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19.10.2011 11:49 Uhr
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Gesundheit: Diese Alltags-Rituale machen glücklich

NRW/HAMBURG Es kann ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause sein oder der tägliche Kaffee am Morgen: Schon mit ganz einfachen Ritualen schafft man sich kleine Glücksmomente im Alltag. Hier ein paar Anregungen für müßige Momente.dpa

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Für einen guten Start in den Tag: Für manche Menschen ist der Kaffee am Morgen plus gutes Buch ein festes Ritual. (Foto: dpa)

Die Zeitung am Morgen, das Nachmittags-Törtchen, die Lektüre kurz vorm Einschlafen haben eines gemeinsam: Sie sind Rituale. Zwar klein, doch nur scheinbar unbedeutend. So manch einem hat es schon die Laune für den ganzen Tag vermiest, wenn morgens die Kaffeemaschine gestreikt hat.

Fotostrecke 10 Alltagsrituale, die glücklich machen



Aber warum haben Rituale eine so wichtige Bedeutung für uns. Wir haben mal bei den Experten nachgefragt.

Darum sind Rituale im Alltag so wichtig

„Wird der Ablauf von Ritualen gestört, reagieren Menschen unsicher oder unzufrieden“, sagt der Psychologe Michael Schellberg aus Hamburg. Denn Rituale sorgen für ein sicheres Gefühl. Ihre Kennzeichen: Sie laufen immer nach festen Regeln ab. Der Mensch steuert nicht selbst, sondern wird gesteuert. Oft sind es Momente der Einkehr, in denen der Mensch seine Gedanken schweifen lässt.

Es gibt große gesellschaftliche Rituale, zum Beispiel bei Lebensübergängen wie der Taufe eines Kindes, einer Hochzeit oder einer Beerdigung. Jede Kultur, gesellschaftliche Schicht, Familie und jeder Freundeskreis hat eigene Rituale. Sie geben nicht nur Sicherheit, sondern auch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Rituale strukturieren den Tagesablauf und geben Halt

Und letztlich hat jeder Mensch seine alltäglichen Wiederholungen, die den Tag strukturieren. Auch viele dieser kleinen Rituale signalisieren Übergänge: Die Tasse Kaffee bevor die Arbeit beginnt. Das Lesen bevor der Tag zu Ende geht. «Ohne Rituale geht es nicht. Sie sind ein Skript, das jeder Mensch hat», erläutert Schellberg.
Doch warum ist es wichtig, dass bestimmte Handlungen stets gleich ablaufen? „Das menschliche Gehirn ist immer auf der Suche nach einer Struktur“, erklärt Peter Groß, Psychotherapeut aus Köln. Fehlt diese Struktur oder gerät sie ins Wanken, führt das zur Unsicherheit.

Fotostrecke So schaffen Sie Glücksmomente im Beruf



Prinzipiell sind Rituale eine gute Sache. Alles läuft auf Autopilot. Der Mensch kann seine Gedanken schweifen lassen und sich entspannen. So hat zum Beispiel fast jeder Mensch ein Schlafritual. Er lüftet zum Beispiel das Schlafzimmer, während er sich die Zähne putzt. Dann liest er noch ein bisschen in einem Buch, bevor er sich auf die rechte Körperseite zum Einschlafen legt.

Aus Ritualen können auch Zwangshandlungen werden

Problematisch werden Rituale allerdings, wenn sie unter allen Umständen eingehalten werden, egal was rundherum passiert. „Rituale können auch zwanghaft werden“, erklärt Overdick. Dann wird der Mensch von ihnen abhängig und befindet sich innerlich in einer Zwangsjacke. Das kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Zwangskrankheit mit Panikattacken führen.


Mit Ritualen Lebenskrisen überwinden In hoch emotionalen Situationen wie bei einer Beerdigung helfen Rituale, weil sie einzelne Schritte vorgeben. Der Trauernde hat damit eine Handlungsanweisung, die ihm hilft, wenn er selbst nicht mehr weiter weiß. „Rituale helfen auch, mit etwas Altem abzuschließen, damit etwas Neues begonnen werden kann“, sagt die Psychologin Elke Overdick aus Hamburg. In unsicheren und hektischen Zeiten werden Rituale wichtiger - die Menschen halten sich an ihnen fest.





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