregelt wird diese Steuer im Energiesteuergesetz.
  • Mehrwertsteuer: Gesetzlich festgelegter Bestandteil.
Der bundesweite Erdgasverbrauch und seine Entwicklung

Erdgas spielt mit einem Primärenergieverbrauchsanteil von 21,6 % im Energiemix der Bundesrepublik eine wichtige Rolle. Etwa 45 % des Erdgases hierzulande gehen an Privatverbraucher. Noch einmal so viel geht an Industriekunden, und der Rest wird in der Stromerzeugung gebraucht. In Deutschland wird Erdgas in erster Linie von der Industrie, daneben aber auch zum Heizen, Kochen und für die Warmwasseraufbereitung verwendet. Es kann auch als Treibstoff in entsprechenden Fahrzeugen eingesetzt werden. Auf Deutschlands Straßen sind bereits über 10.000 Erdgasfahrzeuge unterwegs. Besonders in Städten kann durch Erdgasfahrzeuge die Umweltbelastung deutlich gesenkt werden, da allein die Ozonbildung um 80 % reduziert wird. Viele Automobilhersteller haben mittlerweile eine ganze Reihe von erdgasbetriebenen Fahrzeugen - PKW, Busse und Zugmaschinen - im Angebot. Auch in der Stromgewinnung wird Erdgas genutzt. Sogenannte Gasturbinen-Kraftwerke können in Spitzenzeiten in kürzester Zeit hochgefahren werden und so Energiespitzen decken. Für die durchgehende Stromproduktion eignet sich Gas weniger gut, da es in Deutschland dafür zu teuer ist.

Erdgas kann aus Erdöl oder Kohle entstehen. Durch hohen Druck und sehr starker Hitze im Erdinneren wurde das Gas vor Jahrmillionen in darüberliegende Gesteinsschichten gepresst. Eine zusätzliche undurchlässige Erdschicht verhindert das Austreten des Erdgases. Vorräte gibt es auf allen Kontinenten. Sie liegen meistens mehrere tausend Meter unter der Erd- oder Meeresoberfläche und werden durch aufwändige Verfahren gefördert. Das in Deutschland verwendete Erdgas stammt zu 63 % aus Westeuropa und zu 37 % aus der ehemaligen Sowjetunion.

Erdgas ist im Vergleich zu Heizöl oder Kohle weniger klimaschädlich. Es verbrennt vergleichsweise sauber, ohne Ruß und Asche. Bei der Verbrennung hat Erdgas von allen fossilen Brennstoffen den geringsten Ausstoß an Kohlendioxid (CO2), das für den Treibhauseffekt verantwortlich ist.

Deutschlandweit ist der Gasverbrauch nach Angaben des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) in 2013 zum Teil sehr stark angestiegen. So wurden 345,2 Milliarden kWh Gas bereits zum Jahresanfang verbraucht. Jedoch waren es im Gegensatz dazu zu Beginn des Vorjahres "gerade einmal" 317,6 Milliarden kWh.