Polizei: 17-jähriges Mädchen in Bochum getötet
BOCHUM Grausamer Tod in Stiepel: Eine 17-Jährige ist von ihrem langjährigen Freund erwürgt worden. Der Gleichaltrige tötete das Mädchen in ihrem Zimmer im Elternhaus. Ausgerechnet die Mutter fand die Jugendliche – tot neben dem Bett liegend.
Das Haus am Haarmannsbusch. Hier wurde die 17-jährige Bochumerin tot aufgefunden. (Foto: Benedikt Reichel)
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Grausame Entdeckung am Sonntagmorgen
Als die beiden jedoch am nächsten Morgen nicht zum Frühstück kamen und auch gegen Mittag nicht auftauchten, schaute die Mutter im Zimmer ihrer Tochter nach – und machte die grausame Entdeckung: Ihre Tochter lag entkleidet und tot neben ihrem Bett.
Die Obduktion, so Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Pressekonferenz am Montag, habe ergeben: Das Mädchen wurde erwürgt. Ebenfalls sehr bald wurde ihr 17-Jähriger ehemaliger Schulfreund verdächtigt. Dieser hatte am Sonntagmorgen gegen sieben Uhr das Haus in Stiepel verlassen. Er war von der Oma des Mädchens gesehen worden, hatte angegeben, er wolle nur eine Zigarette rauchen. Die Polizei vermutete zunächst, dass der Junge, der in Bochum bei seiner Mutter lebte, zu seinem in London lebenden Vater abgehauen war.
Festnahme in Berlin
Eine Handy-Ortung machte ihn jedoch in Berlin ausfindig, wo er sich kurz darauf widerstandslos an der Siegessäule festnehmen ließ. „Er war sehr erschöpft“, beschreibt Oberstaatsanwalt Jochen Kodal den Zustand des Jugendlichen bei der Festnahme. Mit einem Hubschrauber brachte man ihn nach Bochum, wo die Vernehmungen am Montagnachmittag noch andauerten und er dem Staatsanwalt vorgeführt wurde. Vorwurf: Totschlag.
Die beiden Jugendlichen waren seit fünf Jahren eng befreundet. Rein platonisch. Allerdings, so die Polizei, habe der Junge Angaben aus „seinem Umfeld“ zufolge „mehr“ gewollt. Hier vermuten Polizei und Staatsanwaltschaft das Motiv: „Er dachte wohl, sie sei mit einem anderen in einer Beziehung, wollte sie damit konfrontieren.“ Die Situation könnte eskaliert sein.
Kleidung im Zimmer verstreut
Der mutmaßliche Täter, sei, so Kodal, „wie man im Ruhrgebiet sagt, eine Kante“. Die Würgemale am Hals der Toten seien massiv gewesen, der Tod sei schnell eingetreten. Anzeichen für einen Kampf oder Missbrauch gebe es keine. Dennoch: „Das Mädchen wurde entkleidet gefunden, die Kleidung war im Zimmer verstreut.“ Wurde das Mädchen im Schlaf von ihrem Mörder überrascht? Die einzigen Angaben des mutmaßlichen Mörders bislang stammen aus einem Abschiedsbrief an seine Mutter, den er bei der Festnahme bei sich hatte und in dem er die Tat gesteht: Es sei „über ihn gekommen.“ Claudia Staudt

























