Das sagte der Leiter der Kriminalprävention und des Opferschutzes, Klaus Stindt. Bereits im ersten Quartal 2011 lag Schwerte bei den Delikten häuslicher Gewalt im Kreis Unna weit vorn. Im gesamten Jahr hat sich dieser Trend gehalten. 47 Mal rückte die Polizei zu Fällen dieser Art aus. Obwohl das sieben Fälle weniger als im Vorjahr sind, belegt die Stadt damit kreisweit den zweiten Platz.
Zusammen mit der Kreispolizei Unna hat Landrat Michael Makiolla die Statistik zur häuslichen Gewalt 2011 vorgestellt. Allerdings bleibt einiges im Dunkeln. Über die Gründe etwa, warum Schwerte solide auf Platz zwei steht, könne man nur spekulieren, sagt der Leiter der Kriminalprävention und des Opferschutzes, Klaus Stindt. Ebenso, weshalb in Selm sich die (auf die Einwohner bezogene Zahl) fast halbiert hat: von 92 Fällen (pro 100.000 Einwohner) im Jahr 2010 sank die Zahl auf 55 im Jahr 2011 - womit Selm im Durchschnitt lag.
"Typische Schwankungen"
Doch auch für solch eine große Schwankung gelte dasselbe wie für kleinere, wie im Fall Werne. Dort gab es 2010 noch 19 Fälle, zu denen die Polizei ausrücken musste. Ein Anstieg von fünf Fällen zu 2011 sei für eine Kleinstadt „relativ normal“, sagt Makiolla, „eine typisch-statistische Schwankung“. So könne schon eine einzige Familie, die mit zwei, drei oder mehr Fällen in Erscheinung tritt, „die Statistik gerade kleiner Städte stark beeinflussen“, gibt er zu bedenken. Das gelte auch für Selm.
„Es ist ein vielseitiges Phänomen“, sagt Stindt. So beziehe sich häusliche Gewalt „nicht nur auf zusammen lebende Menschen, wie man schnell denken könnte“. Genauso wenig nur auf den prügelnden Mann – obwohl das noch immer der „klassische Fall“ sei. Der Mann, der den neuen Freund seiner Ex-Frau auf der Straße drangsaliert, der Enkelsohn, der seine Großmutter angeht, und die Mutter, die ihr Kind schlägt – oder ihren Mann. Vielleicht fehle auch Sensibilität, wo Gewalt anfängt. Weshalb auch unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer ist. „Das kann man nicht schätzen“, sagt Makiolla.
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