Steinernes Herz Spaniens: Auf Wanderschaft in der Sierra de Gredos

Hoyos del Espino Die Sierra de Gredos befindet sich gerade einmal zwei Autostunden von Madrid entfernt. Dennoch handelt es sich bei dem Zentralmassiv mit seinen spektakulären Granitkolossen um eine der ursprünglichsten Gebirgslandschaften Spaniens.

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  • Abwechslung vom Stadturlaub: Erika und Wilfried sind zum Bergsee Laguna Grande gewandert. Foto: Manuel Meyer

    Abwechslung vom Stadturlaub: Erika und Wilfried sind zum Bergsee Laguna Grande gewandert. Foto: Manuel Meyer

  • Prachtvolle Burgen, Kirchen und Dörfer zieren die Region: Hier die aus dem 15. Jahrhundert stammende Burg von Mombeltran. Foto: Manuel Meyer

    Prachtvolle Burgen, Kirchen und Dörfer zieren die Region: Hier die aus dem 15. Jahrhundert stammende Burg von Mombeltran. Foto: Manuel Meyer

  • Im Reich der Steinböcke: Eine ganze Herde steht am Weg Spalier. Foto: Manuel Meyer

    Im Reich der Steinböcke: Eine ganze Herde steht am Weg Spalier. Foto: Manuel Meyer

  • Schnee im Frühsommer: Immer wieder führt der Weg über Überreste des Winters. Foto: Manuel Meyer

    Schnee im Frühsommer: Immer wieder führt der Weg über Überreste des Winters. Foto: Manuel Meyer

  • Malerisches Gebirgsdorf: die Gassen von Cuevas del Valle. Foto: Manuel Meyer

    Malerisches Gebirgsdorf: die Gassen von Cuevas del Valle. Foto: Manuel Meyer

  • Auch wenn sie bloß zwei Autostunden von Madrid entfernt liegt: Die Sierra de Gredos ist eine der ursprünglichsten Gebirgslandschaften Spaniens. Foto: Manuel Meyer

    Auch wenn sie bloß zwei Autostunden von Madrid entfernt liegt: Die Sierra de Gredos ist eine der ursprünglichsten Gebirgslandschaften Spaniens. Foto: Manuel Meyer

Ausnahmsweise gibt mal nicht der Mensch den Ton an. Die Sierra de Gredos ist das Reich der Steinböcke. Es fängt bereits wenige Kilometer nach einem Plataforma genannten Parkplatz an. Dort endet die Landstraße vom Dorf Hoyos del Espino aus kommend abrupt auf 1780 Metern Höhe vor gigantischen Granitfelsen.

Zunächst führt der Weg aber kurzzeitig ins Reich der Kröten. Sie beherrschen die grüne Hochebene Prado de las Pozas ? zumindest akustisch. Die grüne Almenlandschaft ist durchzogen von kleinen Gebirgsbächen und Teichen.

Ein kräftiger Knall durchbricht plötzlich die Stille der Gebirgswelt. Erika und Wilfried bleiben stehen. «Was war das denn?», fragt sich das Ehepaar aus dem norddeutschen Friesoythe, das einen Madrid-Besuch mit ein paar Wandertagen in der nahen Sierra de Gredos verbinden möchte. Sie schauen in alle Himmelsrichtungen. Zunächst ist nichts zu sehen. Doch dann gucken zwei Steinböcke von einem Felsvorsprung, der sich nur wenige Meter über dem Wanderpfad befindet.

Immer wieder schmettern die beiden ausgewachsenen Steinböcke mit einem gewaltigen Knall ihre Hörner gegeneinander. Plötzlich steht eine ganze Herde von Steinböcken am Weg Spalier. Bedroht fühlen sie sich vom Menschen offenbar nicht.

Angesichts der allgegenwärtigen Steinböcke hätten Erika und Wilfried beinahe den eiszeitlichen Bergsee übersehen. Die Laguna Grande ist einer von fünf großen Bergseen in der Region. Bevor es zurück nach Hoyos del Espino geht, einem typisch zentralspanischen Bergdorf auf 1500 Metern Höhe, kühlt Erika ihre Füße im eiskalten Gebirgssee ab.

Das Zentralmassiv zerschneidet die Ebene Kastiliens nicht nur in einen nördlichen und einen südlichen Teil, sondern teilt die Region auch klimatisch: Der Norden ist rau. An den südlichen Hängen herrscht mit Palmen, Feigen, Orangen und Oliven ein eher mediterranes Flair. Die nur dünn besiedelte, von Viehwirtschaft geprägte Nordseite des Gebirges steigt relativ flach an und ist ideal für leichtere Wanderungen. Der südliche Teil der Sierra de Gredos ist eher etwas für erfahrene Wanderer und Kletterer.

Der spanische Schriftsteller und Philosoph Miguel de Unamuno bezeichnete die Sierra de Gredos als das «Dach Kastiliens und steinerne Herz Spaniens». Für viele Spanier ist der heutige Naturpark also nicht nur ein Wanderparadies, sondern auch ein Ort nationaler Gefühle.

Reiseziel: Die Sierra de Gredos ist ein rund 90 000 Hektar großer Naturpark in Kastilien-León und befindet sich rund 150 Kilometer westlich von Madrid in der Provinz Ávila.

Anreise: Mit dem Flugzeug nach Madrid. Von hier aus mit dem Mietwagen weiter in die Sierra de Gredos.

Reisezeit: Von April bis Juni und von September bis November.

Unterkunft: In allen Bergdörfern der Sierra de Gredos gibt es kleinere Pensionen und Landhäuser.

Informationen: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt, Tel.: 069/72 50 33, E-Mail: frankfurt@tourspain.es

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Autor
Manuel Meyer, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Juni 2013, 09:26 Uhr
    Aktualisiert:
    17. Dezember 2013, 17:33 Uhr
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