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Medienhaus Lensing
12.10.2011 17:10 Uhr
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Ausbau A40 / Westkreuz: Auf sechs Spuren durch Bochum rasen

BOCHUM Rolf Witte (58), Bauleiter von Straßen NRW auf der Großbaustelle A 40 / Bochumer Westkreuz, wollte schon als Kind Bauarbeiter werden. Nun hat er mit dem Großprojekt an der A 40 seinen größten Spielplatz vor sich. 170 Millionen Euro sollten hier in die Verkehrs-Infrastruktur investiert werden.Von Jürgen Koers

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Er ist zufrieden mit den Baufortschritt: Rolf Witte von Straßen NRW. (Foto: Jürgen Koers)

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Fotostrecke Ausbau Westkreuz/A40

Vermutlich werden der dreispurige Ausbau der Ruhrpott-Autobahn und die Anbindung an den Bochumer Ring sogar ein bisschen teurer. 15 bis 20 Prozent. Das sei halt so bei solchen Projekten, sagt Witte. Er wacht über allem, will es besonders gut machen. Er wohnt um die Ecke, in Eppendorf, und betrachtet das Ganze mit süffisantem Schmunzeln als „meine Baustelle“.

Drei Brückenbauwerke

Rund um die Anschlussstelle Stahlhausen ragen drei große Brückenbauwerke über den Asphaltstreifen. Sie sind das sichtbarste Zeichen der Veränderung. Über Jahre hinweg planen Witte und die Kollegen von Straßen NRW die Baustelle. Verkehr muss umgeleitet und eine Behelfsbrücke gebaut werden, ein Gleis der Werksbahn von Thyssen-Krupp wird neu verlegt, der Goldhammer Bach umgeleitet. Und schließlich müssen die Arbeitskolonnen der Baufirmen koordiniert werden.

Klappt das reibungslos, ist Witte zufrieden. Mit dem Fortschritt an der A 40 ist er sogar sehr zufrieden. „Wir liegen teilweise weit vor dem Zeitplan.“ Obwohl der bereits knapp kalkuliert gewesen ist. „Mehr Männer und Maschinen“ müssten die Firmen dafür ankarren, erklärt der studierte Bau-Ingenieur.

Nicht immer Schuld am Stau

Wenn nur der Verkehr auch so ungebremst durch die Baustellen fließen könnte. Ob ihn die Staumeldungen nerven? „Ehrlich gesagt“, sagt Witte und versteckt wieder dieses Schmunzeln hinter seinem dichten Bart, „sind wir da meist gar nicht mal die Schuldigen.“

Viele Autos bedeuten halt viel Staugefahr. Nur wenn Material für die Baustelle angeliefert wird, behindern die Straßenbauer den Verkehr. Daher gibt es auch selten Unmut von den Autofahrern. „Wenn die sehen, dass hier viele Bagger und Walzen fahren und jede Menge Männer beschäftigt sind, merken die, dass hier fleißig gearbeitet wird. Dann meckert auch keiner“, sagt Witte.

Zahlreiche Baumaßnahmen

Seit 2008 beackert Straßen NRW die Baustelle mit mächtigen Geräten. Im April 2013 soll die Übergabe erfolgen. Das Bergfest liegt hinter den Ingenieuren, Straßenbauern und Planern. Witte grüßt bei der Rundfahrt über die Baustelle hier und dort. Man kennt sich, er kennt sich aus. Auch wenn sich die Kraterlandschaft fast täglich verändert. Erdmassen werden bewegt, Straßen ab- und aufgebaut, Brücken gesprengt und neu errichtet.

Der Goldhammer Bach wird renaturiert, ein Regenrückhaltebecken mit dem immensen Volumen von 22 000 Kubikmetern Wasser ist ausgehoben. Vor und hinter der Walzwerkstraße werden 12,5 Meter hohe Lärmschutzwände hochgezogen.

Verzögerung

Ab der Wattenscheider Bahnhofstraße hätte der Verkehr ab diesem Wochenende auf allen sechs Spuren rollen können. Wenn denn die Baustellen-Nachbarn jenseits der Stadtgrenze bis dahin fertig gewesen wären. Jetzt dauert es zwei Wochen länger. Bis Ende des Jahres ist die Strecke ab der Walzwerkbrücke für den Verkehr auf drei Fahrstreifen je Richtung bereit. Und in nicht mehr ferner Zukunft gilt dies für die Strecke bis zur Erzbahnbrücke.

Zum Schluss steht das Westkreuz, das eigentlich ein Dreieck ist. Es wird die Wegscheide für den Verkehr im Bochumer Norden. Bis zu 120 000 Fahrzeuge pro Tag werden dort entlangrauschen. Witte schaut von einer der Brücken auf den Verkehr und erklärt, wie der große Überwurf den Verkehr aus Fahrtrichtung Essen in den Donezk-Ring leitet. Wie dort, wo sich noch riesige Erdhaufen auftürmen, eine vierspurige Zufahrtsstrecke entsteht. Beim Blick von der Brücke sieht Witte so aus, als könnte er es kaum erwarten.

Wenn die Insassen dann eines Tages aus ihren Autos schauen, soll nichts mehr an die Bauzeit erinnern. Dieses Ziel hat Witte klar vor Augen: „Wenn wir hier einmal fertig sind“, sagt er, „dann soll es so aussehen, als ob es schon immer so ausgesehen hätte.“


Drei Bauabschnitte 
› Der erste Bauabschnitt (Teil A) von der Stadtgrenze Essen/Bochum bis zur Bahnhofstraße mit dem sechsstreifigen Ausbau und Lärmschutzwänden wurde im Dezember 2009 beendet.
› Im zweiten Bauabschnitt (Teil B) erfolgt der sechsstreifige Ausbau mit Lärmschutzwänden zwischen Walzwerkstraße und Bahnhofstraße sowie drei Brückenbauwerken. Fertigstellung: Ende 2011.
› Der dritte Bauabschnitt (Teil C) umfasst das neue Westkreuz. Vorarbeiten sind gemacht, die Anbindung des Donezk-Rings an die A 40 wird im April 2013 fertiggestellt sein. 

A 40 / Bochumer Westkreuz auf einer größeren Karte anzeigen


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