Sperrbezirk für Straßenprostitution: Angst vor Wanderung der Huren in Bochum
BOCHUM Beunruhigt blickt die Rechtsdezernentin Diane Jägers derzeit auf Dortmund. Die Politiker der Nachbarstadt wollen den Straßenstrich verbieten, ganz Dortmund zum Sperrbezirk erklären. Die Folge: Eine Huren-Wanderung, die an Bochum nicht vorbeiziehen würde.
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Hintergrund: In Dortmund gibt es seit Jahren einen kontrollierten Straßenstrich in der Nordstadt. Nach Angaben der Stadt gingen dort im Schnitt 60 Frauen dem horizontalen Gewerbe nach. Zur Fußball-WM 2006 wurden extra sogenannte Verrichtungsboxen installiert, mit Not-Knopf für die Frauen.
600 Huren
Doch viel hat sich verändert. Mit der EU-Osterweiterung kamen vermehrt bulgarische Roma-Frauen in die Nachbarstadt und auf den Straßenstrich. Die Zahl der Huren sei von 60 auf 600 gestiegen. „Die Situation ist eskaliert“, so Jägers. Mit den Frauen kamen Freunde und Verwandte aus Bulgarien. Die Dortmunder zogen die Notbremse, beantragten beim Regierungspräsidenten einen Sperrbezirk für Straßenprostitution für das gesamte Stadtgebiet. „Die Erwartungshaltung in Dortmund ist, die Damen bleiben dann zu Hause“, sagt Jägers. „Wir haben eher die Phantasie, dass sie woanders hingehen.“ Zum Beispiel nach Bochum. „Wir haben ganz bewusst einen Straßenstrich immer unterbunden“, sagt sie.
Kein Sperrbezirk in ganz Bochum
Straßenprostitution nahe des Opelwerks und im Süden Langendreers sind Vergangenheit. Doch es den Dortmundern gleich zu tun und ganz Bochum zum Sperrbezirk zu erklären, ist rechtlich kaum möglich. Ein Verbot ist nur möglich, wenn Jugendschutz oder der „öffentliche Anstand“ gefährdet seien, zitiert Jägers das Gesetz.
Zudem sorgt sie sich nicht nur um das Sex-Gewerbe an der Straße. „Wir werden ganz viel illegale Wohnungsprostitution bekommen“. Noch ist unklar, ob der Regierungspräsident dem Dortmunder Antrag folgt. In einem Gespräch in dieser Woche hat er sich die Sorgen der Nachbarstädte angehört.
Für Jägers steht fest: An der geordneten Situation der Bordell-, Club- und legalen Wohnungsprostitution in Bochum darf sich nichts ändern. „Im Moment gestalten wir die Lage“, sagt sie. Wenn Dortmund gesperrt würde, droht auch hier die Situation zu eskalieren. „Dann rennen nur noch hinterher“, so Jägers.

























