Belegschaftsversammlung: Bonuszahlungen für Opel-Chefs
BOCHUM 1255 Jobs soll Opel Bochum bis zum Jahresende streichen. Freiwillig oder per Kündigung. Das wurde auf einer Versammlung der Belegschaft am Montag im RuhrCongress nochmals deutlich. Gleichzeitig schüttet der Mutterkonzern GM Sonderzahlungen an die Führungsetage aus.
Die Belegschaft bei Opel muss weiter um ihre Jobs fürchten. 1255 Stellen müssen bis Ende 2011 abgebaut sein. Notfalls auch mit betriebsbedingten Kündigungen. (Foto: dpa)
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Kündigungen sind eine Option
Kroemer bestätigt zudem, dass betriebsbedingte Kündigungen in Bochum nicht auszuschließen sind. Sie seien jedoch die „allerletzte Option“. Vor der versammelten Bochumer Werksleitung und den Opel-Personalchefs hatte Einenkel am Montagmorgen die Belegschaft über bevorstehende Kündigungsabsichten ab dem 1. Mai (RN berichten) informiert. Die Werksleitung sei darauf nicht eingegangen, so Einenkel. „Man hat mir auch nicht widersprochen.“
Demnach müssen 1255 Mitarbeiter um ihre Jobs fürchten. „Man hat erklärt, dass man mit aller Gewalt den Personalabbau bis Ende des Jahres erreicht haben muss“, so der Betriebsratschef. Kündigungs- und Klagefristen führen dazu, ab Mai mit Kündigungen beginnen zu müssen, so Einenkel.
Die Geschäftsleitung hatte zuvor die Personalabbau-Gespräche mit dem Betriebsrat abgebrochen und die Einigungsstelle einberufen. "Die Gespräche verliefen in der letzten Woche etwas zäh", so Opel-Sprecher Kroemer. Er betonte, dass es Abfindungsangebote und 300 Jobs in Rüsselsheim zu verteilen gebe. Von den 1800 abzubauenden Stellen sind jedoch bislang erst weniger als 600 auf freiwilligem Wege zustande gekommen.
Einigungsstelle nimmt Arbeit auf
Die Einigungsstelle wird nun ihre Arbeit unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten des Landesarbeitsgericht, Martin Bertzbach, aufnehmen. Kündigungen wird auch die Einigungsstelle nicht verbieten können. „Sie kann jedoch die Konditionen festschreiben“, betont Einenkel und pocht nochmals darauf, bei Abfindungen alle Jahre der Betriebszugehörigkeit mitzurechnen. Opel hatte bisher 24 Jahre als Obergrenze festgeschrieben, was Abfindungen vor allem für ältere Arbeitnehmer wenig attraktiv macht.
Ungeachtet der Einigungsstelle bietet der Betriebsrat der Unternehmenleitung weiter Gespräche an. Dabei soll es um Arbeitszeitverkürzungen und Altersteilzeitmodelle gehen. Und noch etwas bot Einenkel den Chefs auf der Belegschaftsversammlung an. Sie können ihre Boni doch in den gemeinsamen Spartopf einzahlen, in den die Arbeitnehmer mit dem Verzicht auf die Hälfte des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes bereits kräftig eingezahlt hätten. Viel mehr als ein betroffenes Grinsen erntete Einenkel dafür nicht.

























