Entscheidung im Januar: Bochum will Astra bauen
BOCHUM Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke sprach zu rund 2000 Beschäftigten, ohne zu viel Konkretes zu verkünden. Stracke hält Bochum für ein wichtiges Werk, dennoch sind die Überlegungen über mögliche Werksschließungen nicht vom Tisch. Die Bochumer Opelaner stehen weiter zwischen Hoffen und Bangen. Die Entscheidung, ob der Astra bald in Bochum vom Band laufen wird, fällt frühesten im Januar.
Wegen der Gerüchte um Opel hat der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel die US-Mutter General Motors aufgefordert, «die Verkaufspläne ohne wenn und aber zu dementieren».
- Arbeitsunfall beim Bochumer Verein 24-Jähriger in Transportwagen eingeklemmt
- Steven Sloane machte die Jahrhunderthalle zur doppelten Kathedrale Brücken von Bach nach Israel
- "Cyrano de Bergerac" Rohde hat die Nase vorn
- Bösch inszeniert "Die Ratten" Drama im Fantasie-Milieu
- Street-Artisten-Show Urbanatix trotzt der Schwerkraft
„Ja, wir hatten uns mehr erhofft“, gab Betriebsratschef Rainer Einenkel unumwunden zu. Um sogleich die positiven Dinge des Besuches herauszustellen. Stracke, früher selbst Produktionschef in Bochum, habe von einem „wichtigen Werk“ gesprochen. Energisch sei er den Gerüchten entgegen getreten, dass es bereits eine Entscheidung gebe – und zwar gegen Bochum. Noch hätten alle die gleichen Chancen.
Zukunftsperspektive
Wie groß sie wirklich für das hiesige Werk ist, will Rainer Einenkel möglichst Anfang 2012 konkreter wissen. Er werde darauf drängen, dass dann im Aufsichtsrat eine Entscheidung falle, an welchen Standorten der Astra ab 2014 vom Band laufe.
Dabei wird er sicherlich wie am Samstag auf der Betriebsversammlung deutlich machen, wie dringend Bochum eine zusätzliche Produktionsreihe benötigt. Das haben zahlreiche Kollegen dem Opel-Chef in engagierten Redebeiträgen deutlich gemacht. Der Betriebsratschef bringt es auf den Punkt: „Sonst droht der schleichende Tod.“ Dass das die Kollegen nicht hinnehmen werden, steht außer Frage.
Wie gut die Produkte made in Bochum ankommen, zeigt sich beim neuen Zafira. Die Nachfrage ist so groß, dass es anders als in den vergangenen Jahren diesmal keine verlängerten Weihnachtsferien geben wird. Bis zum 23. Dezember wird voll gearbeitet.
Kurze Ferien
Und ab 2. Januar laufen die Bänder bereits wieder auf vollen Touren. Zwischen den Feiertagen werden sogar einige Freiwillige kommen, um Fahrzeuge für Händler fertig zu machen. Doch auf Dauer reicht das halt nicht. Vor allem wenn der Zafira schon einige Jahre produziert wird.
Deshalb stimmen die Bochumer mit dem scheidenden Betriebsratschef Klaus Franz ein, der in einem Interview der Konzernmutter General Motors (GM) vorgeworfen hat, mit „internen Handelsbeschränkungen“ den Auto-Export in außereuropäische Länder zu behindern. „Wir müssen ähnlich wie andere Hersteller auch in Länder mit großer Nachfrage wie China oder Brasilien exportieren“, sagt Rainer Einenkel. Der Unterstützung der Kollegen im Bochumer Werk kann er sich sicher sein – wie sich am Samstag deutlich zeigte.
Kein Verständnis hat Betriebsratschef Rainer Einenkel für neue Überlegungen im Konzern, angesichts tiefroter Zahlen im dritten Quartal erneut öffentlich über Werksschließungen nachzudenken. Das sei gefährliche Brandstifterei. Einige würden versuchen würden, am Colt herumzuspielen.

























