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Auslandsimmobilien vererben: Wenn der Ehepartner leer ausgeht

Geht eine Auslandsimmobilie auf die Erben über, richtet sich das Erbrecht des jeweiligen EU-Landes nicht mehr nach der Staatsangehörigkeit des Erblassers oder nach der Lage der Immobilie. Das sieht die EU-Erbrechtsverordnung vor, die schon seit 17. August 2015 gilt. Eine Ausnahme gilt für die Länder Dänemark, Großbritannien und Irland.

  • Das Erbrecht in Europa ist nicht einheitlich. Wer seinen Ruhestand im Ausland verbringen will, sollte sich daher rechtzeitig mit diesem Thema befassen.

    Das Erbrecht in Europa ist nicht einheitlich. Wer seinen Ruhestand im Ausland verbringen will, sollte sich daher rechtzeitig mit diesem Thema befassen. Foto: Warnecke/dpa

Ausschlaggebend für das Erbrecht ist nun, wo der Erblasser zuletzt seinen Lebensmittelpunkt mit familiären, beruflichen und sozialen Bindungen zum Zeitpunkt seines Todes hatte“, erläutert Andrea von Bohlen. „Das Recht bezeichnet dies als gewöhnlichen Aufenthalt oder Wohnsitz-Prinzip“, ergänzt die Lüner Diplom-Finanzwirtin und Steuerberaterin. Das müsse folglich nicht der Hauptwohnsitz des Verstorbenen sein.

Aufgrund der neuen Verordnung gilt das Erbrecht für das gesamte Vermögen in dem Land, in dem sich der Erblasser zuletzt hauptsächlich aufgehalten hat. Was bedeutet das im Einzelnen?

Unterschiedlich geregelt

Das Erbrecht ist in jedem Land unterschiedlich geregelt. Wer also sein Testament nach deutschem Erbrecht verfasst hat, kann nicht darauf vertrauen, dass dieses bei Wohnsitzverlegung auch genauso zur Anwendung kommt. Wer beabsichtigt, seinen Alterssitz in ein anderes EU-Land zu verlegen oder wer überwiegend beispielsweise auf Mallorca residiert, läuft Gefahr, dass für ihn spanisches Recht anwendbar wird. Einige Länder kennen etwa kein Ehegatten-Erbrecht oder keine Pflichtteil-Ansprüche. Beispiel: In Frankreich gibt es im Unterschied zu Deutschland keine Erbfolge nach Gruppen (Parentelsystem – also Ehegattenerbrecht und gradlinige Abstammung), sondern eine Erbfolge an den gradnächsten Verwandten.

Das bedeutet, dass zunächst die Kinder erben, im Anschluss daran erst Eltern, Geschwister und andere nahe Verwandte. Das Erbrecht des überlebenden Ehegatten ist gegenüber dem Verwandtenerbrecht subsidiär. Die beabsichtigte Versorgung des Ehepartners würde hier fehlschlagen: Er würde leer ausgehen – ähnlich wie in Spanien. Wer ein Berliner Testament vereinbart hat, muss folglich deutsches Recht wählen.

Individuelle Erbrechtswahl

Jeder Staatsbürger eines Landes kann das jeweilige Erbrecht dieses Landes wählen, auch wenn er woanders seinen Sitz hat. Was ist zu tun? „Überprüfen Sie Ihr jetziges Testament vor allem dann, wenn Sie vorhaben, Ihren Lebensabend im Ausland zu verbringen“, rät Andrea von Bohlen. Die EU-Verordnung gilt auch für Testamente, die vor dem 17. August 2015 verfasst wurden.

Wenn ein deutscher Staatsbürger das deutsche Erbrecht wählen möchte, muss er seine Rechtswahl schriftlich in „einer Verfügung von Todes wegen“ verfassen, also vorzugsweise im Testament selbst. Die Lüner Steuerberaterin rät daher, bei neuen Testamenten stets folgende Formulierung einzuarbeiten: „Als deutscher Staatsangehöriger wähle ich für die Zulässigkeit und materielle Wirksamkeit meiner Verfügungen von Todes wegen sowie die Rechtsnachfolge von Todes wegen deutsches Recht. Mein gesamter Nachlass soll nach deutschem Recht vererbt werden. Diese Rechtswahl soll auch gelten, wenn ich meinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt nicht in Deutschland habe.“

Europäischer Erbschein

Was ist noch neu? Zur Vereinfachung wurde der europäische Erbschein (Nachlass-Zeugnis) eingeführt, womit die Kosten gesenkt werden sollen und die Abwicklung vereinfacht wird. Dadurch ist eine europaweite Identifikation des Erben mit den entsprechenden Rechten und Befugnissen gesichert.

Was ist mit der Erbschaftssteuer? Wer in Deutschland lebt, muss im Erbfall für eine Auslandsimmobilie auch hierzulande Erbschaftssteuer zahlen. In vielen Staaten unterliegen die Immobilien wegen des Belegenheitsprinzips (die Steuerpflicht entsteht in dem Land, in dem das Einkommen anfällt) auch der dortigen Steuer. Falls es kein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem jeweiligen Land gibt, würde folglich zweimal Erbschaftssteuer anfallen. Die Erbschaftssteuer selbst ist von Staat zu Staat unterschiedlich und sollte bei der Erbrechtswahl beachtet werden.

Fazit: Jedes Testament ist individuell und sollte stets unter fachkundiger Beratung gut durchdacht sein. „Dabei ist es sinnvoll, neben dem Notar auch den Steuerberater einzubeziehen, damit die Folgen für die Erben dem geplanten Ziel entsprechen“, rät Andrea von Bohlen.

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