Prozess um Ehedrama: Mann erstach Ehefrau - zehn Jahre Haft
AHAUS Er liebte seine Firma und die Jagd. Sie liebte ihre Pferde und ihre Freiheit. Dass die Ehe des Paares aus Quantwick keine Zukunft hatte, war im August beiden längst klar. Trotzdem kam es zur Katastrophe, der Mann erstach seine Frau mit einem Jagdmesser. Am Freitag hat das Schwurgericht Münster das Urteil gesprochen.
In diesem abgelegenen Haus im Waldgebiet Bröke ereignete sich das Ehedrama am 3. August 2011. (Foto: Stefan Grothues)
Dass er zu zehn Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt werden würde, hatte der Angeklagte offenbar nicht erwartet. Vielmehr schien er geglaubt zu haben, dass die Richter seiner Version vom Totschlag im Affekt folgen und ihn mit maximal sechs Jahren Haft bestrafen würden.
Mit der Bluttat hat der 62-Jährige alles zerstört, was ihm einst lieb und teuer war. Der gemeinsame zwölfjährige Sohn steht plötzlich ohne Mutter und für die nächsten Jahre auch ohne Vater da. Doch wie wenig dieses Schicksal dem Angeklagten nahe geht, hat dieser in einem Brief geschildert, der nach der Tötung der Frau bei ihm gefunden wurde. Natürlich tue ihm der Junge jetzt Leid, notierte der 62-Jährige. „Aber da muss er halt durch.“
Qualvoll verblutet
Vier Stiche hatten dem Leben der 48-jährigen Frau ein so grausames Ende gesetzt. Schon einer der ersten hatte die Schlüsselbein-Schlagader zerfetzt. Das Opfer verblutete innerhalb weniger Minuten qualvoll. „Irgendwann lag sie ganz weiß in der Badewanne“, hatte sich der Täter im Prozess erinnert.
Als Grund hatte er angegeben, seine Frau habe sich geweigert, der gemeinsamen Elektrofirma noch einmal mit privatem Geld auszuhelfen. „Sie hat nur gelacht und gesagt, sie werfe doch ihr gutes Geld keinem schlechten hinterher“, so der 62-Jährige. Da habe er rotgesehen.
In mehreren Briefen hatte der Angeklagte indes angedeutet, die Tat möglicherweise von langer Hand geplant zu haben. „Ich hatte sie schon öfter im Fadenkreuz“, schrieb der Elektromeister unter anderem. Im Prozess redete er sich heraus: „Das war beim Jagen. Ich habe auf eine Krähe gezielt, sie stand zufällig in der Nähe.“



















