Opel 2012: Bochum will den Astra
BOCHUM 150 Jahre Opel, 50 Jahre Werk Bochum: Stolze Jubiläen stehen im kommenden Jahr an, doch in Feierlaune ist Betriebsratschef Rainer Einenkel zum Jahreswechsel deshalb nicht.
Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel will den Kollegen 2012 eine mittelfristige Perspektive schaffen. (Foto: Archiv)
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Ohne Absprache
Die Werke in England, Polen und Rüsselsheim reklamieren die Produktion des sogenannten „Brot- und Buttermodells“ mit großen Stückzahlen bereits für sich. Entsprechende Forderungen der jeweiligen Betriebsräte sind schriftlich formuliert – ohne je zuvor mit den Kollegen in Bochum gesprochen zu haben. „Das war kein freundlicher Akt.“
Mittlerweile liegt dem Aufsichtsrat zudem ein Brief aus Bochum vor. Die Kernpunkte darin lauten: Schnell entscheiden, das Werk im Westen berücksichtigen.
„Brauchen den Astra“
Nicht zufrieden geben will sich Rainer Einenkel mit dem Vorschlag der drei anderen Bewerber, dass Bochum sich um die nächste Antara-Reihe bemühen könne. Das sei so, als ob man jemanden eine Karotte so vor die Nase halte, dass sie nie zu erreichen sei.“
Im Klartext: Er glaubt nicht, dass es eine realistische Chance für eine Produktion des Fahrzeuges in Bochum gibt. „Auf einem Bein kann man aber schlecht stehen. Deshalb brauchen wir auf jeden Fall den Astra“, sagt der Betriebsratschef klipp und klar. Sonst drohe dem Standort das gleiche Schicksal wie dem Werk Antwerpen. Das wurde vor einem Jahr geschlossen.
Perspektive bis 2017
Zunächst einmal habe das Bochumer Werk eine Perspektive bis zum voraussichtlichen Ende der gerade eingeführten Zafira-Generation – also bis etwa 2017. Verbunden mit einem unschätzbaren Vorteil. Aktuell sei es nur in Bochum möglich, den stark nachgefragten Van zu bauen. Die Belegschaft mache das richtig gut. „Das muss auch so bleiben.“
Deshalb werde sich der Betriebsrat in den nächsten Monaten verstärkt um vernünftige Arbeitsbedingungen bemühen. „Durch den enormen Personalabbau – insgesamt rund 1400 Stellen – sind viele Strukturen auseinander gerissen worden.“ So lautet Einenkels Fazit für 2011: „Ein schwieriges Jahr – aber wir haben jetzt eine Perspektive.“

























