Haute Couture der Düfte mit 2000 Parfüm-Flakons

HAGEN Wie Napoleon III. gerochen hat, wissen wir nicht, wohl aber, wie seine Parfum-Flakons in einer prächtigen, schweren Kristall-Gold-Schatulle ausgesehen haben. Die "Haute Couture der Düfte", 2000 Parfum-Flakons von 1730 bis heute, zeigt das Osthaus Museum Hagen ab Samstag (27. 11.) in einer opulenten Ausstellung.

  • 2000 Parfümflakons aus 300 Jahren zeigt das Osthaus Museum Hagen in einer neuen Ausstellung.

    2000 Parfümflakons aus 300 Jahren zeigt das Osthaus Museum Hagen in einer neuen Ausstellung. Foto: dpa

Verführerisch ist die Präsentation des Weihnachtsgeschenks Nummer 1 - zur Pressekonferenz gestern kamen ausschließlich Journalistinnen, und sehr viele.

Zusammengetragen hat die 2000 Gefäße, die stilistisch so unterschiedlich sind wie ihr Inhalt, in 30 Jahren die Münchnerin Beatrice Frankl. Zehn Jahre lang hat sie die Schätze aus Glas und Porzellan im "Museum für außergewöhnliche Sammlungen" in München bewahrt. Vor fünf Jahren wurde das geschlossen; Frankl besitzt rund 4000 Flakons.

"Kleider der Düfte" nennt sie die kostbaren Behälter. Und kommen witzig daher, in Form von Gartenzwergen, kleinen Hunden oder als Klavier. Sie sind schlicht und geschliffen wie im Biedermeier, frech im Design wie in den 1930er Jahren oder Skulpturen aus Porzellan.

Kleine Kunstwerke

Immer sind sie kleine Kunstwerke. Manchmal so winzig, dass die Damen im 18. Jahrhundert sie mit Riechsalz gefüllt am Kettchen am Ringfinger verstecken konnten. - Wenn das Mieder mal wieder zu eng geschnürt war.

Das älteste Exponat ist ein Porzellan-Paar mit Duftwasser im Turban. Es stammt aus dem Jahr 1730. Flakons gab es schon in der Antike. Da waren die Düfte Göttern vorbehalten und die Behälter rustikaler. Die Ausstellung zeigt auch, wie im 19. Jahrhundert mit Beginn der industriellen Fertigung der Flakons die Vielfalt und Kreativität der Produktdesigner wuchs.

Originell präsentiert das Osthaus Museum die Schau im ganzen Haus: Im Eingangsraum stehen die Glasvitrinen auf einem runden Tisch und drumherum in Schaukästen, die Stühlen nachempfunden sind. Mit Duftkarten, Puderdosen und Geschichten zu den Exponaten ist die Sammlung ergänzt.

Nicht öffnen

Es gibt auch eine Präsentation, wie Glasflakons gegossen werden, eine Wand mit 90 großen Parfümflaschen, einen Raum mit deutschen Düften, eine Lalique-Traumpyramide und ein 4711-Zimmer Ein Chanel-Raum wird in zwei Wochen eingerichtet.

Wenn sich die Augen satt gesehen haben an den Schönheiten aus Glas, kommt die Nase zum Zug. Mit Riechschubladen zeigt Dufthersteller Symrise, wie Kopf-, Herznote und Fond eines Parfums zusammenspielen.

Beatrice Frankl weiß nicht, wie die Parfüme in ihren Flakons riechen. Sie müssen verschlossen bleiben, sonst verlieren sie ihren Wert.

"Haute Couture der Düfte", Osthaus Museum, Museumsplatz 3, Hagen, 27.11. (Eröffnung 16 Uhr) bis 20.2., Di, Mi, Fr 10-17 Uhr, Do 13-20 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr. www.osthausmuseum.de

 
Autor
Julia Gaß
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    24. November 2010, 17:25 Uhr
    Aktualisiert:
    25. November 2010, 18:04 Uhr
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