Naturhindernisbahn: Castroper Rennbahn erinnert an alte Tradition

CASTROP-RAUXEL Wer heute erklärt, er gehe mit seinem Hund auf die Rennbahn, ist nicht etwa ein größenwahnsinniger Hundebesitzer. Nein, er wohnt in Castrop-Rauxel und weiß die Geschichte der Naturhindernisbahn nahe des Stadtparks zu schätzen.

  • Zu ihren Hochzeiten besuchten bis zu 30 000 Menschen die Rennen.

    Zu ihren Hochzeiten besuchten bis zu 30 000 Menschen die Rennen. Foto: Stadtarchiv Castrop-Rauxel

Ihre Geschichte beginnt am 22. August 1874. Der Ire William Thomas Mulvany war Gründer der Zeche Erin und Besitzer des Hauses Goldschmieding, heute ein vier-Sterne-Hotel.

Er wollte die große Begeisterung der Deutschen für den Pferdesport nutzen und regte an, Hindernisrennen in Castrop-Rauxel zu ermöglichen. So wurde im Bereich um das Haus Goldschmieding eine Hindernisbahn mit Hecken, Wassergräben und Steinwällen auf hügeliger Wiese errichtet.

Gefährliche Jagdbahn

Bald darauf entstand auch eine Strecke für Jagdrennen, die besonders schwierig und daher sensationsträchtiger war. Bis zu 30 000 Besucher zogen die Rennen, die höchstens zwei Mal im Jahr stattfanden an. Der erste Weltkrieg zerstörte den Erfolg, und erst 1938 kamen die Castroper Rennen wieder langsam in Gang, als die Rennbahn neu gestaltet wurde.

So entstand wieder eine Flachbahn, eine Jagdbahn, aber auch eine Querfeldeinbahn, die direkt an der Cottenburgschlucht entlang führte.

Dauerhafter Zuschuss

Ein kurz aufflackernder Erfolg dieser Mühen wurde vom Zweiten Weltkrieg unterbrochen. 1950 versuchte man, die Rennen wiederzubeleben, sie entwickelten sich aber schlecht, und die Stadt musste dauerhaft Geld zuschießen.

Anneke Lamot von der Stadt Castrop-Rauxel erklärt: „Der Fußball machte dem Rennsport Konkurrenz – und die größeren Städte des Ruhrgebiets auch.“

Pferdesport und Pferdezucht

In Dortmund und Gelsenkirchen baute man weniger gefährliche Bahnen mit einem höheren Preisgeld als Ziel. Da Pferdesport und Pferdezucht mittlerweile zusammen gehörten, war die Angst der Besitzer, ihre Pferde bei Rennen zu verletzen, groß. Am 28. Juni 1970 fand schließlich das letzte Rennen statt.
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Abonummer

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2?   
Autor
Stefanie Platthaus
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. Mai 2013, 18:06 Uhr
    Aktualisiert:
    23. Mai 2013, 18:09 Uhr