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Vierte Verleihung: Dr. Klaus Harbig ist Dortmunder des Jahres 2016

DORTMUND Er ist der Arzt für die Armen in dieser Stadt: Dr. Klaus Harbig ist der Dortmunder des Jahres 2016. Seit elf Jahren arbeitet der 75-Jährige in der Praxis der Wohnungslosen-Initiative Gast-Haus an der Rheinischen Straße, ohne dafür nur einen Cent zu verdienen. Für sein Engagement ist er am Sonntag ausgezeichnet worden.

  • Sie alle haben gestern in der Kundenhalle der Sparkasse das Ehrenamt gefeiert (v.l.): Steffi Strecker, Johanna Lensing-Wolff, der Dortmunder des Jahres 2016 Dr. Klaus Harbig, Uwe Samulewicz, der Dortmunder des Jahres 2014 Klaus Kolleck, Andrea Lipphardt, Wolfram Kiwit und Karin Nottebom.

    Sie alle haben gestern in der Kundenhalle der Sparkasse das Ehrenamt gefeiert (v.l.): Steffi Strecker, Johanna Lensing-Wolff, der Dortmunder des Jahres 2016 Dr. Klaus Harbig, Uwe Samulewicz, der Dortmunder des Jahres 2014 Klaus Kolleck, Andrea Lipphardt, Wolfram Kiwit und Karin Nottebom. Foto: Stephan Schütze

Klaus Harbig ist kein Mensch, der gerne im Vordergrund steht. Er macht seine Arbeit, er liebt sie. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, ja sogar ein Bedürfnis, Menschen zu helfen, die sonst keine Hilfe bekommen würden. Und diese Menschen sind ihm sehr dankbar dafür. Das, sagt Harbig, reiche ihm eigentlich schon an Ehre.

Und doch sei dieser Preis, der Dortmunder des Jahres, sehr wichtig für ihn. „Weil er all den Menschen im Gast-Haus zugutekommt“, sagt er, nur wenige Minuten, nachdem er die Auszeichnung entgegen genommen hat. Ein Konfetti-Schnipsel glitzert noch auf seinem Jacket, die übrigen liegen auf dem Boden der kleinen Bühne verstreut. Der 75-Jährige lächelt vorsichtig. „Ich freue mich sehr“, sagt er. Aber seine Mitstreiterinnen, das ist ihm wichtig zu sagen, hätten es genauso verdient gehabt.

  • Der Gastgeber, Sparkassen-Chef Uwe Samulewicz (l.), im Gespräch mit den beiden Moderatoren Steffi Strecker und Wolfram Kiwit
  • In der Kundenhalle der Sparkasse am Freistuhl lief am Sonntagvormittag die Preisverleihung.
  • 200 geladene Gäste verfolgten gespannt das kurzweilige Programm.
  • In Gesprächen stellten die drei Nominierten für den Dortmunder des Jahres, hier Karin Nottebom, ihre Arbeit vor.

So war die Verleihung "Dortmunder des Jahres"

Nominiert für den Dortmunder des Jahres waren neben Dr. Klaus Harbig Karin Nottebom, die die Nummer gegen Kummer beim Kinderschutzbund betreut, und Andrea Lipphardt, die sich für Prostituierte bei der Mitternachtsmission engagiert.

Der Vormittag mit 200 geladenen Gästen in den Räumen der Sparkasse verdeutlicht vor allem, wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist. „Ich glaube“, sagt Sparkassen-Chef und Juror Uwe Samulewicz, „Ehrenamt war nie wertvoller als heute. Es hält unsere Gesellschaft zusammen.“ Es sei unheimlich wichtig, füreinander einzustehen, sagt Johanna Lensing-Wolff, Jurorin und Geschäftsführerin des Medienhaus Lensing Hilfswerks. Manchmal reiche dafür schon „ein Moment, in dem man unvorbereitet das richtig tut – für jemand anderen.“

Deshalb wurde erstmals auch ein „Held des Augenblicks“ gekürt. Und das ist Julia Hense, die auf der Autobahn einen Mann aus einem brennenden LKW gerettet und damit Zivilcourage bewiesen hat

Die Auszeichnung Dortmunder des Jahres gibt es seit 2012. Verliehen wird der Preis vom Medienhaus Lensing Hilfswerk, den Ruhr Nachrichten, Radio 91.2 und der Sparkasse Dortmund. Neben der Trophäe erhält Klaus Harbig 10 000 Euro für das Gast-Haus und seine Praxis. Die anderen beiden Nominierten bekommen je 5000 Euro für ihre Organisationen. Julia Hense ist ein Herzenswunsch erfüllt worden: Sie hat ein Motorrad bekommen.