Künstlerische Zwillinge: Irina und Marina Fabrizius malen ihre Bilder immer gemeinsam

DÜSSELDORF Malen ist Marina Fabrizius Leben. Und das ihrer Zwillingsschwester Irina. "Wir hätten schon im Mutterleib malen können, aber da fehlten die technischen Voraussetzungen", erklären sie scherzhaft. 2014 wollen sie die ersten sein, die zu zweit die Abschlussprüfung an der Kunstakademie Düsseldorf ablegen.

  • <p>Marina (l.) und Irina in ihrem Atelier in der Kunstakademie.</p>

    <p>Marina (l.) und Irina in ihrem Atelier in der Kunstakademie.</p>

"Die Akademie weiß, was auf sie zukommt, aber sie hat keine andere Wahl", so die 31-jährigen Blondinen. Sie sind unzertrennlich - privat und in der Kunst. "Früher haben wir einzeln gemalt, aber schon immer das Gleiche", erklärt Marina. Meist Bäume.

Das hat sich geändert, auch die Art zu malen. Die Meisterschülerinnen von Herbert Brandl stehen gemeinsam an der Leinwand - immer. Grund dafür ist ein "Unfall".

Schatten sind Schwäche

"Meine Schwester hat einen Wald mit Schatten gemalt", erklärt Marina. Irina ergänzt: "Schatten sind meine Schwäche." Eine Woche lang gab Marina Tipps, den Schatten besser zu malen. Irina wollte sie umsetzen, scheiterte.

Die Nerven lagen blank. Irgendwann meinte Irina sauer: "Dann mal du doch den Schatten." Gesagt, getan. Mit dem Ergebnis waren die Zwillinge zufrieden. Marina: "Hätte sie es alleine gemalt, wäre das Bild toll gewesen. So war es großartig!"

Realistisches weggelassen

Seitdem malen sie gemeinsam. Nicht nur die Art des Malens hat sich geändert. "Wir haben uns zu wenig selbst dargestellt", erklärt Irina. Deswegen haben sie bei den realistischen Bildern mehr und mehr weggelassen, bis nur noch Farben und Lichtstimmungen blieben.

    
Der Grundstein der Entwicklung liegt in der Kindheit in Kasachstan. Im Kindergarten sollten alle die Eltern malen. "Wir waren die einzigen, die Merkmale wie Locken oder Muttermale gemalt haben", so die Zwillinge. Begabung wurde ihnen damals attestiert und die jungen Frauen malten weiter.

Malherapie

"Als wir 1990 nach Deutschland kamen, waren wir der Sprache nicht mächtig und haben uns zu Hause verkrochen und gemalt", erklärt Marina. "Quasi eine Maltherapie", sagt Irina. Malen ist eben ihr Leben. Oft malen sie bis spät in die Nacht. Statt anschließend zu schlafen wird noch geredet. Über das, was am nächsten Tag gemalt wird.

2006 wurden sie an der Kunstakademie angenommen - gemeinsam. Ihre Skizzen und Bilder für die Bewerbungsmappen haben sie bunt gemischt, damit jeweils Werke der anderen drin waren. "So wollten wir vermeiden, dass nur eine aufgenommen wird." Auf der einen Mappe stand dann auch "unzer". "trennlich" prangte auf der anderen Mappe.

Prüfung bei Lüpertz

Nach einem Jahr an der Kunstakademie wollte "Malerfürst" Markus Lüpertz die noch getrennt malenden Zwillinge prüfen - einzeln. Das hat er gelassen. "Er konnte unsere Bilder nicht auseinander halten", so Marina.

Mittlerweile verkaufen die beiden jungen Talente ihre Bilder recht erfolgreich - zumindest für Studenten, wie sie erklären. "Aber der Käuferkreis ist noch klein." Deswegen suchen die beiden eine gute Galerie. Doch vorher geht es im Sommer für drei Wochen in die Türkei. Natürlich gemeinsam. Aber ohne Leinwand.

Autor
Sebastian Ritscher
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    9. Juli 2012, 12:20 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Juli 2012, 17:10 Uhr
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