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25.02.2013 14:27 Uhr
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Mobile World Congress: Androiden treffen einen Firefox

Barcelona (dpa/tmn) Ganz Barcelona ist von Androiden besetzt. Ganz Barcelona? Nein. Zwar sind Mobilgeräte mit dem Google-Betriebssystem auf dem Mobile World Congress in der Überzahl. Doch es formiert sich eine spannende Gegenbewegung.Von Dirk Averesch, dpa

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Ungewöhnliche Kombination: Das YotaPhone aus Russland ist Smartphone und E-Book-Reader in einem. Foto: Yota (Foto: dpa)

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Groß und hochauflösend: So sehen die Displays vieler neuer Smartphones aus, die auf dem Mobile World Congress (MWC, 25. bis 28. Februar) vorgestellt werden. Ihren neuen Tablets verordnen dagegen mehr und mehr Hersteller eine Schrumpfkur. Weitere Trends: LTE, drahtloses Laden und Smartphones, die anders sind - etwa eines mit eingebautem E-Reader oder erste Modelle mit Firefox-Betriebssystem.

Allein auf Displaygrößen um 3 oder 4 Zoll wollen die Hersteller nicht mehr setzen. Sie legen 5 bis 6 Zoll große Geräte auf, die mit starken Vierkern-Prozessoren und Full-HD-Auflösung (1920 mal 1080 Pixel) eher an mobile Minikinos als an Smartphones erinnern. Doch auch wenn sie für die Hosentasche bereits zu groß sein mögen: Telefonieren kann man mit ihnen immer noch. Protagonisten der neuen Klasse sind etwa das LG Optimus G Pro und das Sony Xperia Z, die schon auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurden, aber ihren Marktstart noch vor sich haben.

Full-HD hat auch in der Oberklasse Fuß gefasst. Die Displays bleiben in dieser Kategorie aber meist unterhalb der 5-Zoll-Grenze. Standesgemäß sind die Gehäuse dünn wie etwa beim HTC One oder beim Huawei Ascend P2. Das ist schick, der Preis dafür sind aber fest verbaute Akkus. Huaweis neues Oberklasse-Smartphone kommt mit Vierkern-Prozessor (1,6 Gigahertz) und leistungsfähigem Grafikchip. Das Display löst zwar nur mit 1200 mal 720 Pixeln auf. Dafür kostet das Smartphone mit 16 Gigabyte Speicher und 13-Megapixel-Kamera aber auch vergleichsweise günstige 400 Euro.

Ohne - zumindest optionales - LTE wird kaum noch ein Topmodell angeboten. Mit seiner F-Serie will zum Beispiel LG die vierte Mobilfunkgeneration in die Smartphone-Mittelklasse einziehen lassen, genau genommen in zwei Dualcore-Androiden Optimus F5 (4,3 Zoll) und Optimus F7 (4,7 Zoll). Allerdings funktioniert nicht jedes Smartphone in jedem LTE-Netz der Welt. Eine Lösung des Problems will Qualcomm noch im Laufe des Jahres zur Marktreife bringen: einen Chip, der das gesamte weltweit genutzte Frequenzspektrum abdeckt, immerhin 40 verschiedene LTE-Bänder.

Nicht jeder kann oder will etliche hundert Euro für ein Smartphone ausgeben. Diese Zielgruppe will unter anderem die Mozilla-Stiftung mit ihrem neuen Firefox OS ansprechen: 18 Netzbetreiber aus aller Welt unterstützen das auf Standards wie HTML 5 basierende Open-Source-Betriebssystem - und übernehmen die Abrechnung kostenpflichtiger Apps auf dem Firefox OS Marketplace. Einer der ersten Hardware-Lieferanten ist Alcatel One Touch, dessen Einsteiger-Modell Fire die Deutsche Telekom im Sommer zuerst in Polen auf den Markt bringen will. ZTEs erstes Firefox-Smartphone soll Open heißen. Ob es Handys mit Firefox OS in Deutschland geben wird, ist noch offen.

Ein völlig neues Smartphone-Konzept bringt der russische Hersteller Yota mit zur Messe. Neben einem gewöhnlichen LC-HD-Display auf der einen Seite prangt ein schwarz-weißes E-Paper-Display auf der anderen des YotaPhone - beide 4,3 Zoll groß. Die Rückseite ist zum längeren Lesen gedacht, weil E-Paper nur beim Umblättern Strom verbraucht und durch seine Kontraststärke als augenfreundlich gilt. Die weitere Ausstattungsliste des 140 Gramm schweren und zentimeterdicken Androiden (Version 4.2) kann sich sehen lassen: LTE, eine Zwölf-Megapixel-Kamera, 2 Gigabyte (GB) RAM und 16 oder 32 GB Massenspeicher.

Natürlich dürfen auch neue Tablets nicht in Barcelona fehlen. Es gibt klassische Zehnzöller zu sehen wie Sonys 6,9 Millimeter dünnes, gegen Eintauchen in Wasser geschütztes Xperia Z (ab 499 Euro mit 16 GB). Lenovos neues Zehn-Zoll-Tablet S600 kommt da mit 8,6 Millimetern nicht ganz heran.

Öfter sieht man in den Messehallen aber kleinere Protagonisten. Samsung etwa stockt seine Tablet-Serie mit Eingabestift auf. Zwischen das Galaxy Note Smartphone mit 5,5 Zoll und das Note-Tab mit 10,1 Zoll stellen die Koreaner ein Tablet mit 8 Zoll. In dieser mittleren Größe haben auch schon Apple mit dem iPad Mini oder Google mit dem Nexus 7 Geräte auf den Markt gebracht. Das ab dem zweiten Quartal erhältliche Galaxy Note 8.0 hat einen Vierkernprozessor, bietet aber nur eine HD-Auflösung von 1200 mal 800 Pixeln.

Lenovo ist unter anderem mit zwei neuen 7-Zoll-Tablets in Barcelona vertreten, dem Einstiegsgerät A1000 und dem etwas besser ausgestatteten A3000 - beide mit 1024 mal 600 Bildpunkten. Und auch HP hat mit dem Slate 7 ein «Kleines» für Einsteiger neu im Programm.

Dass Kabel nerven können, ist keine neue Erkenntnis. Umso erstaunlicher ist es, dass sich das drahtlose Laden per Induktion erst jetzt langsam durchsetzt. Auf dem MWC zeigt zum Beispiel das Wireless Power Konsortium die Lademöglichkeiten von Matten und Schalen über ansteckbare USB-Ladekringel bis hin zu Autohalterungen und Möbeloberflächen mit integrierter Ladezone. Da die Ladespulen dünner als einen halben Millimeter sind, lassen sich immer mehr Handys mit Ladefolien aus- oder nachrüsten. Derzeit fließen beim drahtlosen Laden rund 5 Watt Stromleistung. Die Hersteller arbeiten aber schon an Lösungen von bis zu 90 Watt, die auch für Notebooks taugen würden.

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