Thyssen plant Verkauf: Bochumer Nirosta-Werk vor dem Aus?
BOCHUM ThyssenKrupp Nirosta (TKN) droht der Verkauf an das finnische Konkurrenz-Unternehmen Outokumpu. Allein in Bochum wären davon 500 Arbeiter betroffen. Internen Gerüchten zu Folge wolle Outokumpu nach dem Abschluss die Werke in Bochum und Krefeld schließen.
Geht die Glut im Bochumer Nirosta-Werk bald aus? (Foto: RN-Archiv)
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Kalwa fordert vom Vorstandsvorszitenden Heinrich Hiesinger, sein Versprechen einzuhalten und keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. „Wir sind zusammen mit Bochum einer der besten und ökonomischsten Standorte der Welt“, so Kalwa.
Kein Kommentar
Thomas Schlenz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates, hatte mit Hiesinger eine „Zukunft mit Beschäftigung“ ausgehandelt. Demnach solle nach dem Verkauf auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden. Zusätzlich soll der neue Eigentümer auch von den Arbeitnehmervertretern als „gut und fair“ bewertet werden. Ob Outokumpu mit der eventuellen Schließung der zwei Werke diesen Stempel tragen kann ist aber mehr als fraglich. Das Unternehmen bestätigte die Verkaufsabsichten nicht. „Es laufen gerade die Gespräche. Es ist zu früh um das zu kommentieren.“
Auch die Mitarbeiter in Bochum sind schockiert, bangen jetzt um ihren Job und kriegen vor dem vermeintlichen Verkauf kaum Informationen. „Alles was man weiß, hat man über den Flurfunk erfahren. Das ist wie stille Post“, so ein langjähriger Mitarbeiter. In einem Schreiben an die Mitarbeiter wird ein Trennungswunsch zwar bestätigt, aber in Bezug auf den Verkauf heißt es lediglich: „Vor dem Hintergrund des laufenden Prozesses bitten wir um Verständnis, dass wir zurzeit keine weiteren Details nennen können.“
Milliardengrab
Dabei wirbt TKN auf seiner Internetseite mit den Leitsätzen wie „ Information & Kommunikation“ oder „Vertrauen & Loyalität“ – Eigenschaften, die auf der Seite Arbeitgeber - Arbeitnehmer momentan nicht so gut zu funktionieren scheinen. Verkauft wird TKN, das jährlich einen Gesamtumsatz von sechs Milliarden Euro macht, wegen falscher Investitionen im Ausland. Allein der Bau des Werkes in Brasilien entpuppte sich als ein Milliardengrab und auch in Alabama verlief wenig nach Plan.
Dafür müssen jetzt die rund 11000 Stahlarbeiter in NRW und Hessen um ihre Zukunft bangen. Und das, obwohl TKN zu den führenden Herstellern von Flachstahlerzeugnissen zählt und ein Viertel des Weltumsatzes des Großkonzerns ThyssenKrupp erwirtschaftet. Durch den Verkauf der Edelstahlsparte erhofft sich Hiesinger einen Neustart. Auf der Aktionärsversammlung am 20. Januar hatte er verkündet, demnächst die Technologiesparte weiter ausbauen zu wollen. Und was passiert mit den Bochumern? Diese Frage wollte das Unternehmen nicht beantworten, da laut Pressestelle erst Gespräche stattfinden müssten.

























