Von der Heydt-Museum Wuppertal: Aktfotos als Sittengemälde im Museum

WUPPERTAL Aktfotografie im Wandel der Zeit zeigt das Von der Heydt-Museum Wuppertal in einer umfangreichen Ausstellung. "Nude Visions" präsentiert 250 Fotografien von 1850 bis heute.

  • Bert Sterns Porträt von Marilyn Monroe wurde kurz vor ihrem Tod aufgenommen.

    Bert Sterns Porträt von Marilyn Monroe wurde kurz vor ihrem Tod aufgenommen. Foto Münchner Stadtmuseum

Hinschauen ist hier ausdrücklich erlaubt. Auf eine Marylin, die bei ihrem letzten Shooting verführerisch hinter einem Hauch von Nichts posiert, auf athletische Männerkörper und tätowierte Rücken.

Die Nacktheit des menschlichen Körpers fasziniert Künstler seit der Antike. Ein beliebtes Motiv auch in der Fotografie, die mit diesem Sujet schnell zu einer eigenen Sprache fand. Das Von der Heydt-Museum Wuppertal zeigt nun in der Ausstellung „Nude Visions“ einen Querschnitt aus 150 Jahren Körperbildern in Fotografie und Malerei.

Akt im Zeitenwandel

Mal ästhetisch, mal provokant, mal belustigend. Wie bei dem nackten „Paar beim Ausdruckstanz“ (1930) von Gerhard Riebicke, das sich nahezu grotesk verrenkt und – gewollt oder nicht – intime Einblicke gewährt. Die Schau, die vorher bereits in München und in Hamburg zu sehen war, hat das Von der Heydt-Museum mit einem besonderen Kunstgriff individualisiert.


Es stellt neun Gemälde (Akte von Degas, Cezanne) und vier Skulpturen (unter anderem Bronzeplastiken von Rodin, Giacometti) aus dem Eigenbestand den 250 Fotografien zur Seite. „Wir wollen keinen Vergleich zwischen Malerei und Fotografie ziehen, sondern nur an manchen Stellen Parallelen aufzeigen“, so Direktor Dr. Gerhard Finckh. Malerei und Fotografie in ästhetischer Wechselbeziehung, ein Spiegel der jeweiligen Zeit.

Unterteilt ist die Ausstellung, deren Exponate aus der Sammlung des Münchner Stadtmuseums stammen, in sieben Kapitel. Von den ersten „Akademien“, schmucklos und ohne erotische Attribute inszenierte Studienvorlagen für Maler und Bildhauer, bis hin zur künstlerischen Avantgarde der 1930er Jahre, wo der entblößte Körper oft surrealistisch verfremdet wurde. Der Freikörperkultur und dem männlichen Akt als selbstständige Gattung widmen sich eigene Bereiche.

Glanz und Glamour

Auch die Glamour-Ästhetik in den Medien, von berühmten Fotografen wie Helmut Newton und Bert Stern in Szene gesetzt, findet Platz in der Ausstellung. Aufschlussreich illustrieren die Bilder den Wandel von Schönheitsidealen und Moralvorstellungen, bieten ein Wechselspiel aus Aufklärung, Anregung und Schaulust. K Ilka Bärwald
 
Von der Heydt-Museum Wuppertal, Turmhof 8, bis 15. 8., geöffnet Di-So 11-18, Do bis 20 Uhr.

 www.von-der-heydt-museum.de
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Autor
Ilka Bärwald
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    1. Juni 2010, 18:07 Uhr
    Aktualisiert:
    25. November 2013, 11:18 Uhr