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Medienhaus Lensing
11.12.2009 13:00 Uhr
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Nostalgie: Auto mit seltenem WAT-Kennzeichen steht in Günnigfeld

WATTENSCHEID Erst kürzlich hat die Stadt wieder die aktuellsten Zahlen bekannt gegeben: 34 Jahre nach der Eingemeindung gibt es noch 72 Fahrzeuge mit Wattenscheider Kennzeichen. Ein solches Gefährt zu finden, gleicht daher fast einem Sechser im Lotto. Von Ralf Rudzynski

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Wolfgang Gerwatowski mit gleich zwei raren Schätzchen. (Foto: Rudzynski)

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Einen solchen landen einige Günnigfelder Bürger freilich nahezu täglich, denn dort gehört ein alter Kadett B mit der Nummer "WAT - R 101" zum Straßenbild.

Baujahr 1973

Das Auto ist ebenso besonders wie sein Besitzer. Wolfgang Gerwatowski ist alles andere als ein Autofreak, sondern fährt grundsätzlich auf Nostalgie ab. Daher ist sein Auto - Baujahr 1973 - für ihn in erster Linie Hobby und Fortbewegungsmittel: "Meines Wissens nach ist der Wagen der einzige mit Wattenscheider Kennzeichen, der auch heute noch täglich benutzt wird. Und viele WAT-Schilder sind außerdem Zulassungen für Anhänger."

Vom Kollegen vermittelt

Die erste Zulassung seines Opels datiert aus dem Februar 1973. Gerwatowski gehört der Wagen seit dem 26. April 1986. "Das weiß ich genau, weil an dem Tag die Katastrophe von Tschernobyl war", erinnert sich der 56-Jährige, der den Kadett von einem Kollegen vermittelt bekam.

Schon mal abgemeldet

Dass der Opel noch immer das WAT-Kennzeichen hat, ist auch einem glücklichen Umstand zu verdanken, denn "als ich ihn erhielt, war er schon abgemeldet", so Gerwatowski. "Damals war es allerdings noch möglich, Wattenscheider Autos mit dem alten Kennzeichen wieder anzumelden."

"Dinosaurier"

Mehrmals hatte der gelernte Maler anschließend versucht, den Kadett zu verkaufen. "Aber es war zunächst kein Interesse vorhanden." Erst als im Laufe der Zeit die WAT-Zulassungen "ausstarben" regte sich wieder Interesse an seinem Schätzchen. "Doch mittlerweile will ich mich nicht mehr von ihm trennen. Ich habe viel zu viel Spaß an dem Ding", betont der Günnigfelder, der freilich wenig Aufhebens um seinen "Dinosaurier" macht.

"Nicht kaputt zu kriegen"

"Der Wagen ist top in Schuss, der Motor läuft und läuft", sagt er: "Das ist eben das Markenzeichen von Opel. Wenn man einmal etwas gegen den Rost getan hat, ist ein Opel eigentlich nicht kaputt zu kriegen." Eine Garage hat Gerwatowski zwar, aber darin steht ein noch älterer Kadett von 1970. Der jedoch ist nicht mehr zugelassen und dient seinem Besitzer als "Ersatzteillager, denn sonst kommt man doch gar nicht mehr an Sachen dran, wenn was repariert werden muss".

Nächste Untersuchung

Mittlerweile hat der grün-weiße Opel 36 Jahre auf dem Buckel. Im Januar steht er wieder auf dem Prüfstand. Dann ist die nächste TÜV-Untersuchung fällig. Gerwatowski ist guter Dinge, dass es auch diesmal wieder die Plakette gibt: "Es kann sein, dass er beim ersten Mal nicht gleich durchkommt, aber dann weiß ich, was gemacht werden muss. Ersatzteile habe ich ja genug. Ein Kumpel von mir hat eine Werkstatt, und dann klappt es spätestens im zweiten Anlauf."

Vollstes Vertrauen

Denn fahren möchte Wolfgang Gerwatowski noch lange mit seinem Evergreen: "Der jetzige Motor hat 480 000 Kilometer gelaufen. Ich fahre nach wie vor auch weite Strecken mit ihm, war schon in ganz Deutschland. Ich habe vollstes Vertrauen in den Wagen und würde auch bis nach Schweden fahren." Allzu teuer wäre das übrigens nicht. Zwar geht es an der "Tanke" an den Super Plus-Zapfhahn, doch dafür liegt der Verbrauch nur bei 5,4 bis 6 Liter. Auch darin kann sich der Oldtimer mit seinen hoch modernen Nachfahren messen.

Persönliche Bedeutung

"Natürlich haben Auto und Nummernschild für mich inzwischen eine Bedeutung", gesteht Gerwatowski dann doch ein: "Der Wagen wird längst nicht mehr gebaut, das Kennzeichen seit Jahrzehnten nicht mehr ausgegeben. Ich wäre traurig, wenn ich das plötzlich nicht mehr hätte." Und auch dem Günnigfelder Straßenbild würde sicher etwas fehlen.



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