Musik führt den Pinsel

MÜNSTER Ob übereinander gestapelte Holzstämme, ein Stillleben aus Gläsern und Weinflaschen oder kleine Strichmännchen: Alle Bilder von Claudia Küster wirken unscharf.

Das ist pure Absicht, denn die 42-jährige Künstlerin Claudia Küster setzt auf Reduktion des Ausdrucks. "Ich möchte weg vom reinen Motiv und finde es spannender, wenn sich für den Betrachter nicht sofort alles erschließt." 44 Werke zeigt Küster bis Sonntag in der Orangerie des Botanischen Gartens.

Klarheit aus dem Nebel

Wie an den Gewächshäusern des Gartens die Scheiben beschlagen und der Regen von den meterhohen Palmen tropft, so wirken auch Küsters Bilder aus Öl, Acryl und Pigment zunächst nebulös und zerlaufend. Auf den ersten Blick könnte man auch an locker hingeworfene Skizzen denken. Beim näheren Hinsehen lässt sich dann aber die berufliche Herkunft der Künstlerin nicht übersehen. Sie studierte Grafik-Design an der Fachhochschule Münster. Klare Linien und geometrische Strukturen bilden das Gerüst der Formen. Das mehrschichtige Auftragen der Farben sorgt für raffinierte Licht- und Schatteneffekte und spannende Zerfaserungen. Farbe wird sehr sparsam eingesetzt. Aus Küsters Bildern sprühen stattdessen ungeahnte Facetten von Weiß-Tönen, die sich meisterlich nur in winzigen Nuancen unterscheiden.

Rock und Reggae

Bei aller Abstraktheit steckt aber auch viel Leben in den Bildern. Die zerlaufenen Farben scheinen auch einen ganz eigenen Rhythmus zu besitzen, der aus dem Entstehungsprozess stammt. Denn Küster malt meistens morgens und nie im Stillen: "Musik begleitet meine Pinselstriche, von Rock über Lounge bis Reggae und Klassik." Ebenso unterschiedlich wie diese Musikstile sind auch ihre Bilder, voller Verästelungen und Assoziationskraft. Man kann in ihren Werken mit den Augen spazieren gehen und entdeckt so verborgene Welten. Peter Sauer

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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. September 2007, 22:55 Uhr
    Aktualisiert:
    20. September 2007, 03:01 Uhr