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Wiesbaden (dpa) Auf Deutschlands Straßen sind im vergangenen Jahr 3606 Menschen tödlich verunglückt - so wenige wie noch nie seit dem Beginn der Statistik im Jahr 1950. Trotzdem wird das Risiko gerade auf Landstraßen immer wieder unterschätzt.
Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich nach wie vor auf Landstraßen. Foto: Julian Stratenschulte (Foto: dpa)
Verglichen mit dem Vorjahr ging die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent zurück - und damit stärker als erwartet. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag (22. Februar) mit. Trotz des Tiefststands dürfe nicht vergessen werden, dass immer noch durchschnittlich 10 Menschen täglich im Straßenverkehr stürben und mehr als 1000 verletzt würden, heißt es in der Mitteilung des Bundesamts.
Die jüngste Zahl liegt noch unter dem bisher niedrigsten Wert von 3648 tödlich Verletzten im Jahr 2010. Im Jahr darauf hatte es entgegen dem langjährigen Trend einen Anstieg gegeben. 1990 waren noch mehr als 11 000 Menschen auf Deutschlands Straßen ums Leben gekommen. Besonders unfallträchtig sind nach wie vor Landstraßen und der innerörtliche Verkehr: Auf Landstraßen ereigneten sich nach Angaben von Destatis-Expertin Ingeborg Vorndran 60 Prozent der tödlichen Unfälle, innerorts 29 Prozent.
Die Unfallgefahr auf Landstraßen werde von vielen Autofahrern unterschätzt, sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. «Landstraßen sind schön, aber gefährlich.» Die idyllische Landschaft entlang der Fahrbahn gebe dem Fahrer oft ein sicheres Gefühl.
Rademacher empfiehlt: «Die Geschwindigkeit anpassen, Tempolimits einhalten und das Fahrverhalten den Witterungsbedingungen anpassen.» Seien maximal 70 km/h vorgeschrieben, müssten Autofahrer bei Nebel oder Glätte natürlich trotzdem deutlich langsamer fahren. Unangemessene Geschwindigkeit sei der Hauptgrund für Unfälle auf Landstraßen. Außerdem sollten Autofahrer nur überholen, wenn die Gegenspur ausreichend weit einsehbar ist. «Beim kleinsten Zweifel das Überholen lieber bleiben lassen», rät Rademacher.

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