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25.02.2013 10:26 Uhr
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Mobile World Congress: Aufruhr im Hinterland der Mobil-Revolution

Barcelona (dpa) Samsung und Apple sind die Könige im Mobilfunk-Markt, doch hinter den Kulissen braut sich neue Konkurrenz zusammen. Besondere Aufmerksamkeit bekommen beim Mobile World Congress in Barcelona die chinesischen Hersteller Huawei und ZTE.Von Andrej Sokolow, dpa

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Der Mobile World Congress ist der wichtigste Treffpunkt der Mobilfunk-Industrie. Jahr für Jahr kommen viele Konzernlenker nach Barcelona. Foto: Alberto Estevez/Archiv/Illustration (Foto: dpa)

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Der Wandel des Alltags durch Smartphones und Tablets ist allgegenwärtig, eine Branche nach der anderen wird umgepflügt. PCs verkaufen sich immer schlechter, während der Tablet-Absatz boomt. Mobile Bezahlsysteme versprechen einen Einkauf vielleicht sogar ohne Kassen. Der Smartphone-Markt wächst rasant und wird im Moment von wenigen beherrscht: Samsung, Google, Apple. Doch die heutigen Platzhirsche müssen sich auf neue Rivalen gefasst machen: Zum Start der wichtigsten Branchenmesse Mobile World Congress (25. bis 28. Februar) in Barcelona bringen sich neue Rivalen in Stellung, die in das lukrative Geschäft wollen.

Im Moment allerdings sehen die Tore zum Smartphone-Markt auf den ersten Blick hermetisch verschlossen aus. Das Google-Betriebssystem Android mit Samsung als Fahnenträger dominiert bei den Marktanteilen. Apple, das mit dem iPhone den Umbruch anstieß, schöpft heute noch einen Löwenanteil der Profite ab.

Die vielen Android-Modelle verschiedener Hersteller und die iPhones saugen allen anderen Smartphone-Plattformen schlicht die Luft weg. Marktforscher wie Gartner und IDC sahen den Anteil des Google-Systems zuletzt bei 70 Prozent und Apple bei gut 20 Prozent. Das heißt, alle anderen Systeme müssen sich derzeit in ein Zehntel des Marktes quetschen. Zwei einstige Spitzenreiter - Blackberry und Microsoft mit Windows Phone - ringen mit bisher mäßigem Erfolg um den dritten Rang.

Und doch melden in Barcelona neue Rivalen ihren Anspruch auf einen Platz in dem heiß umkämpften Markt an. Da ist das neue Firefox-Betriebssystem der Mozilla-Stiftung, die auch hinter dem populären Internet-Browser steht. Demnächst kommen erste Geräte mit dem Internet-basierten System zunächst in Lateinamerika auf den Markt. Und das einst von Nokia und Intel verworfene Betriebssystem MeeGo soll ein neues Leben in Asien unter dem Namen Jolla bekommen.

Der Optimismus der scheinbaren Außenseiter hat einen Grund: Die Smartphone-Revolution, die in Westeuropa und Nordamerika begann, erfasst inzwischen die ganze Welt. In diesem Jahr dürfte erstmals rund eine Milliarde Smartphones verkauft werden. Das ist zwar viel, heißt aber auch, es gibt immer noch einen riesigen Markt mit Milliarden Menschen zu verteilen. Und die Gewinner von heute werden dabei nicht unbedingt die erste Geige spielen. Denn die Märkte der Wohlstands-Länder sind schon weitgehend gesättigt. Jetzt sind Asien, Afrika, Südamerika an der Reihe. China ist bereits der größte Smartphone-Markt der Welt. Und in diesen Regionen sind vor allem günstige Smartphones gefragt.

Schlägt jetzt die Stunde chinesischer Hersteller wie Huawei und ZTE? Der Smartphone-Boom in Asien und Afrika beflügelt sie. Huawei stieß zum Jahresende 2012 erstmals auf den dritten Platz unter den Smartphone-Herstellern nach Samsung und Apple vor. Experten sehen gute Chancen, dass die Chinesen sich unter den Top drei etablieren können. «Wir werden in diesem Jahr einen riesigen Schub an günstigen Android-Smartphones sehen», sagt Analystin Annette Zimmermann vom Marktforscher Gartner. Die Devise sei: «Smartphones für die Massen.»

Nikolaus Mohr von der Unternehmensberatung Accenture glaubt, dass es nicht bei günstigen Geräten bleiben wird. «Ich gehe davon aus, dass bei Huawei und ZTE Geräte dabei sind, die mit Geräten etablierter Hersteller wie Samsung oder HTC problemlos mithalten können», sagt er. «Viele etablierte Anbieter werden sich warm anziehen müssen.» Neben den Chinesen stehen auch Neulinge wie das russische YotaPhone mit zwei Bildschirmen in den Startlöchern.

Es wird ein spannender Konkurrenzkampf, denn auch die einstigen Smartphone-Könige Nokia und Blackberry wollen nicht aufgeben. Den Finnen stärkt der milliardenschwere Windows-Riese Microsoft den Rücken mit seiner Marktmacht. Ersten durchgesickerten Fotos zufolge sind von Nokia demnächst neue, günstige Modelle von Lumia-Smartphones zu erwarten. Bei Blackberry setzt der deutsche Chef Thorsten Heins auf ein neues Betriebssystem, das auch in Autos oder in der Gesundheitstechnik eingesetzt werden kann.

Die aktuellen Spitzenreiter halten sich in Barcelona hingegen vornehm zurück: Google macht weniger Werbung für Android. Apple blieb solchen Messen schon immer fern. Samsung wird wohl darauf verzichten, dort seinen nächsten iPhone-Jäger Galaxy S4 vorzustellen. Stattdessen gibt es in Barcelona aber einen Blick auf ein neues Galaxy-Note-Tablet.

Der Mobile World Congress ist der wichtigste Treffpunkt der Mobilfunk-Industrie. Zu der viertägigen Veranstaltung kommen Jahr für Jahr viele Konzernlenker nach Barcelona. Diesmal sind unter anderem Spitzenmanager der Mobilfunk-Betreiber wie Vittorio Colao von Vodafone, César Alierta von Telefónica, René Obermann von der Deutschen Telekom sowie Xi Guohua von der weltweiten Nummer eins China Mobile dabei.

Rund 1500 Aussteller zeigen in Barcelona ihre Produkte und Lösungen. Die Messe zog in diesem Jahr auf ein größeres Gelände um, weil es an dem bisherigen Ort zu eng geworden war. Die Veranstalter rechnen mit rund 70 000 Besuchern. Dabei ist der Mobile World Congress (früher bekannt als 3GSM) eine Fachveranstaltung: Die Gäste sind entweder Brancheninsider oder Journalisten. Private Verbraucher können die Messe nicht besuchen.

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