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Hinter BVB-Youngster Mario Götze (l.) liegt ein Jahr voller emotionaler Höhepunkte. (Foto: dpa)
Götze verdrängte auf der rechten Seite Jakub Blaszczykowski, schoss seine ersten Treffer in Deutschlands Eliteliga und gab noch sechs direkte Torvorlagen. Im Sog der außergewöhnlichen Bundesliga-Hinrunde des BVB entwickelte sich das größte Talent, das dieser Verein derzeit in seinen Reihen weiß, mit einer Rasanz, die alle begeisterte.
Bundesliga-Debüt im November 2009
In der Vorsaison schenkte ihm Trainer Jürgen Klopp (43) am 21. November 2009 die ersten beiden Bundesliga-Minuten. Das war beim 0:0 gegen Mainz 05 und ein erstes Zeichen dafür, dass Klopp gewillt war, diesem Rohdiamanten schneller als allgemein angenommen ein immer größeres Maß an Verantwortung für das Offensiv-Spiel des BVB anzudienen.
Götze enttäuschte seinen Förderer nicht. „Mario ist ein außergewöhnliches Talent“, meint Dortmunds Trainer, „und er ist bei allem, was da auf ihn eingeströmt ist, so unfassbar normal geblieben.“
Natürliche Spiel-Intelligenz
Götze hat sie alle verblüfft. Fußball-Ikonen wie Franz Beckenbauer, der von der technischen Beschlagenheit des Dortmunders, seiner natürlichen Spiel-Intelligenz und vor allem der Fähigkeit schwärmt, beinahe jede Situation auf dem Rasen in spielerischer Form zu lösen. Der Spieler selbst wurde vom Klub in Watte gepackt. BVB-Pressechef Josef Schneck blockte dutzende Interview-Anfragen für den Mann, der von Bundestrainer Löw im November mit seinem ersten A-Länderspiel in Schweden belohnt wurde, bis auf wenige Ausnahmen ab.
Zum zweiten Mal in Folge wurde Götze 2010 mit der Fritz-Walter-Medaille als bester Nachwuchsspieler seines Jahrgangs ausgezeichnet. In Lviv, beim ersten BVB-Gruppenspiel in der Europa League, drehte er eine dramatische Partie in der Schlussphase im Alleingang und schoss in der 90. Minute das 4:3-Siegtor. Zwei Wochen zuvor war ihm in Stuttgart sein erstes Bundesliga-Tor gelungen. Der BVB war gut beraten, ganz schnell seinen Vertrag bis 2014 auszudehnen. Das war im Oktober.
Große Wertschätzung
In einer Hinserie, die für den BVB viele Höhepunkte parat hielt, reihte sich auch bei Mario Götze ein emotionales Highlight an das nächste. „Das alles“, sagt er jetzt rückblickend, „ging so schnell, dass ich kaum Zeit hatte, das zu verarbeiten.“ Ein Zitat Jürgen Klopps zeigt die große Wertschätzung: „Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe“, so Klopp, „da habe ich die Tage gezählt, bis ich ihn, ohne unverantwortlich zu handeln, in unseren Kader nehmen konnte.“