Tipps für den Kauf
Mit einem E-Bike radelt es sich leichter
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Göttingen (dpa/tmn) Radfahren auf eisglattem Untergrund kann schnell gefährlich werden. Riskante Rutschpartien lassen sich vermeiden, wenn die Reifen mit Spikes ausgestattet sind. Doch ständiger Reifenwechsel nervt - die bequeme Alternative heißt Semi-Spikes.
Radeln statt rutschen: Mit Spikes in den Reifen können Fahrradfahrer dem Winter die kalte Schulter zeigen. Foto: pd-f (Foto: dpa)
Jetzt ganz gleichmäßig treten, und dann sehr langsam um die Kurve: Es hat geschneit, am Straßenrand türmen sich Schneehaufen und viele Autofahrer lassen den Wagen lieber stehen. Hartgesottene Radler trauen sich trotzdem auf die Straße. Spikes für die Reifen sind eine gute Option für die nötige Bodenhaftung bei Eis und festgefrorenem Schnee.
Im Gegensatz zu Autos sind sie für Fahrräder in Deutschland nicht verboten, wie der Radexperte Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) erläutert. «Damit fährt man wie auf Schienen.» Allerdings lassen sich Spikes nicht an bisherigen Reifen nachrüsten. Die vorhandenen Reifen werden durch die mit Metallstiften bestückten ersetzt. Aber kaum ein Fahrradfahrer möchte an frostigen Tagen wohl erst die Reifen wechseln müssen - deshalb gibt es einen Mittelweg: Semi-Spikes.
Diese Reifen sind zwar auch mit kleinen Metallstiften besetzt, haben aber einen metallfreien Mittellauf. «Bei Eis lässt man etwas Luft raus, bis die Spikes aufsetzen», erklärt Fehlau. Sind die Straßen dagegen frei, wird der Reifen wieder aufgepumpt, damit die Metallstifte kaum noch den Boden berühren.
Diese Reifen seien ein idealer Mittelweg, betont Fehlau. Sie können zu Beginn der kalten Jahreszeit montiert werden und müssen nicht bei jedem Tauwetter sofort wieder getauscht werden. Auch bei trockenem Wetter rollten die rund 50 Euro teuren Reifen sicher über die Straße.
Für Bastler, die noch ein altes Fahrrad im Keller haben, hat Fehlau einen anderen Tipp: Sie sollten ihr Zweitrad für den Winter umbauen und ihm Voll-Spikes verpassen, die sich mit Hunderten Metallstiften tief in den Untergrund «beißen» können. «Vielleicht zehnmal im Jahr hat das Bike seinen großen Auftritt», sagt Fehlau. Damit werde das Wechseln der Reifen gespart - und trotzdem stehe für frostige Tage ein voll einsatzbereites Winterfahrrad zur Verfügung.
Fahrradläden sind längst auf die Bedürfnisse ihrer Winterkunden eingestellt. Spikes gehören vielerorts zum Standardprogramm. Wo selbst Fußgänger nur schlingernd vorankommen und Autos im Schritttempo schleichen, ziehen Fahrer mit Spikes stolz vorbei - unter den staunenden Blicken der anderen Verkehrsteilnehmer. In einem harten Winter vor ein paar Jahren seien die Spikes sogar vergriffen gewesen, berichtet Sebastian Lehmann, Filialleiter beim Münchner Fahrradgeschäft Rabe Bike. Derzeit gebe es aber genug Vorrat.

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